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Hilfe bei Brustkrebserkennung Merantix, der Brutkasten für KI-Ideen

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(Foto: imago images/LightFieldStudios)

KI-Spezialist Rothe will mit seinem Inkubator Merantix Geschäftsfelder finden und fördern. Er sieht für Deutschland vor allem in Medizin, Automobil und Industrie große Chancen. In "So techt Deutschland" erzählt von der KI-gestützten Brustkrebserkennung und, warum Berlin die KI-Hauptstadt ist.

Berlin, Berlin - von Marlene Dietrich bis Harald Juhnke, viele Lieder gibt es über die deutsche Hauptstadt. Künstliche Intelligenz kommt bisher in den Texten nicht vor. Dabei kann man Berlin gut und gerne als KI-Hauptstadt Deutschlands bezeichnen, vielleicht sogar Europas. "Bisher ist es schon noch so, dass in London, Paris und Zürich sehr viel in Sachen KI passiert, wenn man das aus Forschungssicht betrachtet", sagt Rasmus Rothe. Wenn man jedoch auf das Startup-Ökosystem schaue, "dann ist mittlerweile Berlin die Nummer eins".

Der Mitgründer von Merantix hat einige Zeichen in der Szene gesetzt und mit seinem Team eine große Aufgabe vorgenommen: "Wir eröffnen im Frühjahr 2021 einen KI-Campus." Merantix wolle auf 5.000 Quadratmeter mehr als 400 KI-Experten zusammenbringen. Das sollen nicht nur Startups sein, sondern auch Experten aus Mittelstand und Forschung. "Man braucht auch alles an einem Ort und da hilft es, wenn man die gleiche Kaffeemaschine nutzt und zusammenarbeiten kann", sagt Rothe.

Wie viele andere Experten sieht auch er den Zug bei Künstlicher Intelligenz im Konsumbereich abgefahren. Hier seien die großen Plattformen wie Facebook und Google schon unterwegs. "In anderen Bereichen wie zum Beispiel Medizin, Automobil oder auch in der Industrie haben wir schon noch eine Chance", macht Rothe Hoffnung.

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Rasmus Rothe, Mitgründer von Merantix.

(Foto: Viktor Strasse)

In der Medizin kann Merantix einen großen Erfolg vorweisen. Das Unternehmen hat eine Möglichkeit entwickelt, die automatische Brustkrebsdiagnose mit Künstlicher Intelligenz voranzutreiben. "Wir sind vor mehr als zweieinhalb Jahren gestartet mit Vara und haben da mittlerweile einen der größten Datensätze global aufgebaut", so Rothe nicht ohne Stolz. Vara ist nicht nur der Name des Startups, sondern auch der Name der ersten zertifizierten KI-Software Deutschlands zur Brustkrebserkennung. Das System erkenne negative Befunde fast fehlerfrei, ohne Ermüdung oder Konzentrationsverluste.

Kein Rocket Internet für KI

Merantix ist ein Brutkasten für KI-Ideen: "Wir arbeiten mit Gründerinnen und Gründerin zusammen, testen Business-Ideen und starten dann eine Firma, wenn wir an etwas glauben." Als Rocket Internet für Künstliche Intelligenz sieht Rothe Merantix aber nicht. "Bei uns haben die Gründer die Mehrheit", erklärt Rothe. Merantix wage sich auch an ziemlich große Bretter - auch anders als in den USA. "Wir kopieren nicht einfach eins zu eins Geschäftsmodelle", sagt Rothe mit Blick auf Rocket Internet.

Rothe spricht sich bei staatlichen Fördermaßnahmen lieber für ein Gießkannenprinzip als für Einzelprojekte aus. "Thematisch sollte man schon spitz sein, aber dann nicht alles Geld in eine Firma geben", sagt Rothe. Es ginge auch darum, neue Ansätze zu finden. In späteren Phasen und größeren Finanzierungsrunden müsse man sich dann schon auf wenige Unternehmen festlegen.

Wo Rothe die neuesten Trends im Bereich Künstliche Intelligenz sieht und wie sie bei der Auswahl vorgehen, erklärt er in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de