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"Aktives Gurtschloss" für FondfahrerMercedes hat den Trick beim Klick

08.02.2012, 13:11 Uhr
imagevon Holger Preiss

Wer im Auto vorne sitzt, wird von etlichen aktiven und passiven Sicherheitssystemen umschmeichelt. Die Fondplätze sind von den üppigen Schutzmaßnahmen bis dato ausgenommen. Mercedes wirkt dem jetzt entgegen und bringt das "Aktive Gurtschloss" ins Spiel.

Sicherheit und Komfort sind uns wichtig, sagt Mercedes mit einem kritischen Blick auf die Plätze im Fond. Die neuerliche Erfindung der Stuttgarter heißt "Aktives Gurtschloss" und soll neben der reichhaltigen Sicherheitsausstattung für Fahrer und Beifahrer den Fondpassagieren zugutekommen.

Die Innovation ist ebenso simpel wie genial. Beim Öffnen der Fondtüren fährt das Gurtschloss – dessen Einsteckschacht natürlich beleuchtet ist - sieben Zentimeter aus der Polsterung nach oben. Das dürfte vor allem bei Vätern und Müttern für Freude sorgen, denn das Anschnallen der Brut wird dadurch deutlich einfacher. Aber auch alle anderen "Hinterbänkler" dürften ihre Freude daran haben. Mercedes verspricht sich durch die Vereinfachung noch etwas: Die Anschnallrate im hinteren Teil des Fahrzeuges wird damit wesentlich gesteigert, so der Premiumhersteller.

Bei Gefahr versinkt das Gurtschloss

Integriert ist die Neuentwicklung in das sogenannte Presafe-Konzept. Das bedeutet, dass das System immer dann reagiert, wenn es eine gefährliche Situation erkennt. Wie? Die elektronische Steuerung zur Gefahrenerkennung wird zum Beispiel über ein Signal des Elektronischen Stabilitäts-Programms (ESP) ausgelöst. Gerät das Fahrzeug ins Schleudern, ziehen die Gurtschlösser an.

Das geschieht nun aber nicht nur auf den vorderen Plätzen, sondern auch im Fond. Hier fährt das Gurtschloss bis zu vier Zentimeter nach unten. Dadurch wird die Gurtspannung erhöht und die Passagiere stärker fixiert. Die Belastungswerte sinken so bei einem Unfall deutlich. Mercedes verspricht sich davon vor allem eine Reduzierung der sogenannten "Gurtlose" im Becken- und Thoraxbereich. Nach einem Unfall fährt das Gurtschloss automatisch nach oben, um die Rettungsmaßnahmen oder das Abschnallen zu erleichtern.

Keiner nimmt das wahr

Wer jetzt befürchtet, dass mit jeder Reaktion des Elektronischen Stabilitäts-Programms auch das Gurtschloss in der Versenkung verschwindet, der sei beruhigt. Erstens versprechen die Stuttgarter, dass das System nur in wirklichen Gefahrensituationen anspricht und zweitens gehen die Prozesse in Millisekunden vonstatten. Testpersonen, so Pressesprecher Norbert Giesen, haben die Gurtstraffung nicht mal wahrgenommen.

Alles in allem sicher eine gute Idee. Schade nur, dass sie vorerst den Modellen der Oberklasse vorbehalten ist. Wer sich also die nächste S-Klasse kauft, die im kommenden Jahr debütiert, darf sich auch über das "Aktive Gurtschloss" freuen.