Konkurrenz für Musks StarlinkAmazon bietet Milliardensumme für Satellitenfirma Globalstar

Amazon baut sein Engagement im Weltall aus. Mehr als elf Milliarden Dollar bietet der Konzern für die Übernahme der Satellitenfirma Globalstar. Damit will der Online-Händler den Druck auf Elon Musks Starlink erhöhen.
Amazon will seinen Vorstoß ins All mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Globalstar beschleunigen. Der weltgrößte Online-Händler und Cloud-Anbieter baut gerade einen eigenen Satelliten-Internetdienst mit dem Namen Leo auf, der mit Starlink von Elon Musks SpaceX konkurrieren soll. Mit den Satelliten von Frequenzen von Globalstar werde man mit der Zeit unter anderem Satellitenkommunikation direkt auf Geräten der Nutzer ohne zusätzliche Empfänger anbieten können, hieß es.
Amazon bietet den Globalstar-Anteilseignern pro Aktie entweder 90 Dollar in bar oder 0,32 eigene Papiere im Wert von bis zu 90 Dollar. Es ist ein Aufschlag von mehr als 23 Prozent auf den Schlusskurs von Montag. Der Deal ist damit mehr als elf Milliarden Dollar schwer.
Globalstar betreibt dem Branchendienst Satellitemap zufolge 88 aktive Satelliten. Amazon komme auf 210 Trabanten für Daten- und Sprachübertragungen. In der finalen Ausbaustufe des ursprünglich Kuiper genannten Projekts Leo sollen 3200 Satelliten Kommunikationsverbindungen ermöglichen. Damit wäre Leo der größte Konkurrent von Starlink. Die Firma des Milliardärs Elon Musk ist Weltmarktführer mit mehr als 10.000 aktiven Satelliten. Starlink steuert 50 bis 80 Prozent zum Umsatz des Mutterkonzerns SpaceX bei. Dieser steht vor einem Mega-Börsengang.
Mobilfunk- und Datenverbindungen über Satellit gewinnen für zivile und militärische Anwendungsbereiche zunehmend an Bedeutung. So spielt Starlink im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Daneben kooperieren die Deutsche Telekom und ihre Tochter T-Mobile mit dem US-Unternehmen, um in abgelegenen Gebieten Satellitenverbindungen über herkömmliche Smartphones zu ermöglichen. Europa will seine technologische Unabhängigkeit mit dem Aufbau eines eigenen Netzwerks (Iris²) sicherstellen.