Auto

Das große Auto-ABC Sprechen Sie Auto?

imago78778007h (1)-1.jpg

(Foto: imago/Westend61)

Ob in der KfZ-Werkstatt oder beim Kauf eines neuen Fahrzeugs - die Vielzahl der Abkürzungen für die moderne Auto-Technik kann einen schon mal ins Schleudern bringen. Hilft Ihnen da eher ein ESP oder ein ABS? Na?

ABS: Der sanfte Einstieg, denn hier werden Sie punkten können: Dass ABS für Anti-Blockier-System steht, ist weithin bekannt. ABS war eine der ersten Fahrhilfen überhaupt. Bereits seit 2004 sind alle Wagen europäischer Hersteller serienmäßig damit ausgestattet. Doch wissen Sie auch, was genau dahintersteckt? Mit ABS bleibt das Auto auch beim starken Bremsen lenkfähig, sodass der Fahrer einem Hindernis ausweichen kann. Möglich macht das eine elektronische Steuerung, die die Drehzahlen eines jeden Rades überwacht. Sie erkennt, wenn ein Rad zum Blockieren neigt und reduziert dann dessen Bremskraft.

ADS: Hat natürlich, wenn es ums Auto geht, nichts mit Aufmerksamkeits-Defiziten zu tun. Vielmehr ist hier ein Adaptives Dämpfungssystem gemeint. Dazu gehören verstellbare Stoßdämpfer und eine komplexe elektronische Steuerung. So kann die Dämpfung innerhalb von Sekundenbruchteilen an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden.

BAS: Klingt zunächst, als würde da noch ein Buchstabe fehlen, gehört aber so. BAS ist ein Brems-Assistent für Notsituationen. Er sorgt dafür, dass bei einer Notbremsung der maximale Bremsdruck aufgebaut wird. So verkürzt sich der Anhalteweg.

DPF: Er heißt manchmal auch DRPF oder auch RPF und ist jedes Mal ein Dieselrußpartikelfilter. Er soll die mit Dieselmotoren verbundene Feinstaubbelastung reduzieren. Wer sich einen Diesel-Pkw ohne DPF zulegt, muss Steuernachteile in Kauf nehmen. Die Nachrüstung mit einem Partikelfilter hingegen wird steuerlich begünstigt.

8948040.jpg

Macht sich gut, das ESP. Dieser LKW hat es auf der IAA 2006 getestet.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

ESP: hilft Ihnen, nicht ins Schleudern zu kommen, denn hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Elektronische Stabilitäts-Programm. Droht beispielsweise das Heck Ihres Wagens auszubrechen, bremst das ESP gezielt einzelne Räder ab, um das Auto auf Kurs zu halten.

GPS: Ok, das ist einfach. Wofür ein GPS gut ist, weiß man: zur Positionsbestimmung und Navigation. GPS steht für Global Positioning System und funktioniert mit Satelliten, die in einer Höhe von gut 20.000 Kilometern um die Erde kreisen. Die Satelliten strahlen beständig ihre aktuelle Position und genaue Uhrzeit aus, woraus die GPS-Empfänger dann ihre eigene Position berechnen können.

HDC: Damit gerät man nicht ins Rutschen, wenn es den Berg runter geht. HDC meint Hill Descent Control, ist also eine Bergabfahr-Hilfe, und wird bei einigen SUV-Geländefahrzeugen eingesetzt. Die kommen damit auch auf losem Untergrund oder Schnee mit konstant langsamer Geschwindigkeit den Abhang hinunter. Der Fahrer muss dafür nur noch lenken, das Bremsen erledigt das Fahrzeug von selbst.

IBS: Der schützt vor Pannen - zumindest vor solchen, die von einer leeren oder defekten Batterie herrühren. Der Intelligente Batterie-Sensor überwacht den Zustand der Batterie und liefert entsprechende Informationen. Bei Start-Stopp-Systemen entscheidet der IBS darüber, ob der Motor abgestellt werden kann und während des Stopps Radio, Sitzheizung und Lüftung weiterlaufen können.

Parkplatz.jpg

Ein Kfz und noch eins und noch eins. Und mittendrin: Helene.

(Foto: imago/Martin Müller)

Kfz: Wie, da wissen Sie bestens Bescheid? Gut, dann fassen wir uns kurz. Kfz heißt Kraftfahrzeug, und als solches gelten laut Straßenverkehrsgesetz "Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein". In der Schweiz heißen diese Fahrzeuge übrigens Mfz: Motorfahrzeug.

LPG: Berliner verbinden damit einen Bio-Markt und haben vielleicht auch noch die eine oder andere Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im Hinterkopf. Aber im großen Auto-ABC steht das Kürzel für Liquefied Petroleum Gas, ein Mischgas aus Butan und Propan. Dieses Autogas verbrennt umweltfreundlicher als Benzin und wird deswegen steuerlich gefördert.

MPV: ist ein Auto mit viel, viel Platz. Fünf bis sieben Personen können mit dem Multi-Purpose Vehicle befördert werden. Oder man klappt Sitze um und hat dann eine recht große Ladefläche. Weiteres Kennzeichen eines MPV ist meist ein hohes Dach. Man spricht auch gern von Van oder Minivan.

Nm: spielen auch abseits der Autowelt eine wichtige Rolle. Es sind Newtonmeter, die Maßeinheit für das Drehmoment. Etwa eines Motors. Newton beschreibt dabei die wirkende Kraft, Meter die Länge des Hebelarms.

OBD: Auch dies ist kein neues Chatkürzel, sondern bedeutet On-Board-Diagnose. Elektronische Systeme überwachen dabei im laufenden Fahrbetrieb alles, was abgasrelevant ist. Über eine Kontrollleuchte wird der Fahrer informiert, wenn die OBD einen Fehler registriert hat. In Europa sind solche Motorkontrollleuchten vorgeschrieben.

Einparkassistent.jpg

So sieht er aus: ein Parksensor an einem Kotflügel.

(Foto: Wikipedia/Nozilla/CC BY-SA 3.0)

PDC: Die haben Sie im Ohr. Dieses Ding meldet sich nämlich immer dann, wenn Sie beim Einparken anderen Wagen zu sehr auf die Pelle rücken. Die Abkürzung steht für Park Distance Control, die Einparkhilfe. Sie arbeitet zum Beispiel mit Ultraschallsensoren in Stoßstange und Kotflügel oder mit Radarsignalen. Bei manch einer PDC lässt sich das Geschehen auch über eine Kamera verfolgen.

RDK: ein weiteres Überwachungssystem, diesmal die Reifendruckkontrolle. Stimmt der Reifendruck nicht, kann das zu Unfällen führen. Solche sollen durch die RDK verhindert werden. Ein weiterer Vorteil: Der optimale Reifendruck spart Kraftstoff. Für Neuwagen sind Reifendrucksensoren seit 2014 Pflicht.

ROPS: Der betrifft vor allem Baufahrzeuge und Cabrios, denn ROPS ist ein Überrollschutz (Roll Over Protection System). Erreicht die Seiten- oder Längsneigung des damit ausgestatteten Fahrzeugs einen bestimmten Grad, werden im Bruchteil einer Sekunde Bügel ausgefahren. Sie ragen über die Köpfe der Insassen hinaus und schützen diese im Falle eines Überschlags.

SUV: kennt jeder. Aber kennen Sie auch SUC? Ha! Ist ganz einfach: Ein SUC ist die offene Variante eines SUV, ein Sport Utility Cabrio nämlich. So etwas gibt es wirklich! Ob es allerdings tatsächlich fürs Gelände taugt, darüber lässt sich sicher streiten.

Reifenmarkierung.jpg

Hier wurde die Lage der Verschleißanzeige nicht mit TWI gekennzeichnet, sondern durch ein kleines Dreieck.

(Foto: Wikipedia/smial (talk)/FAL)

TWI: Da geht's rund. Denn der Tread Wear Indicator ist die Reifenverschleißanzeige. Das Kürzel TWI steht mehrere Male auf der Reifenflanke - an den Stellen nämlich, wo sich in den Rillen des Hauptprofils kleine Stege befinden. Diese Stege sind der Indikator. Denn ist der Reifen so weit abgefahren, dass der Steg mit dem Profil eine Ebene bildet, muss der Reifen ersetzt werden.

VTG: Damit geht die Post ab, denn der VTG ist ein Turbolader - der Variable-Turbinengeometrie-Lader. Er hat verstellbare Leitschaufeln, welche wie Segel arbeiten. Bei niedrigen Drehzahlen stellen sich diese in den Abgasstrom und erhöhen so das Drehmoment. Bei hohen Drehzahlen hingegen stehen die Schaufeln beinahe parallel zur Strömung. So wird das Turbinenrad immer optimal durch angeströmt, auch wenn die Abgasmenge variiert.

WRC: Damit bleiben wir beim Turbo. WRC sind nämlich die World Rally Cars. Das ist die Rallye-Serie, bei der die Karosserie der Wagen weitgehend mit den Serienmodellen übereinstimmen muss. Die Maximalgeschwindigkeit der Wagen liegt bei rund 200 km/h.

ZV: Und tschüss! Mit der ZV, der Zentralverriegelung, lassen sich alle Türen eines Fahrzeugs auf einmal verschließen - per Fernbedienung.

Quelle: n-tv.de, asc

Mehr zum Thema