Der TagAttentat von Waldkraiburg: Verteidigung plädiert auf sieben Jahre
Nach den Anschlägen auf türkische Läden im oberbayerischen Waldkraiburg im Jahr 2020 fordert die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren für den mutmaßlichen Täter. Das teilte das Oberlandesgericht München mit. Die Bundesanwaltschaft hatte dreizehneinhalb Jahre beantragt. Sie wirft ihm unter anderem versuchten Mord in 31 Fällen, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung, unerlaubten Waffenbesitz und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Der Angeklagte soll aus Sicht der Anklagebehörde aber wegen seiner Schizophrenie in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.
Der Mann soll ein türkisches Lebensmittelgeschäft angezündet haben, über dem zahlreiche Menschen lebten. Außerdem soll er einen Brandanschlag auf die Wohnung des dortigen Imams verübt haben. Der Mann, der sich selbst als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bezeichnete, hatte die Taten weitgehend eingeräumt, allerdings entsprechende Planungen bestritten und von einer Spontantat gesprochen. Diese Argumentation bezeichnete die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer allerdings als Schutzbehauptung.