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Hollywood made in Russia "Flucht aus Leningrad" beeindruckt

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"Flucht aus Leningrad" ist fesselndes Heimkino.

(Foto: Capelight)

Die Grauen des Zweiten Weltkriegs bieten für die Filmindustrie nahezu unendlich viel Stoff: Dramen, Liebesfilme, Actionreißer, Helden-Epen. "Flucht aus Leningrad" bietet all das in einem - großes Kino aus Russland.

"Am 17. September 1941 kommen beim Untergang des Frachtschiffs '752' in der Ladogasee bei Leningrad mehr als 1200 Menschen ums Leben. Der Kapitän des Schleppers 'Orjol', Iwan Jarofeew, erhielt für die Rettung von mehr als 200 Menschen den Orden des Roten Sterns." So lautet der Abspann des russischen Films "Flucht aus Leningrad". Er erzählt spannungsgeladen und mitreißend von der Tragödie, die sich in der Nacht vom 16. auf den 17. September 1941 auf dem größten See Europas ereignet hat. Verpackt ist das Ganze in einem Liebesdrama.

 

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"Flucht aus Leningrad" ist bei Capelight auf BD und DVD erschienen.

(Foto: Capelight)

Im Mittelpunkt stehen die beiden jungen Verliebten Kostja (Andrej Mironow-Udalow) und Nastja (Maria Melnikowa). Sie kennen sich erst nur wenige Wochen, wissen aber schon, dass sie füreinander bestimmt sind. Und sie wissen auch, dass sie Leningrad verlassen müssen, denn der Metropole droht eine Belagerung durch die deutsche Wehrmacht - das Grauen des Zweiten Weltkriegs hat die Stadt und ihre Menschen erreicht. Nastja lässt ihre Mutter zurück, die für den Nachrichtendienst arbeitet und ihre Tochter nur widerwillig ziehen lässt ("Mein Vater pflegte immer zu sagen: Aus St. Petersburg wegzuziehen, ist vergleichbar mit einem Tier, das seinen Lebensraum wechselt. Als würde man einen Elefanten unter Wasser leben lassen. Es ist unmöglich!").

Kostja ist Kadett in der Armee und sein Vater Oberst Gorelow hat den Auftrag, so viele Menschen und Soldaten wie nur möglich aus Leningrad herauszuholen. Dabei gibt es jedoch zwei Probleme: Zum einen ist die Evakuierung der Stadt nur auf dem Wasserweg, über den nahegelegenen Ladogasee, möglich. Zum anderen gibt es am Ufer des Sees nur alte, heruntergekommene Frachtschiffe. Das Wort Seelenverkäufer benutzt Gorelow zwar nicht, es beschreibt den Zustand der meisten Boote aber perfekt.

Eine Schicksalsnacht

Und so finden sich Kostja und Nastja wie Tausende andere Menschen und Soldaten am Ufer des Sees ein, die Rettung auf dem Frachtkahn "752" vor Augen. Gorelow erteilt dem Kapitän den Befehl, so viele Menschen wie nur möglich an Bord zu holen. Auf dem Schiff, das sonst Schweine transportiert, werden sich am Ende des Tages rund 1500 Menschen befinden. Der Kapitän wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass das zu viele seien, das Schiff untergehen werde ("Es geht verdammt nochmal um Menschenleben!"). Gorelow beruhigt ihn: Er kenne die Situation. Aber sein Sohn Kostja sei auch an Bord und welcher Vater würde seinen Sohn in den sicheren Tod schicken?

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Kadett Kostja bleibt auf dem Frachter, Befehl von "oben".

(Foto: Capelight)

Gorelow auf alle Fälle nicht. Vielmehr will er Kostja so lange wie nur möglich aus den Kriegswirren heraus- und von den Kämpfen an der Front fernhalten. In Kostjas Trupp kommt das nicht gut an. Der junge Kadett hat als Sohn des Obersten bereits einen schweren Stand unter seinen Kameraden. Als diese dann auch noch das Schiff für einen Einsatz wieder verlassen müssen und nur Kostja an Bord zurückbleibt, scheint die Lage klar: Kostja hat desertiert, das Kriegsgericht soll sich seiner annehmen.

Aber Kostja hat bald ganz andere Probleme: Die Überfahrt, die in der Regel zwölf Stunden dauert, muss in zehn Stunden geschafft sein, denn nur so lange dauert die Nacht und der mit ihr verbundene Funken Hoffnung, dass die deutsche Luftwaffe sie nicht entdeckt. Der Ladogasee ist groß, die Deutschen können nicht überall aufpassen. Doch die vermeintlich sichere Nacht bringt auch einen Sturm mit sich, der dem Frachter zusetzt, und als er per Funk einen Hilferuf absetzt, hören diesen auch die Deutschen - der Feind schickt Jagdflugzeuge in die Luft. Das Schicksal des Frachters "752" mit seinen rund 1500 Menschen an Bord scheint besiegelt. Aber zum Glück ist Kadett Kostja noch an Bord und kann mit einem Gewehr umgehen - und zum Glück gibt es den Kapitän des Schleppers "Orjol", der den Hilferuf der "752" auch gehört hat und sich aller Widrigkeiten zum Trotz auf den Weg zu dem in Seenot steckenden Frachter macht.

Liebesdrama, Actionfilm, Weltkriegs-Epos

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Nastja ist Kostjas große Liebe.

(Foto: Capelight)

"Flucht aus Leningrad" ist großes Kino. Das hat auch Hollywood erkannt, Universal übernahm den internationalen Vertrieb. Dank Capelight steht er nun auch für die deutschen Heimkinos bereit - und dürfte da auf eine rege Nachfrage stoßen, denn der Film des Regisseurs Alexei Kozlow hat alles, was ein guter Film haben muss: Liebe, Drama, Familie, Action, große Bilder, kleine Randgeschichten.

Die Story fesselt bereits nach wenigen Minuten: Ein Intro mit einer deutlich in die Jahre gekommenen Nastja, die mit Tränen in den Augen einen Blick in die Vergangenheit wirft, dient als Spoiler, der gerade so viel verrät, dass man als Zuschauer nach mehr verlangt. Man will wissen, wie es mit Kostja und Nastja und ihrer Liebe weitergeht. Was aus Kostjas Trupp wird.

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Action bietet "Flucht aus Leningrad" auch.

Fans von großen Weltkriegs-Filmschlachten kommen bei "Flucht aus Leningrad" auch auf ihre Kosten. Wobei die Schlacht keine Schlacht ist, aber die Kämpfe dafür umso intensiver. Als Zuschauer hat man das Gefühl, direkt dabei zu sein. Man duckt sich unweigerlich, als die deutschen MG das Feuer eröffnen und ihre blutige Arbeit verrichten.

Am Ende des intensiven, weil bildgewaltigen und aufwühlenden Werks fragt sich der Zuschauer nur: Weshalb gibt es nicht mehr solcherlei Filme? Wieso muss es immer wieder Hollywood sein, das Heldenepen rund um den Zweiten Weltkrieg inszeniert? In aller Regel gekonnt zwar, doch auch auf der russischen Seite gibt es einige großartige Geschichten zu erzählen. "Flucht aus Leningrad" liefert den eindrucksvollen Beweis dafür.

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Quelle: n-tv.de

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