CDU-Generalsekretär Linnemann: Zehn Krankenkassen in Deutschland reichen
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ist dafür, die meisten der derzeit 93 gesetzlichen Krankenkassen abzuschaffen. "Zehn Krankenkassen in Deutschland reichen", sagt Linnemann in der ntv-Sendung Frühstart. Die vielen Kassen würden aktuell in der Regel die gleichen Leistungen anbieten und damit einen großen Verwaltungsaufwand produzieren. "Wenn ich sehe, dass da Milliarden ausgegeben werden, für nichts, weil es keinen Wettbewerb gibt, dann müssen wir da ran und deswegen sind über 90 Krankenkassen zu viel." Der CDU-Generalsekretär regt an, vor allem kleinere Kassen auszusortieren. Als mögliche Schwelle nennt er 200.000 oder 250.000 Versicherte.
Deutschland habe zugleich ein sehr teures und ineffizientes Gesundheitssystem, so Linnemann. Er lobt, dass Gesundheitsministerin Warken die Vorschläge der GKV-Kommission weitgehend umsetzen wolle und fordert, mit den Einsparungen bei den Kassen über die Vorschläge hinauszugehen. Zudem sollten die Versicherten künftig nicht mehr für Bürgergeldempfänger zahlen müssen.
China entlässt bekannten Bürgerrechtler aus dem Gefängnis - Festnahme während Baerbock-Besuch
Nach drei Jahren hinter Gittern hat China den Bürgerrechtler und Anwalt Yu Wensheng aus dem Gefängnis entlassen. Er sei nach Peking zurückgekehrt, schreibt seine Frau auf X. Die EU habe die Freilassung zur Kenntnis genommen, erklärt ein Sprecher. "Wir befürchten, dass Yu Wensheng nach seiner Freilassung weiterhin Überwachung und Einschränkungen ausgesetzt sein wird", teilt die EU mit. Die EU fordere China auf, alle Rechte und Freiheiten Yus und seiner Frau Xu Yan uneingeschränkt zu achten, heißt es weiter.
Yus Fall hatte auch die Aufmerksamkeit der Bundesregierung auf sich gezogen. Im April 2023 war er mit seiner Frau Xu Yan in Peking während eines Besuchs der damaligen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock auf dem Weg zum Sitz der EU-Delegation festgenommen worden. Die Behörden hatten beiden vorgeworfen, Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben - eine Anschuldigung, die immer wieder erhoben wird, um Kritiker mundtot zu machen. Im Oktober 2024 hatte ein Gericht in der ostchinesischen Großstadt Suzhou beide wegen "Anstiftung zu Untergrabung der Staatsgewalt" verurteilt. Xu hatte eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten erhalten, Yu drei Jahre Haft.
Unbekannte schneiden Kabel durch - Zugverkehr im Ruhrgebiet gestört
Unbekannte haben in Gelsenkirchen Kabel an einer Bahnstrecke durchtrennt und so für starke Einschränkungen im Bahnverkehr in Teilen des Ruhrgebiets gesorgt. Die Hintergründe seien noch völlig unklar, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Die Bahn spricht von Vandalismusschäden.
Besonders betroffen seien Reisende am Hauptbahnhof Gelsenkirchen. Fernzüge werden nach Angaben der Bahn umgeleitet und halten nicht in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Oberhausen. ICE- und IC-Verbindungen zwischen Köln und Hamburg sowie zwischen Köln und Münster seien dadurch 20 Minuten länger unterwegs, teilt das Unternehmen mit. Im Regionalverkehr gebe es Einschränkungen und Ausfälle auf den Linien RE2, RE3, RE42, RB32, RB46 und S2. Auf einigen Linien sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Reisenden empfiehlt die Bahn, in der App oder der Online-Auskunft zu prüfen, wie sie trotz der Einschränkungen an ihr Ziel kommen.
Fremder Mann gibt sich als Romanfigur aus und dringt in Haus ein
Ein Hausbesitzer sieht über seine Überwachungskamera einen Fremden vor seinem Haus stehen. Der aggressive Mann nennt sich "Harry Dresden" und verschafft sich schließlich gewaltsam Zutritt. Nachdem der Bewohner nach Hause eilt, kommt es zur Eskalation. Beide Männer sind verletzt, als die Polizei eintrifft.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn spricht US-Vizepräsident JD Vance dennoch von echten Fortschritten. Er sieht jedoch den Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken. "Wir haben tatsächlich sehr klar gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen", sagt er dem Sender Fox News. Medienberichten zufolge liegen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander. Ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommt, ist noch offen. Unbestätigten Berichten zufolge steht ein zweites Treffen an diesem Donnerstag im Raum.
Zudem haben wir heute diese Themen auf dem Zettel:
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten nehmen die libanesische Regierung und Israel in Washington direkte Gespräche auf politischer Ebene auf. Zunächst werden neben US-Außenminister Marco Rubio die libanesische Botschafterin in den USA und der israelische Botschafter in Washington daran teilnehmen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) legt um 15.00 Uhr MESZ in Washington seine neue Prognose für die weitere Entwicklung der globalen Konjunktur vor. Für die Weltwirtschaft sieht es dabei nicht gut aus: Bereits vergangene Woche hatte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa eine Senkung angekündigt.
Passagiere der Lufthansa müssen weiterhin mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Vereinigung Cockpit setzt ihren am Montag begonnenen Streik fort. Die Piloten der Airline Eurowings sollten ihre Arbeit hingegen wieder aufnehmen.
In der Debatte über die Rechtmäßigkeit des Rundfunkbeitrags steht eine weitere juristische Runde an. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg verhandelt über die Frage, inwieweit das Gesamtprogrammangebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ausgewogen und vielfältig gestaltet ist. Neun Kläger wehren sich von heute an gegen Gebührenbescheide des SWR.
In Nürnberg spielen die DFB-Frauen um 18.15 Uhr gegen Österreich. Es geht um die nächsten Punkte in der Qualifikation für die WM 2027.
Im Prozess gegen einen Mann, der seine Freundin mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben soll, wird ab 10.00 Uhr das Urteil am Landgericht München I erwartet.
Mein Name ist Anne Renzenbrink und ich begleite Sie heute durch die erste Tageshälfte. Wie immer freue ich mich bei Fragen, Hinweisen und Kritik über Ihre Mail an: dertag(at)ntv.de. Auf geht's!
Verwicklung in Putschversuch - US-Behörde ICE nimmt Brasiliens Ex-Geheimdienstchef fest
Der wegen seiner Verwicklung in den Putschversuch in Brasilien verurteilte Ex-Geheimdienstchef Alexandre Ramagem ist in den USA festgenommen worden. Die US-Einwanderungsbehörde ICE habe einen flüchtigen Brasilianer in Gewahrsam genommen, der "wegen Bildung einer bewaffneten kriminellen Vereinigung, eines versuchten Staatsstreichs und versuchter gewaltsamer Aufhebung der Rechtsstaatlichkeit verurteilt wurde", teilte die brasilianische Bundespolizei am Montag mit. Aus Polizeikreisen wurde bestätigt, dass es sich um Ramagem handelt. Auf einer Liste der Festgenommenen auf der ICE-Website wird sein Name ebenfalls aufgeführt.
Der 53-Jährige diente unter dem rechtsradikalen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro als Geheimdienstchef, später saß er als Abgeordneter im Parlament. Im September 2025 wurde Ramagem wegen seiner Beteiligung an dem Putschversuch in Brasilien zu 16 Jahren Haft verurteilt. Ihm gelang aber die Flucht in die USA.
In Deutschland beginnt die Zeckensaison
Mit den steigenden Temperaturen in Deutschland werden Zecken wieder aktiver. Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind dieses Jahr bislang 918 Fälle von Lyme-Borreliose übermittelt worden (Stand: 13. April). Die meisten davon in Bayern (202), gefolgt von Sachsen (177), Sachsen-Anhalt (164) und Brandenburg (160). Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gab es dieses Jahr bislang elf, davon vier in Sachsen und vier in Baden-Württemberg sowie jeweils einen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Vergangenes Jahr lagen die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau: Es wurden deutschlandweit im selben Zeitraum 951 Borreliose- und 12 FSME-Fälle gemeldet. In Deutschland gibt es laut RKI mindestens 19 Arten von Schildzecken. Für die Übertragung unter anderem von Lyme-Borrelien und FSME-Viren verantwortlich ist vor allem die häufigste: der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Nicht jede Zecke trägt den Erreger in sich.