Der Tag
27. August 2026
imagemit Friederike Zörner
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06:56 Uhr

Expertin: Trump hat Kanada provoziert

Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa Ende vergangener Woche ist der Streit zwischen den Nachbarländern eskaliert. Die USA verhängten am Wochenende Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar (rund 17 Mrd. Euro). Kanada kündigte daraufhin Gegenzölle ungefähr im selben Wert an und legte ein milliardenschweres Hilfspaket für betroffene Branchen in Kanada auf. Nach Einschätzung der US-Expertin Laura von Daniels provozierte die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Kanadier im Handelsstreit mit harten Verhandlungspositionen. Die Forderungen reichten bis in den Bereich der Sprach- und Kulturpolitik, sagte die Politökonomin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Für den kanadischen Premierminister Mark Carney sei das eine Frage der Souveränität. "Einmischung in nationale Regulierung verbietet sich", sagte von Daniels. Zudem seien kanadische Verhandler als sehr robust bekannt, vor allem wenn es um Interessen kanadischer Milchproduzenten oder um die Stahl- und Auto-Industrie gehe. Man müsse aber auch sehen: "Bisher sind die neuen US-Zölle noch relativ milde und auf weniger wichtige Produkte begrenzt." Weiter gehende Zolldrohungen, bei denen es für Kanada richtig teuer würde, etwa bei Autos und Autoteilen, würden erst im Januar 2027 in Kraft treten. "Das lässt einigen zeitlichen Spielraum für weitere Verhandlungen."

Expertin: Trump hat Kanada provoziert
06:50 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen,

nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet müssen die örtlichen Behörden die Zahl der Toten und Vermissten immer weiter nach oben korrigieren. Stand jetzt werden nach Angaben aus Nepal 826 Menschen vermisst. Darunter seien mindestens 579 Touristen aus dem In- und Ausland, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit. Bisher wurden auf beiden Seiten der Grenze 165 Tote geborgen, in Tibet werden nach chinesischen Angaben bisher noch Menschen vermisst. Die Gesamtzahl in beiden Ländern beträgt nunmehr 1300 Vermisste.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS wurde die Sturzflut von einem Gletscherabbruch ausgelöst. Die USGS, die zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet hatte, erklärte, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen. Wir behalten die Lage in dem Katastrophengebiet für Sie im Blick.

Diese Themen stehen heute außerdem auf der Agenda:

  • Rente, Steuern, Krankschreibungen: In den nächsten Wochen haben die Bundestagsfraktionen von Union und SPD große Reformvorhaben auf dem Tisch. Am Aasee in Münster wollen sich die Fraktionsspitzen bis Freitag bei einer Klausur auf die Arbeit einschwören.

  • Bundeskanzler Friedrich Merz lädt zu einem kleinen EU-Gipfel zur Haushaltsplanung ein. Im Kanzleramt in Berlin treffen sich Staats- und Regierungschefs der Länder, die - wie Deutschland - den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Haushaltsansatz für 2028 bis 2034 deutlich verkleinern wollen. Dazu gehören die Niederlande, Dänemark, Österreich, Finnland, Belgien und Schweden.

  • Merz ist später zu Besuch beim RTL-Format "Am Tisch mit Friedrich Merz" (ab 22.15 Uhr bei RTL und im Stream bei RTL+). Der Bundeskanzler stellt sich den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern im Studio.

  • Der Grünen-Bundesvorstand geht bis Freitag in Berlin in Klausur. Um 11.30 Uhr geben die Bundesvorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak eine Erklärung ab.

  • Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" läuft um 12 Uhr in Wilhelmshaven zu einem Nato-Einsatz aus. Der Versorger schließt sich der Standing Nato Maritime Group 1 an, die aus Zerstörern und Fregatten besteht.

  • Um 9.30 Uhr tritt VW-Technik-Vorstand Thomas Schmall bei einer Betriebsversammlung im Werk Chemnitz vor die Belegschaft. Es geht um Pläne für Sparmaßnahmen bei VW.

  • Dänemarks Parlament stimmt über einen Gesetzentwurf ab, der eine Entschädigung für Grönländerinnen im sogenannten Spiralen-Skandal vorsieht.

  • Der SC Freiburg will im Heimspiel gegen den FC Motherwell um 18.45 Uhr (SWR) in die Ligaphase der Conference League einziehen. Freiburg hatte im Playoff-Duell das Hinspiel mit 3:1 gewonnen.

  • Die vier deutschen Klubs in der Champions League erfahren heute bei der Auslosung in Monaco ihre Gegner. Von 18 Uhr an werden im Grimaldi Forum mittels einer Software die Paarungen für Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und den VfB Stuttgart ermittelt.

Starten Sie gut in den Tag. Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum frühen Nachmittag versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de.

Das wird heute wichtig
06:33 Uhr

Heidi Reichinnek stellt CDU Bedingungen für Zusammenarbeit

In ihrem Heimatland wird in wenigen Tagen gewählt. Nun stellt die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, der CDU in Sachsen-Anhalt Bedingungen für eine mögliche Zusammenarbeit im Falle einer Minderheitsregierung. "Wir werden mit niemandem zusammenarbeiten, der am Ende AfD-Politik umsetzen will", sagte Rechinnek der "Augsburger Allgemeinen". Die Linke wolle "Verbesserungen für die Menschen" erreichen. Ihre Forderungen müssten sich daher "klar im Haushalt niederschlagen, denn dort wird es für den Alltag der Menschen konkret".

Reichinnek verwies auf Sachsen, wo die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Konsultationsmechanismus mit allen im Landtag vertretenen Parteien außer der AfD zusammenarbeitet. Reichinnek kritisierte den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU für eine Kooperation mit der Linken, obwohl die Partei in Sachsen und Thüringen faktisch zusammenarbeite. "Dass die Union ihre Brandmauer zur Linken weiter hochzieht, während sie die zur AfD Stück für Stück zertrümmert, sagt ja auch eine Menge über diese Partei aus."

Heidi Reichinnek stellt CDU Bedingungen für Zusammenarbeit
05:56 Uhr

Trump erklärt nationalen Notstand - wegen Stromnetz

US-Präsident Donald Trump hat wegen ausländischer Technik im US-Stromnetz einen nationalen Notstand erklärt. Per Dekret untersagte er US-Unternehmen, bestimmte im Ausland hergestellte Teile zu kaufen, zu importieren oder in Stromerzeugungs- und Übertragungsanlagen in den USA zu installieren. Solche Teile könnten der US-Regierung zufolge technische "Hintertüren" enthalten, über die sie auf staatliche Anweisung gesteuert oder sogar abgeschaltet werden könnten. Trump verwies in diesem Zusammenhang auf den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) und die erforderlichen Rechenzentren, die extrem viel Strom verbrauchen. Eine stabile Stromversorgung sei daher wichtiger als je zuvor, erklärte Trump.

Das Verbot gilt für Länder, die einem US-Waffenembargo oder Sanktionen unterliegen oder nach Einschätzung Washingtons gegen US-Interessen verstoßen. China wird in dem Dekret zwar nicht namentlich genannt, in den USA wird aber schon seit Jahren über mögliche Sicherheitsrisiken wegen chinesischer Stromnetz-Komponenten diskutiert. Der Fall erinnert zudem an das Vorgehen gegen die chinesischen Konzerne Huawei und ZTE, die vom Ausbau der Mobilfunknetze in den USA ausgeschlossen worden waren.

Trump erklärt nationalen Notstand - wegen Stromnetz