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"Es" kommt selten allein "Killerclown" ist "paranormaler Shitstorm"

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Kann man Dämonen-Clowns erschießen? Wäre witzig ...

Träume mit Clowns? Klingt erst einmal lustig. Wenn die Grimassenschneider dann aber im wahren Leben auftauchen und dir einen Ballon mit deinem Todeszeitpunkt schenken, hört der Spaß auf. Erst recht, wenn die ersten Leichen auftauchen.

Weiße Schminke im Gesicht, blutrote Lippen, ein grimassenhaftes Lächeln - und fertig ist der Clown. Der damit jahrzehntelang verbundene Spaß an Kindergeburtstagen tritt nunmehr seit mehreren Jahren allerdings mehr und mehr in den Hintergrund. Horror-Clowns erfreuen sich stattdessen erstaunlicher und wachsender Beliebtheit. Auch sie sind weiß geschminkt, haben rote Lippen und ein Grimassenlächeln. Nur erscheint es bei ihnen nicht allzu freundlich, sondern grotesk und gefährlich.

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"Killerclown" ist bei Tiberius erschienen.

Das Horrorgenre hat die Clowns für sich wiederentdeckt. Die mehr als 300 Millionen Dollar an den Kinokassen einspielende Neuverfilmung von Stephen Kings "Es" ist der letzte Beweis für alle Zweifler. Viel Masse, wenig Klasse also? Fakt ist: Mit "Killerclown" kommt ein weiteres Horrorwerk in die deutschen Heimkinos, das sich als äußerst unterhaltsam herausstellt.

Ein bisschen Coulrophobie

Emma (Brittany Belland; "College Killer") und Heather (Monica Baker) sind beste Freundinnen, wohnen und arbeiten zusammen. Letzteres in einer Eisdiele in der nicht ganz so nahe gelegenen Stadt. Eine Stadt, die langweilig vor sich hin lebt. Wenn einmal was passiert, dann hat eine Kundin von Heather das falsche Eis bekommen. Aber mit diesem beschaulichen Leben ist es vorbei, als plötzlich ein Mädchen stirbt. Es ist Mord. Eher einer der schrecklicheren Sorte.

Der Sheriff verhängt eine Ausgangssperre. Der Vater der Toten macht sich selbst auf Spurensuche. Und Emma? Die hat plötzlich Albträume, in denen sie von einem Horrorclown heimgesucht wird. Clown-Albträume sind für Emma nichts Neues. Sie leidet seit ihrer Kindheit bereits unter Coulrophobie, der krankhaften Angst vor Clowns. Warum, weiß sie nicht. Es ist eben so. Andere fürchten sich vor Gewitter.

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Emma hat Angst vor Clowns. Das entpuppt sich schnell als tödliches Problem.

Allerdings taucht der Clown aus Emmas Träumen plötzlich auch im wahren Leben auf. Ihr Hund verschwindet, sie findet einen Ballon mit einem Datum und einer Uhrzeit. Sie weiß sofort: Es ist eine Vorhersage und sie wird genau an diesem Zeitpunkt sterben. Heather denkt, Emma spinnt. Sie sucht Hilfe beim Sheriff, doch der ist bereits tot.

Sie wendet sich an den Vater des ersten Opfers. Doch der scheint verrückt geworden zu sein. Er faselt etwas von einem "paranormalen Shitstorm", von "Dämonen" und davon, dass er nur Emma beschützen könne. Doch die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Ein bisschen Blut, dafür mehr Charme

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Ribcage geht zum Lachen in den Keller.

Hihihi, hahaha, hohoho: ein besessener Killerclown. Warum nicht. Dass hinter all dem ein Mensch steckt, den Emma auch noch gut kennt, sei hier einmal geschenkt. "Killerclown" macht wirklich Spaß! Die Hauptdarstellerinnen des Erstlingswerks von Aaron Mirtes können sich sehen lassen und sind von Beginn an sympathisch. Als Zuschauer will man nicht, dass ihnen etwas zustößt. Das gab es auch schon anders, zuletzt etwa bei "Victor Crowley" und der Figur Sabrina.

Die Idee mit der Todesbotschaft hat sich in der Filmgeschichte bewährt, am eindrucksvollsten bei der "Ring"-Saga. In neuer Zeit etwa bei den Smartphone-App-Killer "Bedeviled". Nun eben mal mit einem Clown. Dessen Name ist zudem Ribcage, also Brustkorb. Warum? Naja, er reißt die Brustkörbe seiner Opfer auf und isst dann die Innereien. Mjam, mjam, mjam. Das erinnert wiederum irgendwie an Rob Zombies "31".

Genreanleihen gibt es also genug. Dabei sollte allerdings klar sein, das "Killerclown" kein humoresker Slasher á la "Stitches" ist. Mirtes' Film passt eher in eine Reihe mit Eli Roths "Clown", also weniger Humor, dafür mehr Slasher-Elemente. Aber auch nicht übertrieben.

"Killerclown" ist kein Indie-Streifen oder B-Movie. Da haben sich Leute wirklich Gedanken gemacht. Herausgekommen ist ein Film, der mit Ribcage so manchen eine schlaflose Nacht bereiten dürfte. Der aber auch noch Luft nach oben hat. Pennywise ist und bleibt bei den Horrorclowns das Maß der Dinge!

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Quelle: n-tv.de

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