Der TagForscher: Vergesellschaftung könnte Mieten in Berlin bremsen
Die von der Linken in Berlin geplante Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen kann nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sozialpolitisch sinnvoll und wirtschaftlich tragbar sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.
Demnach werde eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände zwar den Wohnraummangel in Deutschlands Großstädten nicht beheben. Dazu brauche es Neubau in großem Stil. "Dennoch kann die Vergesellschaftung als ergänzendes Element sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern", berichtete die Stiftung in Düsseldorf.
Die bei einer Überführung von rund 210.000 Wohnungen in Gemeineigentum fällige Entschädigung für die privaten Wohnungsunternehmen veranschlagen die Forscher auf rund 13,5 Milliarden Euro. "Bei kluger Ausgestaltung der Vergesellschaftung wäre das ohne Kürzungen im Berliner Landeshaushalt finanzierbar", hieß es weiter. Über die fällige Entschädigungssumme wird regelmäßig diskutiert.Laut IMK reicht die Spannweite der Schätzungen von etwa 10 Milliarden bis zu 36 Milliarden Euro.