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"Vier Jahreszeiten"-Chef Peters "Mit 40 Prozent kann man nicht überleben"

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Das Hotel "Vier Jahreszeiten" an der Alster in Hamburg.

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

Die Corona-Krise setzt den Hotels zu. Auch das Hamburger "Vier Jahreszeiten" bekommt die Folgen der Pandemie zu spüren. "Wir müssen komplett umdenken", sagt Direktor Ingo Peters im Podcast "Die Stunde Null".

Das Hotel "Vier Jahreszeiten" in Hamburg zählt zu den berühmtesten der Welt. Aber eine Pandemie macht auch vor Tradition nicht halt. In mehr als 100 Jahren und in zwei Weltkriegen wurde der Gästebetrieb immer aufrechterhalten - bis Corona kam. Die Zeit des Stillstands, in der das Hotel schließen musste, fühlte sich für Ingo Peters, den langjährigen Direktor des Hotels, gruselig an. "Das war schon irgendwie ein sehr komisches Gefühl", sagt er im Podcast "Die Stunde Null". "So ähnlich wie in dem Film 'Shining' mit Jack Nicholson." Mittlerweile hat das "Vier Jahreszeiten" wieder geöffnet, aber nichts ist wie früher. Auch hier müssen Abstände eingehalten werden, das Personal trägt Masken - und vor allem kommen viel weniger Gäste.

"Es wird nie wieder so sein, wie es vor Corona war", sagt Peters, der einst als Page im "Vier Jahreszeiten" seine Karriere gestartet hatte. Es fehlen vor allem die Geschäftsreisenden und die internationalen Gäste, die vor der Pandemie einen Großteil der Kundschaft ausgemacht hatten. Nun bleiben viele der frisch renovierten Zimmer leer - ein Haus, das normalerweise eine Auslastung von 80 Prozent hat, kommt derzeit bestenfalls auf die Hälfte. "Mit 40 Prozent Auslastung kann man natürlich auch nicht überleben", sagt Peters, der deshalb auf der Suche nach ganz neuen Kundengruppen ist. Europäische Besucher aus Skandinavien, Großstadt-Urlauber, all diese Gäste sollen jetzt mit einer neuen Kampagne angesprochen werden. "Wir müssen einfach andere Zielgruppen finden. Wir müssen komplett umdenken. Auch das Konsumverhalten der Gäste wird sich ändern."

Einen kleinen Lichtblick gibt es für den Direktor: Die Gastronomie in den Edel-Restaurants des Hotelsläuft wieder. Zum Teil sogar besser als im Vorjahr. "Die Gäste bestellen sehr hochwertige Speisen und auch teure Weine, Champagner, Kaviar", sagt Peters. Wie es wird, wenn der Herbst kommt und die Sommergäste abgereist sind, weiß auch er nicht. Gebucht wird so kurzfristig wie nie zuvor.

Was Ingo Peters im Shutdown am meisten gefehlt hat und aus welchen Ländern jetzt ganz neue Gäste kommen, hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, jga