Der TagBVG kritisiert "FreiFahren"-App
Wer mit der App "FreiFahren" andere Fahrgäste im Berliner Nahverkehr vor Ticketkontrollen warnt, handelt aus Sicht der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) unsolidarisch. "Wer gezielt dazu beiträgt, das Fahren ohne gültigen Fahrausweis zu erleichtern, unterstützt aus Sicht der BVG ein unsolidarisches Verhalten, das zu Lasten unserer vielen ehrlichen Fahrgäste geht und einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursacht", teilt das Unternehmen mit.
Mit der App "FreiFahren" können Fahrgäste seit einiger Zeit melden, wenn sie auf einer bestimmten Strecke zu einer bestimmten Zeit Ticketkontrolleurinnen oder -kontrolleuren begegnen. Wer ohne Ticket unterwegs ist, kann diese Linie dann meiden. Nach Angaben von App-Entwickler Johan Trieloff hat das Programm rund 40.000 regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer.
Die Idee sei entstanden, nachdem er von den Tausenden Menschen gelesen habe, die jedes Jahr in einem deutschen Gefängnis säßen, weil sie ohne Ticket im Nahverkehr gefahren seien, sagte er der "taz". "Das sind meist Menschen, die unter sehr prekären Umständen leben und in deren Leben viel schiefgelaufen ist." Eigentlich müsste der Staat ihnen helfen. "Stattdessen errichtet er ein Kontrollregime im Nahverkehr, mit dem sie aktiv gejagt werden", sagte Trieloff.