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So techt Deutschland Braucht es ein Silicon Valley in Deutschland?

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(Foto: picture alliance/dpa)

Wenn es um Technologie geht, kommt immer wieder das Silicon Valley ins Spiel. Seit Jahrzehnten ist die Region in Kalifornien ein Symbol für das Technologieland USA und ein Traum von vielen jungen Tech-Unternehmern. Viele Hightech-Regionen in Deutschland wollen auch zu einer Art Silicon Valley werden. Wie weit sind wir und ist eine Kopie wirklich erstrebenswert? Darüber sprechen Frauke Holzmeier und Andreas Laukat in dieser Folge von "So techt Deutschland" mit Sven Rathjen, der seit fünf Jahren für das Unternehmen Western Digital im Silicon Valley lebt und arbeitet.

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Sven Rathjen rbeitet seit fünf Jahren im Silicon Valley. Foto: Sven Rathjen.

Auch wenn für Sven Rathjen aus wirtschaftlicher Sicht vieles für eine Vorbildfunktion des Silicon Valleys spricht, sei jedoch nicht alles Gold, was glänzt: "Ich bin davon überzeugt, dass die deutsche soziale Marktwirtschaft eine der stärksten Errungenschaften auf der Welt ist", sagt Rathjen. Die Technologieszene in den USA habe durch den riesigen US-Markt und die Skalierbarkeit für den Weltmarkt den Dollar immer im Vordergrund. Beispiele seien die enormen Grundstückspreise, die ein Vielfaches der Preise in Deutschland ausmachten. Rathjen verweist auch auf die "für deutsche Verhältnisse verrottete Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen". Das stünde im Kontrast zur größten Dichte an Milliardären in der Welt.

Aber gerade diese Gegensätze und nicht vorhandenen Strukturen bringe im Silicon Valley Neuerungen hervor. "Über den Mangel an Taxis, über den Mangel an Mobilität, den Mangel an Hotels, an bezahlbaren Unterkünften und hohen Mieten haben sich die beiden Innovationskonzepte Uber und Airbnb entwickelt", meint Rathjen. In Kombination mit der Risikofreudigkeit der Amerikaner und dem Kapitalmarkt entwickelten sich dann diese beiden Marken, die die Welt aufgerollt hätten.

Genau das fehle in Europa. Deutschland habe seiner Meinung nach zwar eine gute Startup-Szene, die sich gut darstellt, aber das würde von der Regierung nur unzureichend unterstützt. "Vielleicht sind die Regierenden noch zu analog", sagt Rathjen. Klar seien die Amerikaner im Vorteil. Aufgrund der englischen Sprache und einem Heimatmarkt von 350 Millionen Menschen sei ein Produkt viel schneller skalierbar.

Auch wenn wir genau das nicht haben, so könnten wir doch einiges vom Silicon Valley lernen, meint Rathjen und ist davon überzeugt, dass der deutsche Mittelstand noch Chancen hat, in der Digitalisierung aufzuholen. Welche Tipps Sven Rathjen hat und wo es ihn als nächstes hinzieht, hören Sie in dieser Ausgabe von "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, sks