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Wieder was gelernt Darum braucht es private Seenotrettung

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(Foto: dpa)

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Jeden Tag fliehen Menschen nach Europa. Viele von ihnen kommen übers Mittelmeer, viele sterben dabei. Es sind aber sehr viel weniger, als man denkt. Trotzdem sind die Einzigen, die helfen, private Seenotretter. Was muss passieren, damit sich das ändert?

Darum geht es in dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Warum begeben sich Menschen wissentlich in Lebensgefahr? Warum setzen sie sich in viel zu kleine Boote und fahren aufs offene Meer hinaus, mit dem Wissen, dass sie vielleicht niemals auf der anderen Seite ankommen? Die Antwort ist einfach: Sie haben keine andere Wahl.   

Während die Staats- und Regierungschefs der EU über eine gemeinsame Linie in der Flüchtlingspolitik streiten, suchen Menschen auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer bei uns Zuflucht. Die Einzigen, die sie vor dem Ertrinken retten, sind momentan private Hilfsorganisationen wie Sea-Eye oder Sea-Watch. Doch die werden fürs Helfen verhaftet und ihre Schiffe festgesetzt. Warum die EU nicht eingreift, ist für Franck Düvell vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung nicht nachvollziehbar. 

"Das ist in vielerlei Hinsicht scheinheilig. Wir haben aktuell eine Situation, wo bis Ende des Jahres über das gesamte Mittelmeer nicht mehr als 70.000 Flüchtlinge nach Europa kommen. Das ist nur noch die Hälfte dessen, was wir durchschnittlich erlebt haben. Das heißt, dass dieser sogenannte Migrationsdruck oder Flüchtlingsdruck ganz stark nachgelassen hat. Damit kann man nicht erklären, wieso es die EU nicht schafft oder sich weigert, auf diese stark zurückgegangenen Zahlen eine humane Antwort zu finden."

Dass trotzdem nichts passiert und Italien und Malta ihre Häfen dichtmachen, liegt für Franck Düvell vor allem an der mangelnden Solidarität in der EU. Derzeit gilt die sogenannte Dublin-Verordnung. Die besagt, dass ein Geflüchteter in dem Land Asyl beantragen muss, in dem er angekommen ist. Das bedeutet: Wer übers Mittelmeer kommt, für den sind oft Spanien, Griechenland und Italien zuständig.

Um diese Länder zu entlasten und die Flüchtlinge gerechter zu verteilen, hatte die EU 2018 eine Reform auf den Weg gebracht. Die wurde aber nie umgesetzt, weil sich einige EU-Staaten quergestellt haben. Seitdem herrscht Stillstand. Woran Düvell das erinnert, wie man dem Stillstand entkommen kann und was jeder Einzelne tun kann, erfahren Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de

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