Der TagIranerinnen ohne Kopftuch bei Lauf - Strafverfahren gegen Organisatoren
Das iranische Regime schreibt Frauen eine strikte Kleiderordnung vor. Doch seit dem gewaltsamen Tod der Iranerin Mahsa Amini im September 2022 widersetzen sich immer mehr Frauen - vor allem in der Hauptstadt Teheran - den Vorschriften und zeigen sich mit lockerem oder sogar ohne Kopftuch. Nun haben erneut unverschleierte Frauen an einem Marathon teilgenommen und das ruft die Behörden auf den Plan: Wie die Justiz in Teheran auf ihrer Website "Misan Online" mitteilt, seien "gesetzliche und religiöse Vorgaben nicht eingehalten" worden. Die Staatsanwaltschaft von Teheran habe gegen die an der Organisation und Ausführung der Veranstaltung Beteiligten "Strafanzeige erstattet und ein gerichtliches Verfahren eröffnet". Der Lauf namens Tehrun über zehn Kilometer fand am vergangenen Freitag statt - am selben Tag wie eine Militärparade im Rahmen einer Mobilisierungskampagne unter dem Motto "Dschanfada" (Opfer für das Vaterland). Bereits im vergangenen Jahr hatten die iranischen Behörden zwei Organisatoren eines Marathons auf der Insel Kisch festgenommen, nachdem auch dort Frauen ohne Hidschab an dem Wettbewerb teilgenommen hatten.