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"Moralische Verpflichtung"Kreuzfahrtschiff mit Hantavirus darf nach Spanien

06.05.2026, 03:22 Uhr
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Einige Betroffene werden demnächst vom Kreuzfahrtschiff evakuiert. Für die meisten anderen geht die Fahrt weiter Richtung Kanaren. (Foto: AP)

Nach mehreren Todesfällen durch Hantavirus-Infektionen ankert das Kreuzfahrtschiff "Hondius" derzeit vor Kap Verde. Doch dort können Crew und Passagiere nicht von Bord gehen. Spanien erklärt sich zur Hilfe bereit.

Spanien hat dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiff "Hondius" das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten, teilte das Ministerium weiter mit. Die übrigen Passagiere werden demnach mit dem Kreuzfahrtschiff zu den Kanarischen Inseln fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen werden. 

Kanaren sind der nächstgelegene Ort mit Kapazitäten

Die Weltgesundheitsorganisation hatte erklärt, dass Kap Verde - ein kleiner Inselstaat vor Westafrika - diesen Einsatz nicht selbst durchführen kann. Die Kanarischen Inseln seien der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten, so das spanische Ministerium. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen; darunter seien auch mehrere spanische Staatsbürger. Deshalb habe die Regierung in Madrid auch zugestimmt, dass der Arzt der "Hondius", der sich in kritischem Zustand befinde, noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

Welchen Hafen auf den vor der Westküste Nordafrikas liegenden Kanaren das Kreuzfahrtschiff anlaufen wird, steht noch nicht fest. Dort angekommen, sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht werden.

Drei Infizierte sollen in die Niederlande geflogen werden

Bislang sind drei Passagiere der unter niederländischer Flagge fahrenden "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland, bei der es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau handelt. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.

Das niederländische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, drei Erkrankte sollten von Bord der "Hondius" geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden. Zu ihnen gehöre ein Niederländer. Dies solle "so schnell wie möglich geschehen", teilte das Ministerium mit. 

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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