Der TagBand Massive Attack erhält Einreiseverbot in Singapur - "surreale Erfahrung"
Singapur lässt Massive Attack nicht mehr ins Land. Robert "3D" Del Naja und Grant "Daddy G" Marshall, die beiden Gründungsmitglieder des britischen Trip-Hop-Projekts, dürfen den Stadtstaat künftig nicht mehr betreten. Das teilen die Polizei von Singapur und die Medienaufsichtsbehörde IMDA in einer gemeinsamen Erklärung mit. Auslöser war eine palästinensische Flagge, die die beiden Musiker bei ihrem Konzert auf der Bühne gezeigt hatten.
Ermittelt wurde gegen beide wegen "ihrer Handlungen zur Unterstützung einer politischen Sache und des Entrollens einer ausländischen Flagge". Nach Abschluss der Untersuchung und nach Rücksprache mit der Generalstaatsanwaltschaft sprach die Polizei "strenge Verwarnungen" aus. Der Veranstalter habe die Auflagen für den Abend vorab bestätigt, heißt es in der Erklärung. Dennoch hätten beide Musiker eine "ausländische Flagge" hochgehalten, einer von ihnen habe "Free Palestine" gerufen. Künftige Auftrittsanträge der Band werde man angesichts des Einreiseverbots nicht mehr genehmigen, so IMDA.
Die Band meldet sich auf Instagram zu Wort und schildert die Stunden nach dem Konzert aus ihrer Sicht. "Nach unserem Auftritt im Star Theatre in Singapur am 29. Juli waren wir überrascht und enttäuscht, dass unsere gesamte Band von der Polizei festgehalten, isoliert und getrennt voneinander befragt wurde. Bei einigen Mitgliedern wurden Hotelzimmer durchsucht und vorübergehend die Pässe einbehalten", heißt es. Die "surreale Erfahrung" sei eine "Erinnerung daran, wie wichtig es ist, universelle Menschenrechte und die Meinungsfreiheit zu verteidigen, wo immer diese Rechte bedroht sind".