Auto

Erster Preis für Abgefahrenes Neuer BMW-Boxer in Customized Bike

P90332049_highRes_departed-by-custom-w.jpg

Aus dem Vollen gefräste Aluräder geben dem Bike einen breiten Stand.

Zwei der angesagtesten Motorradbauer aus der Customizer-Szene sorgen in Japan mit der "Departed" für mächtiges Aufsehen. Das liegt zum einen an der Optik, zum anderen an einem riesigen Boxermotor, der für den Vortrieb sorgt.

P90332077_highRes_departed-by-custom-w.jpg

Yuichi Yoshizawa und Yoshikazu Ueda hinter der "Departed".

Yuichi Yoshizawa und Yoshikazu Ueda sind keine Unbekannten in der Customizer-Szene. Immer wieder begeistern die beiden Japaner das Publikum auf Messen mit ihren handgemachten Bikes. So auch auf der diesjährigen Hot Rod Custom Show in Yokohama. Genau dort präsentierten die japanische Motorrad-Schmiede ihre "Departed". Allerdings ist dieses Unikat nicht ganz ohne Anstoß von außen entstanden. BMW hat das Custom-Bike bei der Custom Works Zone in Auftrag gegeben.

Völlig neuer Boxer für die USA?

Und auch das hat seinen Grund, denn das Herzstück des Bikes ist ein völlig neuartiger Boxermotor. Sowohl die äußere Geometrie als auch die sichtbaren Elemente, wie zum Beispiel die oberhalb der Zylinder in verchromten Schutzrohren verlaufenden Stößelstangen, erinnern an die Boxermotoren, die BMW bis Ende der 1960er-Jahre gebaut hat. Allerdings fällt auf, dass das Triebwerk, dessen Größe auf 1,8 Liter Hubraum geschätzt wird, jetzt mit einer modernen Luft-Öl-Külung arbeitet. Was sich genau hinter dieser Zusammenarbeit mit den Japanern verbirgt und wo sich der neue Boxer in Zukunft wiederfinden wird, verraten die Münchner zur Stunde noch nicht.

P90332041_highRes_departed-by-custom-w.jpg

Der großvolumige Boxermotor hat jetzt eine Luft-Öl-Kühlung.

Kenner verweisen darauf, dass der Motor eines der ersten Modelle der neuen Baureihe Ende 2019 anschieben wird und im Laufe des Jahres 2020 auf den Markt kommt. Ziemlich sicher ist aber, das der riesige Treibsatz primär für den nordamerikanischen Markt gedacht ist. Über weitere technische Details kann derzeit nur spekuliert werden.

Yoshizawa ist das alles auch ziemlich egal. "Es war einfach eine große Ehre und Herausforderung, für einen der traditionsreichsten Hersteller der Branche ein Motorrad rund um den Prototypen eines so spektakulären neuen Boxermotors bauen zu dürfen", so der Japaner. Deshalb ist natürlich die ganz eigene Handschrift von Yoshizawa und Ueda in der "Departed" wiederzufinden. Die sehr niedrige Silhouette des Motorrads erinnert an die Rennmaschinen von Ernst Henne, die in den späten 1920er- und 1930er-Jahren für anhaltende Erfolge ihrer Fahrer sorgten.

Handgedengelt und edel

P90332030_highRes_departed-by-custom-w.jpg

Auch die Trapez-Vorderradgabel ist aus dem Vollen gefräst.

Weniger für die Rennstrecke geeignet sind die Räder, die mit 21 Zoll vorn und 26 Zoll hinten üppig bemessen wurden, aber relativ schmal sind. Optisch machen sie aber einiges her, zumal sie aus Aluminium gefräst wurden. Auch die Trapez-Vorderradgabel ist aus dem Vollen gefräst. Damit das Hinterrad sauber ausfedern kann, aber die Optik nicht gestört ist, wurde die Stahlrohr-Hinterradschwinge mit versteckter Federung am Gitterrohrrahmen befestigt.

Den großvolumigen Motor haben die Japaner in die aufwändige Rahmenkonstruktion gehängt, in die auch Tank und Sitzbank eingepasst wurden. Die Verkleidung für die Sitzeinheit und die Verkleidung an der Front sind von Hand gedengelt. Am Ende wird deutlich, dass die Japaner eine fantastische Symbiose aus klassischer Formgebung, moderner Produktionstechnik und jede Menge japanischer Handwerkskunst geschaffen haben.

Ausgezahlt hat sich die Arbeit der beiden Kunst-Schrauber schon jetzt. Auf der Hot Rod Custom Show wurde das Bike bereits in der letzten Woche mit dem "Best of Show Motorcycle Award" ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung, die die Hot Rod Custom Show zu vergeben hat.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema