mit Friederike ZörnerIn Sachen Kuba hat US-Außenminister Rubio "sich schlicht dafür entschieden, zu lügen"
Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Im Januar hatte das US-Militär den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela, der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas, seine Lieferungen an Havanna einstellte. Mit dieser Ölblockade gegen die kommunistisch regierte Karibikinsel hatte US-Präsident Donald Trump die dortige Krise zuletzt massiv verschärft. In den vergangenen Monaten kam es in Kuba wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
In dieser Gemengelage sagt US-Außenminister Marco Rubio einen Satz, der in Havanna ganz schlecht ankommt: "Es gibt an sich keine Ölblockade gegen Kuba", so Rubio am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Venezuela habe lediglich "beschlossen", Kuba "kein kostenloses Öl mehr" zu geben. Kuba habe früher kostenlos Öl aus Venezuela erhalten, erklärte der US-Außenminister. Die Führung in Havanna habe jedoch etwa 60 Prozent dieses Öls im Gegenzug für Bargeld verkauft. "Es kam der Bevölkerung überhaupt nicht zugute". Die Regierung in Havanna ließ das nicht lange auf sich sitzen und warf Rubio vor, bezüglich der Ölblockade gegen Kuba zu lügen. Rubio habe "sich schlicht dafür entschieden, zu lügen" und "widerspricht dem Präsidenten und der Sprecherin des Weißen Hauses", erklärte der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez im Onlinedienst X.
Cheyenne Ochsenknecht seit mehreren Jahren Opfer von Dickpics
Cheyenne Ochsenknecht hat in den vergangenen Jahren das erlebt, was viel zu viele Frauen ebenfalls schon mitmachen mussten. Auf Instagram berichtet die Tochter von Uwe und Natascha Ochsenknecht, dass Männer ihr immer wieder ungefragt Dickpics, also Fotos von deren Penis, schicken. Die 25-Jährige hat sich gegen die sexuelle Belästigung gewehrt, ihr Konto wurde allerdings deshalb eingeschränkt.
Auf der Social-Media-Plattform macht Ochsenknecht ihrem Ärger Luft. "Ich bin auf 180", erzählt sie in einer Story. Sie habe vor wenigen Wochen ein solches Foto mit Name und Instagram-Profilbild veröffentlicht, "weil ich einfach seit Jahren schon Opfer von Dickpics bin". Ochsenknecht habe sich zur Aufgabe gemacht, solche Bilder stets zu posten, da sie wolle, "dass jeder weiß, dass so ein Mensch so etwas tut. Dass wir Frauen einfach sehr oft Opfer sind, und auch meistens Opfer sind." Nach dem Posten sei sie von der Plattform ermahnt und die Story sei gelöscht worden, weil sie gegen die Richtlinien verstoße. Am 5. Mai wollte sie eine Kooperation auf der Plattform veröffentlichen, musste dann allerdings feststellen, dass ihr Konto zeitweise eingeschränkt wurde. "Muss man sich mal reinziehen: Also ich werde Opfer von Dickpics auf Instagram, weil Instagram es immer noch nicht auf die Reihe bekommen hat, dass man solche Fotos bei den Chats einfach nicht verschicken darf. [...] Und ich werde jetzt gesperrt", resümiert Ochsenknecht. Der Mann, von dem das Bild ursprünglich stammt, sei aber noch online: "Also der Mann, der mir Penisbilder schickt, wird nicht gesperrt [...]." Sie schreibt dazu, dass dies doch ein "schlechter Scherz" sei.
Unter anderem das Projekt "dickstinction.com" von HateAid kann helfen, wenn man Opfer dieser Form digitaler Gewalt geworden ist. Das Portal hilft dabei, eine Strafanzeige vorzubereiten, damit diese direkt ausgedruckt und bei der Polizei eingereicht werden kann. Beratung und und Hilfe für Frauen bietet anonym und kostenfrei etwa das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der 116 016 rund um die Uhr.
"Jung und Stark": Razzia gegen Neonazis
In Nordrhein-Westfalen laufen seit dem frühen Morgen in mehreren Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Es gebe zehn Beschuldigte, hieß es aus Sicherheitskreisen. Sie seien alle deutsche Staatsbürger. Einer der Beschuldigten sei wegen einer anderen Angelegenheit bereits zuvor in Untersuchungshaft gekommen. Die Maßnahmen in landesweit acht Städten richteten sich den Angaben zufolge gegen die Gruppe "Jung und Stark". An der Aufklärung der Gruppe war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.
Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils sehr jungen Neonazis, etwa bei Angriffen auf Paraden zum Christopher Street Day, der den Rechten von lesbischen, schwulen und anderen queeren Menschen gewidmet ist.
Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: "Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben." Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.
Die größte dieser Gruppen war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen "Jung und Stark" mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich.
Auch die Gruppe "Deutsche Jugend Voran" ist im Visier der Ermittler. Schätzungsweise mehr als hundert Menschen fühlen sich demnach dieser Gruppe zugehörig.
Weitere relevante Vereinigungen seien "Der Störtrupp" sowie die Gruppe "Letzte Verteidigungswelle". Mutmaßliche Angehörige der "Letzten Verteidigungswelle" stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.
Update 08.37 Uhr: Inzwischen laufen in zwölf Bundesländern Durchsuchungen - ausgenommen sind Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen. 36 Personen werde die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen "Jung und Stark" sowie "Deutsche Jugend voran" vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe.
Dax-Konzern Daimler Truck: Gewinn um 80 Prozent eingebrochen
Der Gewinn beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 80 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.
Trump zeigt neues Logo von (N)ICE
Es ist ein perfides Wortspiel, das für die Opfer der rigiden Einwanderungspolitik der Trump-Administration und die Angehörigen der Toten nach Schusswaffengebrauch durch US-Beamte wie blanker Hohn klingen mag: Die berüchtigte Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) soll mit dem Zusatz "National" zukünftig unter der Abkürzung NICE firmieren (zu deutsch: nett). Das entsprechende Logo teilte US-Präsident Donald Trump auf Truth Social.
Beamte waren in den vergangenen Monaten wegen tödlicher Schüsse auf zwei US-Amerikaner und dem rigorosen Vorgehen gegen Migranten in die Negativschlagzeilen gerutscht. Vor allem in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota eskalierte die Situation. Der für die Einsätze zuständige Hardliner Gregory Bovino musste daraufhin gehen. Sein Nachfolger, der Grenzschutz-Kommandeur Tom Homan, setzte den Razzien in Minnesota ein Ende und sorgte so für eine Entspannung der Lage. Bei einer Anhörung im Kongress im Februar sagte Direktor Todd Lyons, ICE habe im ersten Jahr der Trump-Regierung 379.000 Festnahmen vorgenommen und mehr als 475.000 Menschen aus den USA abgeschoben.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen,
es ist ein Jubiläum in einer denkbar schwierigen Lage: Die schwarz-rote Regierung versinkt ein Jahr nach ihrem Amtsantritt im Streit. Die Koalitionspartner liegen im Dauerclinch, in keiner Umfrage haben CDU/CSU und SPD noch eine Mehrheit, mehrere Erhebungen (darunter auch dsa Trendbarometer von RTL/ntv) sehen die AfD als größte Oppositionspartei vor der Union.
Besonders unter Druck steht Kanzler Friedrich Merz, dessen Beliebtheitswerte weiter sinken. Am Jahrestag kommt das Kabinett nun zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen. Trotz aller Spannungen: Das Treffen mit seinen Ministerinnen und Ministern im Kanzleramt will Merz zu einer "ganz normalen" Arbeitssitzung machen, wie er am Vorabend ankündigte. Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Koalition erteilte er eine klare Absage.
Diese Themen stehen heute auf der Agenda:
Zeigt die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einseitig ausgerufene Waffenruhe im Krieg mit Russland Wirkung? Der Staatschef hatte den Beginn auf 0 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23 Uhr MESZ) festgesetzt. Ob die Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden, muss sich nun zeigen.
Überschattet von der Blockade der Straße von Hormus und neuen Zollandrohungen der USA kommen die G7-Handelsminister um 08.30 Uhr in Paris zusammen.
Die Grünen und die CDU stellen in Baden-Württemberg ihren Koalitionsvertrag für die nächsten fünf Jahre vor.
In Mainz wird um 12 Uhr der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD in Rheinland-Pfalz unterzeichnet.
Teures Kerosin, streikende Crews und eine anstehende Strukturreform: Die Deutsche Lufthansa AG legt um 7 Uhr ihre Zahlen für das in mehrerlei Hinsicht schwierige erste Quartal des laufenden Jahres vor.
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund informiert in Hannover um 10.45 Uhr über Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung am ärztlichen Arbeitsplatz.
Der FC Bayern München kann heute erstmals seit 2020 wieder ins Finale der Champions League einziehen. Dafür muss der deutsche Fußball-Meister im Rückspiel vor heimischer Kulisse Titelverteidiger Paris Saint-Germain besiegen (21 Uhr). PSG geht nach dem 5:4-Spektakel vor einer Woche mit einem Tor Vorsprung in das Duell. Kommen die Bayern ins Endspiel, könnten sie wie 2013 und 2020 das Triple gewinnen.
Und um diese Themen kümmern sich unter anderem meine Kolleginnen und Kollegen bei Deutschland am Morgen:
Kann man die Frau lieben, die das eigene Kind getötet haben soll? Vor dem Rostocker Landgericht läuft der Prozess um den achtjährigen Fabian, der im vergangenen Oktober einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Angeklagt ist die Ex-Freundin des Vaters. Der sagt aktuell als Zeuge aus und hält Gina H. für unschuldig und steht weiter zu ihr. Obwohl die Beweise erdrückend sein sollen.
Die Asiatische Hornisse breitet sich seit Jahren in Europa aus. Nordrhein-Westfalen reagiert drastisch: Für jedes entfernte Nest gibt es bis zu 300 Euro.
In Hamburg steigt aktuell das größte Klassentreffen der Digital‑Szene. Bei der Messe "Online Marketing Rockstars" (OMR) geht es in diesem Jahr um Influencer-Marketing, E-Commerce und Künstliche Intelligenz. 70.000 Teilnehmer werden erwartet, und darunter sind auch einige hochkarätige Gäste.
Heißhunger, wer kennt ihn nicht?! Nachmittags ein paar Süßigkeiten oder abends den Kühlschrank plündern. Eine aktuelle Studie zeigt, wann der Heißhunger am größten ist. Das Thema am Morgen bei Deutschland am Morgen.
Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum frühen Nachmittag versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de. Starten Sie gut in den Tag.
Fabians Vater flirtet im Gerichtssaal mit Mordverdächtiger
Vor den Augen der trauernden Mutter kommt es im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian zu befremdlichen Szenen. Der Vater des Opfers tauscht Flirtereien mit der Angeklagten aus, mit der er sich "in der Haft wieder angenähert" habe. Eine Psychologin erklärt sein Verhalten als eine Form der Realitätsverweigerung.
Auto durchbricht Hauswand und landet in der Küche
Ein tonnenschwerer Pick-up ist rückwärts in ein Mehrfamilienhaus im Ruhrgebiet gekracht und hat die Fassade des Gebäudes durchbrochen. Das Heck des Wagens landete am Dienstagnachmittag in der Küche einer Wohnung im Erdgeschoss, die zum Zeitpunkt des Unfalls laut Feuerwehr leer stand. Der Fahrer wurde nicht verletzt, auch sonst kam niemand zu Schaden.
Der Unfall in Ennepetal geschah den Angaben zufolge bei Reparaturarbeiten an dem etwa dreieinhalb Tonnen schweren Fahrzeug. Nähere Details konnte die Polizei bislang nicht nennen, sie ermittelt noch zur genauen Ursache. Nachdem Baustatiker das Gebäude überprüft hatten, bauten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk eine Holzrampe, um den Pick-up zu bergen. Teile des Hauses wurden abgestützt, die Fassade wurde notdürftig abgedichtet.