Gebrauchte

Der kleine Golf VW Polo - gebraucht besser als der Rest?

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Seit mehr als 40 Jahren ist der VW Polo der kleine Bruder vom Golf. Über die Jahre ist er gewachsen und als Gebrauchter gefragt.

(Foto: VW)

Der VW Polo gehört zu den zeitlosen Autos. Das macht ihn, neben vergleichsweise viel Platz als Gebrauchten attraktiv. Die Auswahl ist groß. Dennoch sollte man aufmerksam sein, denn ganz fehlerfrei zeigt er sich beim TÜV nicht.

Der VW Polo hat sich seit seinem Debüt im Jahr 1975 vom kleinen Sparauto zu einem Minime seines größeren Bruders Golf entwickelt. Schon die fünfte Generation, die von 2009 bis 2017 angeboten wurde, stand dem kompakten Bestseller aus Wolfsburg nur noch in der Größe nach.

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Hinter der Heckklappe bietet der VW Polo 280 bis 925 Liter Kofferraumvolumen.

(Foto: VW)

Und dabei hat der als Dreitürer oder gegen Aufpreis als Fünftürer erhältliche Polo gegenüber seinen Vorgängern in der Länge ordentlich zugelegt. Unterdessen kratzt der Kleinwagen bereits an der 4-Meter-Marke. Der Kofferraum des Steilheckmodells fast 280 Liter, klappt man die Rückenlehnen um, tun sich bis zu 952 Liter Ladevolumen auf.

Im Innenraum bietet der Polo dann auch vergleichsweise viel Platz, selbst im Fond können Erwachsene recht ordentlich sitzen, wofür auch die großzügigen Beinauflagen sorgen. Das Interieur ist spätestens seit dem Facelift 2014 an dem des Golfs ausgerichtet, die Bedienelemente und -logik kennt man ebenfalls aus dem Kompakten. Der Polo punktet durch eine gute Dämmung, sodass die Geräuschkulisse im Innenraum, ganz gegen die Erfahrung mit anderen Fahrzeugen dieser Klasse, sehr leise ist.

Von sparsam bis knackig

Interessenten finden von der Basisversion mit 60 PS bis zum Kracher R WRC mit 220 PS ein breit gefächertes Angebot von Benzinern- und Dieselaggregaten mit drei- oder vier Zylindern. Darunter befinden sich auch Spritsparmodelle aus der Reihe "BlueMotion".

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Wer es im Inneren etwas kuschliger mag, der muss auch beim Polo auf die höheren Ausstattungslinien setzen.

(Foto: VW)

Nicht ganz so exotisch wie der R WRC sind die Polo GTI-Modelle, die auf 180 PS kommen. Seit Anfang 2015 leistet der Polo GTI mit einem 1,8-Liter-Triebwerk sogar 192 PS. Wahlweise steht für ihn ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bereit. Standardmäßig ist der Sportler an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt.

Ein Siebengang-DSG ist auch für die 1,2-Liter-Turbos (TSI) erhältlich. Der Vierzylinder ist in den Ausbaustufen mit 90 PS und 105 PS, seit 2014 mit 110 PS erhältlich. Der 1,4-TSI kommt auf 140 PS, seit 2014 mit 150 PS daher.

Auf der Dieselseite spannt sich das Leistungsangebot von 75 PS bis 105 PS. Standardmäßig erfolgt die Kraftübertragung über ein manuelles Fünfganggetriebe. Wer weder Benzin noch Diesel tanken möchte, kann nach der Autogasvariante Ausschau halten. Der 82 PS leistende Benziner verfügt als „Bi-Fuel“ zusätzlich zum Benzintank über einen 45 Liter fassenden Autogastank. Diese Variante war mit Unterbrechung bis zum Facelift im Angebot.

Magere Basisausstattung

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Seit 2014 ist das Multimediasystem des Polo auch für die Einbindung einiger Smartphone-Apps geeignet.

(Foto: VW)

Das Basiskomfortniveau (Trendline) ist mager ausgestattet. Auf eine Klimaanlage muss man hier genauso verzichten wie auf ein Radio. 14-Zoll-Stahlräder sind Standard. Immerhin an Bord: ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Die Annehmlichkeiten werden nicht ganz überraschend mit den höheren Ausstattungslinien (Comfortline und Highline) besser.

Es gibt unter anderem elektrisch einstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie eine asymmetrisch geteilte Rücksitzbank. Im höchsten Level fährt der Polo mit Alus und Nebelscheinwerfern vor, das Lenkrad und der Schalthebel sind aus Leder. In puncto Sicherheit erreichte der Polo 2009 fünf Sterne beim NCAP-Crashtest.

Technisch am Puls der Zeit

Seit 2014 ist die Einbindung von einigen Smartphone-Apps über den 12,7-Zentimeter-Touchscreen möglich. Seit dem Facelift war der Polo auch mit zahlreichen Assistenten zu haben, darunter dem Abstandstempomat ACC sowie das Umfeldbeobachtungssystem "Front Assist".

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Im Alter neigt der Polo zu Ölverlust. Beim Fahrwerk fallen Federbrüche unangenehm auf.

(Foto: VW)

Letzteres warnt den Polo-Lenker mit Bild, Ton und kurzem Bremsimpuls, wenn er sich zu schnell einem Hindernis nähert – und bremst den Polo selbsttätig ab. Eine City-Notbremsfunktion, die bis Tempo 30, selbständig bei Kollisionsgefahr auf die Bremse tritt, war ebenfalls im Angebot.

Achtung Steuerkette

Hinsichtlich Zuverlässigkeit könnte der kleine Wolfburger besser sein. Die TÜV-Prüfer bemängeln Problem mit den Bremsen, die sich bereits bei vergleichsweise jungen Modellen zeigen. Außerdem neigt der Polo im Alter zu Ölverlust. Beim Fahrwerk fallen Federbrüche unangenehm auf.

Der Kleine besteht die Hauptuntersuchung bis zum Alter von 9 Jahren etwas besser als der Schnitt der untersuchten Fahrzeuge, hinsichtlich der Laufleistung liegt er unter den durchschnittlich gefahrenen Kilometern. Bei den TSI-Motoren sollte man auf Problemen mit der Steuerkette achten.

Fazit: Die Beliebtheit des kleinen VW spiegelt sich auch im großen Gebrauchtwagenangebot wider. Die Diesel-Fahrzeuge weisen oft eine hohe Fahrleistung auf, sind aber mit Preisen um 3000 Euro für neun Jahre alte Exemplare auch günstiger als gleichalte Benziner mit der Basismotorisierung. Wer einen TSI favorisiert, muss mindestens 4000 Euro investieren. Für einen gebrauchten GTI werden mindestens 7000 Euro fällig.


Quelle: ntv.de, hpr/sp-x