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Primavera 125 Red Vespa-Sondermodell fahren und Gutes tun

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Mit dem Red-Label verweist Vespa darauf, dass man beim Kauf der Primavera 125 Red auch etwas Gutes tut.

(Foto: RKM)

Wenn man rotsieht, ist man auch mit der Vespa Primavera 125 Red nicht gleich am Durchdrehen. Schon gar nicht an einer Ampel. Mitunter dient die Farbe Rot einfach nur einem guten Zweck. Und so heißt es hier: Fahren und Gutes tun.

Lässigen Kult fahren und dabei entspannt Gutes tun - das geht bestens mit dem Sondermodell der Vespa Primavera 125 Red, das der Piaggio-Konzern zusammen mit der Wohltätigkeitsorganisation "Product Red" für den Modelljahrgang 2021 auflegt. Die 2006 unter anderem von Bono, Frontmann von U2, begründete Initiative hat sich dem Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose verschrieben und als Erkennungszeichen die Farbe Rot gewählt.

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Die Vespa Primavera 125 Red fällt nicht nur auf, sie schwimmt auch ganz famos im Stadtverkehr mit.

(Foto: RKM)

Nachdem die Italiener bereits 2017 eine Sonderserie ihrer sündhaft teuren 946 aufgelegt hatten, breitet sich die internationale Kooperation nun in nicht so exklusive Segmente des italienischen Produktportfolios aus: Mit einer rundum geröteten Vespa Primavera 125 Red können sich nun auch weniger Betuchte die beschriebene Kombination aus Fahrspaß und Wohltätigkeit leisten. Dafür wird die Farbe Rot aus dem Spektrum der "normalen" Serien-Primaveras gestrichen.

Der Name ist Programm

Beim Sondermodell ist der Name Programm: Alles ist in rote Farbe getaucht, nicht nur die Kunststoffteile oder die Blechkarosse. Auch die Felgen, der Kotflügel vorn und sogar die Sitzbank sind rot gehalten, nur die Felgenränder, Reling, Spiegel und Zierleisten sind Silber. Manch einem ist das eine Spur zu viel, doch bei Verwendung einer Komplementärfarbe wäre das begehrte Red-Label futsch. Doch der 2021er-Jahrgang hat mehr als nur Farbe zu bieten, denn der überarbeitete, nach Euro 5 homologierte Antrieb weist tatsächlich kleinere Änderungen auf: Der konstruktiv unveränderte luftgekühlte Dreiventiler zeigt sich minimal erstarkt auf 11 PS, gleichzeitig geriet die Einstiegs-Vespa leichter, nicht zuletzt wegen einer kleineren Batterie.

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Ein Plus der Primavera 125 Red ist auch ihre kinderleichte Handhabung.

(Foto: RKM)

Dessen ungeachtet springt der luftgekühlte Single auch bei wenig optimalen Witterungsbedingungen spontan an und ist sofort abfahrbereit. Die Vespa nimmt zügig Tempo auf und reagiert angemessen auf Gasgriffänderungen. Klar, ein Ampelsprinter wird die schmale Italienerin durch die Modifikationen nicht, doch kann sie sich im Großstadtgewühl durchaus behaupten.

Das liegt weniger an der Spritzigkeit als an dem kinderleichten Handling und der herzerfrischenden Agilität, mit der der 126 Kilogramm leichte Automatikroller auf kleinen Zwölfzollrädern durch den Feierabendverkehr tänzelt. Bei 90 km/h Spitzentempo braucht sich die Primavera auch auf den Ausfallstraßen nicht zu verstecken, nur über Land sollte das Überholen nur auf gut einsehbaren Streckenabschnitten erfolgen. Tadellose Manieren wie ein vibrationsfreier Motorlauf, die dezente Geräuschkulisse und ein mit 3,1 Liter auf 100 Kilometer relativ sparsamer Umgang mit dem Brennstoff adeln das Achtelliteraggregat zusätzlich.

Vorzügliche Fahrerintegration

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5000 Euro für das feuerrote Spielmobil sind auch mit Blick auf die gute Tat eine ganze Stange Geld.

(Foto: RKM)

Keine zwei Meinungen gibt es zu der vorzüglichen Fahrerintegration, die von der Vespa-typischen Konstruktion mit durchgehender Stahlkarosse und dem flachen Trittbrett traditionell herrührt: Auf der mäßig gestuften Sitzbank finden selbst Großgewachsene ein ausnehmend bequemes Plätzchen mit viel Bewegungsfreiheit vor. Beeindrucken kann ebenfalls der Fahrkomfort, den die von vielen als antiquiert verschriene gezogene Schwinge am Vorderrad bietet: Sehr sensibel verarbeitet sie auch derbes Kopfsteinpflaster und hält sogar dann noch tadellos die Spur, wenn der vergleichsweise frühe ABS-Eingriff ein blockierendes Vorderrad verhindert. Schade nur, dass die Primavera hinten lediglich mit einer schlecht dosierbaren Trommel verzögert.

Funktional ist das Sondermodell also eine Primavera mit allen Vor- und Nachteilen, nur eben einen Hauch exklusiver. Bei der Ausstattung hält die Red mit dem Niveau der Basismodelle locker mit dank kompletter LED-Beleuchtung einschließlich der schick integrierten Blinker. Auch das kleine Handschuhfach, das eine USB-Ladebuchse beherbergt und sich über das Zündschloss öffnen lässt, ist an Bord. Allerdings könnte man beim Preis von 5000 Euro für einen 125er-Roller, der nicht einmal das erlaubte Limit ausschöpft, mitunter rotsehen - das kann auch die Beigabe in Form eines limitierten T-Shirts, natürlich in Rot, nur wenig abmildern.

Quelle: ntv.de, Thilo Kozik, sp-x