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Übersicht im Führerschein-Dschungel Klassenfrage: B, T, L oder S

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Um Trecker fahren zu dürfen, muss man nicht volljährig sein: Den Führerschein dürfen Jugendliche schon mit 16 Jahren machen.

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Gut 100 PS unter der Haube, mehr als 40 Tonnen in seiner Gewalt, nur 16 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte. Die Zahlen irritieren den schmächtigen Burschen in der Fahrerkabine nicht. Sicher manövriert er sein gigantisches Gespann durch den Kreisverkehr und schmale Innenstadtgassen. Funkkopfhörer verbinden ihn dabei mit dem Fahrlehrer im Wagen vor ihm. Einen Trecker-Führerschein kann schon machen, wer von Hochprozentigem noch die Finger lassen muss. Eigenverantwortlich hinter das Pkw-Steuer lässt der Gesetzgeber dagegen nur Volljährige. Die Übersicht über die vielen Führerscheinklassen zu behalten, ist nicht immer einfach.

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Die Fahrerlaubnis für ein Wohnmobil bekommt man nur im Rahmen einer bestimmten Fahrprüfung.

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Wer heute den "normalen" Autoführerschein macht, also die Klasse "B", darf nur fahren, was nicht schwerer als 3,5 Tonnen ist. Inklusive sind die Scheine für die Klassen "L", "M" und "S", erklärt Karen-Michaela Jansen, Sprecherin des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin. "L" steht für kleine Trecker bis 32 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Unter "M" fallen Mofas bis 45 Stundenkilometer. "S" sind Trikes, Quads oder Mini-Pkw.

Komplizierte "B"-Klasse

Etwas vertrackter mutet das komplexe Anhänger-Regelwerk der "B"-Klasse an: Das Gefährt darf ganz generell einen Anhänger ziehen, dessen zulässige Gesamtmasse 750 Kilo nicht überschreitet, sagt Jansen. Aber Achtung: Darüber hinaus erlaubt das Gesetz "Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zur Höhe der Leermasse des Zugfahrzeugs", so Jansen. Dies gilt jedoch nur, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination 3,5 Tonnen nicht übersteigt. Wer ohne großes Kopfrechnen grundsätzlich mehr als 750 Kilo ziehen will, muss zusätzlich den Anhängerführerschein, also die Klasse "BE", machen.

Die Fahrerlaubnis für ein Wohnmobil bekommt man nur im Rahmen einer bestimmten Fahrprüfung. (Bild: dpa/tmn)Um Trecker fahren zu dürfen, muss man nicht volljährig sein: Den Führerschein dürfen Jugendliche schon mit 16 Jahren machen. (Bild: Gebert/dpa/tmn)Als Motorradfahrer benötigt man eine spezielle Fahrausbildung und fällt somit auch in eine andere Führerscheinklasse. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

Wer bis 1999 seine Pkw-Fahrprüfung abgelegt hat, darf noch schwerere Geschütze (auf)fahren. Damals hieß die Klasse "B" noch Klasse "3" und erlaubte manch zusätzlichen Fahrspaß. Der Papier-Führerschein befugte außerdem zum Fahren von bestimmten Krafträdern sowie Lastwagen bis 7,5 Tonnen, erklärt Kay Schulte vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat in Bonn. Dafür muss man heute mindestens den Führerschein "C1" in der Tasche haben - Anhängerfreunde müssen auch hier wieder ein "E" anhängen. Wer vor 1980 seine Fahrprüfung Klasse "3" gemacht hat, durfte sogar Motorräder bis 125 Kubikzentimeter Hubraum und 11 kW/15 PS lenken.

Besitzstandsregelung

Entscheiden sich Besitzer dieses ledrigen, grauen Lappens, das nostalgische Dokument auf die moderne Chipkarte umschreiben zu lassen, profitieren sie von der Besitzstandsregelung, beruhigt Schulte. Einmal erworben, bleiben Fahrrechte in der Regel erhalten.

Theoretisch ist es übrigens möglich, schon einem 16-Jährigen den Klasse-"B"-Führerschein auszustellen, sagt Kay Schulte. Wer in einem Vier-Seelen-Dorf ohne Busanbindung und Gymnasium keine Chance hat, anders als selbst mit dem Auto zur Schule zu kommen, darf diese eine Strecke schon mit 16 allein fahren.

Sonderregelung für Landwirte

Auch eine gewisse Ausnahme bildet die Führerscheinklasse "T", quasi der große Bruder der Klasse "L". Dazu zählen alle Traktoren über 32 Kilometer pro Stunde, auch mit Anhänger. Die Klasse "T" darf berufsständisch bedingt auch schon ein 16-Jähriger machen, weil Landwirte oft auf die Hilfe der Sprösslinge angewiesen sind, erklärt Schulte. Im Extremfall steuert ein Minderjähriger also 40 Tonnen mit Tempo 40 durch enge Innenstadtgassen. Sorgen sollte sich aber wegen der motorisierten Landjugend niemand machen, sagt Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg: "Das sind ja keine normalen Fahrschüler. Bevor die laufen konnten, konnten die schon Traktor fahren."

Die Preise für die Lizenz zum Lenken schwanken von Fahrschule zu Fahrschule, von Jahr zu Jahr und von Schüler zu Schüler. Für den Klasse-"B"-Führerschein sollten Jugendliche im Durchschnitt 1500 bis 1600 Euro auf die hohe Kante legen, für den Anhängerführerschein "BE" etwa 800 Euro und für die Klasse "T" etwa 900 Euro, erklärt Tschöpe. Satte 2500 bis 3000 Euro kostet dagegen die Kombination der Klassen "C" und "CE", die Masterklassen unter den Führerscheinen, die für die schwersten Lastwagen mit Anhänger gelten. Die macht aber in der Regel nur, wer sie beruflich braucht, sagt Schulte: "Leute, die das einfach so machen, müssen Sie schon suchen."

Quelle: ntv.de