Auch nicht schöner, aber kompakterNissan Tiidas zweite Chance
Nissan wagt mit seinem Tiida einen zweiten Versuch. Schöner ist er zwar nicht geworden, aber er entspricht nach europäischem Maßstab schon eher einem Kompaktwagen als die erste Generation.
Richtig schön kann man den Nissan Tiida immer noch nicht nennen. Doch die auf der Shanghai Motor Show derzeit als Weltpremiere gezeigte zweite Generation kommt den europäischen Vorstellungen von einem Kompaktfahrzeug deutlich näher, als der mangels Erfolg hierzulande abgebrochene erste Versuch. Der neue Tiida trifft mit einer Länge von 4,30 Metern wieder ziemlich exakt die Golf-Klasse und verfügt über einen Fahrkomfort verheißenden Radstand von 2,70 Metern.
Bei Linien und Formen sind die Nissan-Designer diesmal kein Risiko eingegangen. Während die erste Generation eher als hässliches Entlein eingestuft wurde, ist der neue Tiida zwar kein stolzer Schwan geworden, aber immerhin ein ansehnlicher Fünftürer. Die Rezeptur dafür wird in der Autoindustrie allerdings derzeit allenthalben verwendet: pfeilförmige Scheinwerfer, leicht erhabene Motorhaube, sportlicher Kühlergrill, nach hinten ansteigende Gürtellinie bei gleichzeitig abfallender Dachlinie und die eine oder andere Karosseriesicke – nicht aufregend, aber auch kein Weggucker.
Erst in China auf Markt
In China ist der kompakte Japaner mit zwei Benzinmotoren, davon einer mit Turbounterstützung, erhältlich. In Europa wäre für nachhaltigen Erfolg mindestens eine Dieselmotorisierung unerlässlich. Die könnte, wie schon bei der ersten Generation, aus Renault-Beständen kommen.
Der Tiida kommt aber zuerst in China auf den Markt, ein Tribut an die bisherigen Erfolge des Modells und Ausdruck der Hoffnung auf weitere Verkaufszuwächse. Danach soll der Fünftürer in 130 weiteren Ländern an den Start gehen.