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Wieder was gelernt - Königshaus Tobt ein Machtkampf in Saudi-Arabien?

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(Foto: picture alliance / -/Saudi Press)

Mohammed bin Salman soll nächster König von Saudi-Arabien werden. Aber der Kronprinz ist im saudischen Königshaus längst nicht mehr unumstritten: Anonyme Quellen sprechen sogar von einem Machtkampf, der in Riad tobt.

Wie die Lage im saudischen Königshaus aussieht, erfahren Sie in dieser Folge von Wieder was gelernt. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Im Februar stand der Putsch im saudischen Königshaus angeblich kurz bevor. König Salman war gerade auf Staatsbesuch in Ägypten, als seine Berater Hinweise bekamen, dass das Sicherheitsteam dem Sohn und Kronprinzen Mohammed bin Salman (häufig kurz MBS) hörig sei. Alle 30 Mann wurden daraufhin gegen handverlesene Loyalisten ausgetauscht, hat Anfang März der britische "Guardian" berichtet. Vater und Sohn seien immer häufiger anderer Meinung. Ob das stimmt, lässt sich von außen schwer beurteilen, sagt Sebastian Sons vom Carpo-Institut für den Nahen und Mittleren Osten in Bonn.

"Es gibt natürlich viele Gerüchte auch in Saudi-Arabien selbst, dass insbesondere der Mord an Jamal Khashoggi die Reputation von MBS, dem Kronprinzen, sehr stark geschwächt und sich auch die Beziehung zu seinem Vater sehr deutlich ins Negative verkehrt hat."

Klar ist: Seit seinem Amtsantritt hat der junge Kronprinz das saudische Königshaus nach seinen Vorstellungen umgebaut, oft sehr forsch. Damit eckt er gerade bei älteren Saudis an.

"Das wird zunehmend von älteren Kräften in der saudischen Gesellschaft kritisch wahrgenommen. Die sagen: 'MBS ist jemand, der zu impulsiv ist. Jemand, der keine Geduld hat, der quasi die traditionellen diplomatischen Mittel, die Saudi-Arabien bisher immer versucht hat, an den Tag zu legen, mit den Füßen tritt.'"

Im Gegensatz dazu ist der impulsive Kronprinz bei jungen Saudis sehr beliebt. In der saudischen Gesellschaft zieht also ein Generationenkonflikt auf - befeuert durch die Frage, ob Mohammed bin Salman überhaupt der rechtmäßige Thronfolger ist.

"In der Vergangenheit war es so, dass es immer ein direkter Nachfolger, also ein Sohn des Staatsgründers, König werden musste. Aber das ergibt auf Dauer natürlich nicht besonders Sinn, weil die Menschen, die dafür infrage kommen, naturgemäß immer älter werden. Das ist jetzt der Fall. Das heißt, der jetzige König wird der letzte direkte Nachfolger des Staatsgründers sein und danach geht es in die Enkel-Generation. Da hat er die Gunst der Stunde ergriffen und seinen Lieblingssohn auserkoren."

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Quelle: ntv.de