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Cafe Racer zum Schnäppchenpreis Mondial HPS 300i - italienischer Fahrspaß

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Die Mondial HPS 300i ein italienisches Spaßmotorrad aus China zum kleinen Preis.

(Foto: Mondial)

Motorräder sind in der Regel mehr Lust- als Nutzfahrzeuge. Deswegen haben sich die Macher der Mondial HPS 300i genau auf diesen Umstand konzentriert. Und dazu mussten sie ihrem Einzylinder nicht mal viel Leistung geben.

Als 125er konnte die F.B. Mondial HPS bereits beeindrucken: Ein Hingucker ist sie mit ihrem unrunden Scheinwerfer, der scramblerartig positionierten Auspuffanlage mit Doppel-Endrohren, ihrer Höckersitzbank, den groben Reifen und der breiten Rundrohr-Lenkstange mit den Spiegeln am Lenkerende.

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Die Mondial HPS 300i ist ein echter Hingucker.

(Foto: Mondial)

Mit der HPS 300i folgt nun die stärkere Schwester und stapelt erst mal ein wenig hoch: Die Modellbezeichnung suggeriert, dass sie über einen 300er Treibsatz verfügt. Hat sie aber nicht: Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Vierventiler weist ein Brennraumvolumen von exakt 249,6 Kubikzentimetern auf und ist damit lediglich doppelt so groß wie das Triebwerk der 125er. Die Leistungsdaten des größeren Motors steigen nicht im selben Maß wie der Hubraum: Statt 13,6 PS bei 9750 Kurbelwellenumdrehungen werden nun 23 PS bei 8500 Umdrehungen geliefert. Dafür wächst das maximale Drehmoment von 10,5 Newtonmeter auf starke 22,4 Newtonmeter bei bescheidenen 6500 Kurbelwellenumdrehungen. Damit steht schon vor dem ersten Druck aufs Anlasserknöpfchen fest: Man braucht bei der Mondial HPS 300i nicht mehr zwingend die allerletzten Drehzahlreserven, um geschwind unterwegs sein zu können.

Es ist nicht alles Gold

Wirft man einen Blick auf die technischen Daten beider Schwestern, ist klar, dass die Entscheidung zwischen beiden nur vom Vorhandenseins des Führerscheins A2 abhängt: Die Quasi-300er kann bei einem Mehrpreis von 600 Euro alles, wirklich alles besser, wobei sie lediglich 16 Kilogramm mehr wiegt. Mit 4095 Euro ist die HPS 300i ein günstiges Angebot. Ein dazu sehr ansehnliches. Auch wenn dabei nicht alles reines Gold ist, was so hübsch in der Sonne glänzt: So merkt man den Aufklebern die billige Machart schon im Laufe der ersten Saison an, auch wird der Lack an stärker beanspruchten Stellen bald matt.

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Für 4095 Euro wird man an der Mondial HPS 300i keine hochwertigen Komponenten finden.

(Foto: Mondial)

Zudem ist die Mondial HPS 300i im Kreis der 300er nicht gerade die Stärkste: Eine Vespa 300 beispielsweise oder ein 300er Kymco-Roller sind trotz etwas höheren Gewichts keinesfalls langsamer. Ihre große Stärke ist ihre Unverwechselbarkeit, ihr Anderssein. Sie ist kein Nutzfahrzeug, sondern ein Lustfahrzeug, trotz ihres wilden Stilmix‘ ist sie ein echter, wenn auch kleiner Café Racer, der komplett auf  Komfort und Bequemlichkeit verzichtet.

Freude am Gesamtpaket

Dass Freude beim Fahren aufkommt, liegt also weniger an Speed, Schräglage oder feinsten Komponenten für Radführungen oder Bremsen, sondern am Gesamtpaket. Der Einzylinder dreht freudig bis auf über 9000 Touren und liefert dabei verwertbar ab. Auf Landstraßen ist man kein Verkehrshindernis, auch wenn es mal bergauf geht. Bis Tempo 100 geht es zügig voran, dann wird der Tempo-Zuwachs – die Spitze beträgt 120 km/h - gemächlich. Natürlich muss man für zügiges Fahren viel schalten, doch das geht leicht von Hand wie Fuß, weil die Kupplung leichtgängig arbeitet und die Gangwechsel präzise und ohne Haken erfolgen.

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Die hochgelegten und verchromten Endrohre der Mondial HPS 300i machen was her.

(Foto: Mondial)

Sehr zufrieden darf man auch mit den beiden Scheibenbremsen sein, verzögern sie doch gut berechenbar und auch bei mehrfachen Bremsungen hintereinander wirkungsvoll. Dass zudem das ABS sauber und schnell genug regelt, soll ebenfalls erwähnt sein. Die sieben Zentimeter Federweg an der Hinterhand vermögen dagegen keine Wunder zu vollbringen, zumal die Grundabstimmung der beiden mit Ausgleichsbehälter ausgerüsteten, in der Vorspannung einstellbaren Federbeine straff gewählt wurde.

Freilich darf man für gerade 4000 Euro auch keine Wunder erwarten, denn auch in China, wo die in Italien konzipierte Mondial gebaut wird, kann man nicht zaubern. Absolut in Ordnung sind der Verbrauch von knapp über drei Litern pro 100 Kilometer und die Tankgröße; 250 Kilometer ohne Tankstopp sind also möglich. Meist wird man ohnehin schon früher eine Pause machen.

Sondermodelle folgen

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Der Vorbau der Mondial HPS 300i erinnert an echte Cafe Racer.

(Foto: Mondial)

Zusätzlich zur schwarzmatt/schwarzglänzenden Version, die es in Kombination mit dem größeren Motor bislang ausschließlich gab, wird seit wenigen Wochen auch eine in Silber lackierte Variante angeboten. Technisch sind beide gleich, in der Wirkung sehr unterschiedlich. F.B. Mondial, so der vollständige Markenname, ist rührig. Bereits in den nächsten Wochen dürften die schon angekündigten weiteren Geschwister der HPS-Modelle mit 125 und 250 Kubikzentimeter-Einzylinder kommen, die "Sport Classic"-Versionen mit dem Beinamen Pagani. Entlehnt ist der dem erfolgreichen Rennfahrer Nello Pagani. Der  errang vor exakt 70 Jahren für FB-Mondial den ersten WM-Titel in der 125er Klasse.

Nun sollen die "Sport Classic"-Modelle beim Wiederaufbau der Marke helfen. Die "Sport Classic" 300i erfordert einen Aufpreis von 400 Euro gegenüber der HPS 300i, bei den 125ern beträgt die Preisdifferenz 500 Euro. Auch diese beiden Neumodelle werden nach aller Voraussicht punkten können, denn auch bei ihnen wird es wohl ein sehr gutes Verhältnis zwischen Preis, Leistung und Optik geben.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x