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Erotik-Psychothrill von Eli Roth "Knock Knock" - mit einem Dreier fängt es an

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Evan hat Frau, Kinder und ein Haus in den Hollywood Hills. Er ist der glücklichste Mann der Welt. Doch in einer stürmischen Nacht klopft es an der Tür - und alles ändert sich: Die zwei durchnässten Schönheiten haben ein dunkles Geheimnis.

Jeder kennt das: Gerade wenn du denkst, die Sonne scheint dir aus dem Hintern, macht einer das Licht aus. Will heißen: In einem Moment schwebst du auf Wolke sieben, dir geht es blendend, du könntest die ganze Welt umarmen; im nächsten Moment liegst du am Boden, der Teppich wurde dir unter den Füßen weggezogen, das Leben entgleitet dir und du denkst: Wieso passiert mir das? Und wieso gerade jetzt? Die einfache Antwort: Schicksal.

Evan (Keanu Reeves; "Matrix"-Trilogie) befindet sich gerade in ersterem Zustand: Der Architekt hat eine erfolgreiche Ehefrau und zwei Super-Kinder. Er liebt seine Familie über alles und fühlt sich sauwohl im kuscheligen Heim in den Hollywood Hills. Dieses Wochenende hat er es für sich allein, denn er muss ein Projekt fertigbekommen. Frau und Kinder fahren deshalb an den Strand - und so öffnet Evan eine Flasche Wein und macht sich an die Arbeit. Als er sich gerade einen Joint anzünden will, Künstler halt, hört er ein Geräusch.

Versuchung

"Knock Knock". Es klopft. Ein Wunder, dass er es gehört hat, draußen tobt gerade ein Unwetter. Man könnte meinen, die Welt ginge unter. "Knock Knock". Klopf Klopf. Er geht zur Haustür und öffnet sie. In der düsteren Nacht stehen zwei junge Frauen vor ihm, total durchnässt, sehen aus wie begossene Pudel. Ihr Taxi habe sie an der falschen Adresse abgesetzt, sagen sie. Ihre Handys funktionierten nicht, fügen sie an. Sie schlottern vor Kälte und Nässe.

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Die zwei Frauen könnten sich erkälten!

(Foto: Universum)

Evan schaut sich das traurige Schauspiel an und bittet Genesis (Lorenza Izzo; "Aftershock", "The Stranger") und Bel (Ana de Arnas; "War Dogs", "Exposed") herein. Helfersyndrom. Er gibt ihnen Handtücher, Bademäntel, steckt sogar ihre triefnassen Klamotten in den Trockner und bestellt via Uber ein Taxi. Das braucht allerdings 45 Minuten. Und so machen es sich die drei bequem - und quatschen.

Genesis und Bel wollten zu einer Party, aber das können sie nun wohl vergessen. Sie seien Flugbegleiterinnen, hauchen sie Evan entgegen. Der glaubt ihnen das aufs Wort, so wie sie aussehen. Sie jetteten um die ganze Welt, seien heute hier und morgen da. Aber wie komme es, dass der gut aussehende, sportliche Evan allein zu Hause ist, fragen die beiden. Genesis und Bel rücken Evan auf die Pelle - verbal und körperlich.

Verführung

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Wann kommt denn der blöde Uber-Fahrer?

(Foto: Universum)

Evan fühlt sich nicht mehr wirklich wohl in seiner Haut. Er liebt seine Frau hingebungsvoll, seine Kinder über alles. Und führe mich nicht in Versuchung, denkt der Zuschauer. Die Fragen und Andeutungen von Genesis und Bel werden immer schlüpfriger - als Evans Handy sich bemerkbar macht. Der Uber-Fahrer ist da. Doch Genesis und Bel sind urplötzlich verschwunden. Evan ruft sie. Horcht, wo sie sein könnten, folgt ihrem Kichern. Sie sind im Bad.

Er hält sich die Augen zu und geht nach mehrmaligem Klopfen, Rufen und null Reaktion hinein. Nach ein paar Sekunden inneren Kampfes gibt er auf. Seine Hose wurde ihm von den Halbnackten runtergezogen und sein Penis tut das, was man(n) in solch einer Situation erwartet: Er gehorcht Evan nicht mehr. Und während der Uber-Fahrer draußen kehrt macht, gibt sich Evan seinem ersten Dreier hin.

Vergeltung

Am nächsten Morgen wacht Evan auf. Er hofft, dass er alles nur geträumt hat. Als er Stimmen aus der Küche hört, weiß er, dass es nicht so ist. Genesis und Bel haben es sich in seinen Klamotten gemütlich gemacht. Sie frühstücken - und die Küche sieht aus wie ein Saustall. Die beiden Hotties zeigen nun ihr wahres Gesicht.

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Evan hat nun nicht nur ein Problem.

(Foto: Universum)

Sie seien erst 15, sagen sie. Und Evan habe einen großen Fehler begangen. Immer wieder fällt das Wort Pädophilie. Evan weiß nicht, wie ihm geschieht: Gestern war er noch der glücklichste Ehemann und Familienvater auf der Welt. Heute ist er nur noch ein Häufchen Elend, dessen Leben durch einen schwachen Moment, für den er zudem nicht verantwortlich scheint, den Bach runtergeht.

Aber es kommt noch schlimmer. Wie es scheint, haben Genesis und Bel ihn ausspioniert und nicht ganz zufällig an seiner Tür geklingelt. Es ist ein Spiel - das Evan nicht gewinnen kann. Gerade als er denkt, Genesis und Bel doch noch loszuwerden, kehren die beiden Psychoschlangen zurück und machen Evans Leben zur Hölle auf Erden.

Eli Roth ungewöhnlich handzahm

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Die Nachwelt soll wissen, was Evan getan hat ...

(Foto: Universum)

Hier käme jetzt ein blutiges, gewalttätiges Torture-Porn-Ende, denn der Regisseur von "Knock Knock" heißt Eli Roth. Das Blut würde in Strömen fließen, die Schmerzensschreie wären kilometerweit zu hören. Und am Ende dürfte dann das eine oder andere Körperteil nicht mehr an seiner angestammten Stelle sitzen.

So enden die Roth'schen Filme zumeist. Die "Hostel"-Reihe ist der beste Beweis. Aber diesmal scheint Roth etwas anderes im Sinn gehabt zu haben. Und so kommt der Zuschauer nicht umhin, sich ob des Endes verwundert die Augen zu reiben und auszurufen: "Genial, das habe ich nicht kommen sehen!"

Kein Fehler in der Matrix

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"Knock Knock" ist bei Universum erschienen.

(Foto: Universum)

Wenn man "Knock Knock" gesehen hat, fallen einem als Filmliebhaber jede Menge Streifen ein, von denen Roth sich offenbar inspirieren ließ: Klassiker wie "Eine verhängnisvolle Affäre", "Basic Instinct" oder "Wild Things". Ah, Neve Campbell … Dazu kommen Horror- und Psychothrill-Perlen wie "Hard Candy", "Death Game" oder auch "Funny Games". Ein kunterbuntes Sammelsurium also, in das der Hauptdarsteller Keanu Reeves hervorragend passt.

Er gibt Roths "Knock Knock" noch das gewisse schauspielerische Etwas. Evan ist immer sympathisch. Selbst nach der Dreier-Nacht, als er seine Frau betrogen hat, kann man ihm irgendwie nicht böse sein. Leinwandpräsenz, Charisma nennt man das. Und der Name Reeves zieht in Hollywood noch immer. Als Zuschauer wünschte man sich mehr solche Filme mit dem "Matrix"-Star in der Hauptrolle.

So stellt sich dem männlichen Zuschauer am Ende von "Knock Knock" die Frage: Wärst auch du beim Anblick von Genesis und Bel schwach geworden? Wenn ja, kennst du nach dem Filmende auch die Konsequenzen. Gegen das Schicksal anzukämpfen, könnte sich daher diesmal lohnen …

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Quelle: n-tv.de

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