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Digi-Euro gewinnt an Bedeutung Hat Bargeld eine Zukunft?

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Mitte 2021 will die EZB über den Start eines digitalen Euro-Projekts entscheiden.

(Foto: REUTERS)

Jeder in Deutschland ist schon einmal mit Produkten von G+D in Berührung gekommen. Das Unternehmen hat bereits etwa 130 Milliarden Banknoten gedruckt. In Zukunft gehe es aber um den digitalen Euro, sagt CEO Ralf Wintergerst.

Es gibt vermutlich niemanden, der sich besser mit Geld auskennt als Ralf Wintergerst. Auch wenn Giesecke+Devrient (G+D) mit dem physischen Geld groß geworden ist, schlägt sein Herz sowohl für Gedrucktes als auch für Digitales. "Die Welt, in der wir heute leben, braucht einen guten Mix aus allem", findet Wintergerst. Es sei wichtig, "nicht nur auf das Digitale zu vertrauen", so der Geschäftsführer von G+D. Das Unternehmen stellt unter anderem Geldscheine und Ausweisdokumente her, ein weiterer Schwerpunkt der Firma liegt auf IT-Sicherheitsprodukten. "Ich glaube, ein kritischer Geist sollte in uns bleiben, auch die physische Welt nicht aufzugeben."

Aber natürlich sehe auch er, dass sich die Dinge parallel aufbauen. Deshalb investiere auch Giesecke+Devrient in digitale Bezahlmethoden. Für Ralf Wintergerst hat beim Blick auf die Zukunft des Geldes vor allem der digitale Euro eine große Bedeutung. G+D will Notenbanken eine Plattform zur Verfügung stellen, mit der sie eine digitale Währung in den Umlauf bringen können. "Diese Technologie hat Blockchain-Elemente, basiert aber nicht vollständig darauf." Das sei auch gar nicht notwendig, sagt Wintergerst. Warum solle denn jede einzelne Transaktion nachverfolgt werden können, fragt er. Die Brötchen oder die Zeitung am Morgen wolle man doch nicht in einer Blockchain haben. Erst bei größeren Geldbewegungen könne eine zusätzliche Dokumentation nötig sein. So stellt sich der Unternehmenschef einen digitalen Bargeldkreislauf vor.

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Seit 2016 ist Ralf Wintergerst CEO von G+D.

(Foto: Giesecke+Devrient)

Dass der Wirecard-Skandal dem Trend zum digitalen Geldgeschäft im Weg stehen könnte, glaubt Ralf Wintergerst nicht. Er nennt die Vorgänge in dem Münchner Unternehmen "sehr bedauerlich", kann aber auch etwas Positives daraus ziehen: "Auf der anderen Seite zeigt es auf, dass man beim Bezahlen in der digitalen Welt aufpassen muss. Es ist ein riesengroßes IT-System, was da geschaffen wurde. Mit ganz vielen Schnittstellen. Es ist das Geld der Menschen, das da durchläuft."

Die Grundlage sei jedoch in vielen Ländern unterschiedlich. Wintergerst verweist auf das Beispiel Südafrika. Corona habe gezeigt, dass ein solches Land nicht in der Lage sei, Hilfsgelder an die Bevölkerung weiterzuleiten. "Mit einer sicheren und stabilen digitalen Währungslösung - fast alle haben Mobiltelefone - kann man den Menschen das Geld direkt auf ihre Handys schicken", erzählt Wintergerst. Das sei eine Möglichkeit, die uns in Deutschland nie in den Sinn käme. Bargeldversorgung sei durch die Banken in Deutschland eben "wahnsinnig gut" organisiert.

Was G+D mit dem Sicherheitssystem der Bundeskanzlerin zu tun hat und wie es um die Sicherheit in Industrie und Mittelstand steht, erzählt Ralf Wintergerst in dieser Folge von "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de

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