Politik

Nach "großem Anschlag"Israel lässt Westjordanland "vollständig" abriegeln

23.10.2026, 09:52 Uhr
00:00 / 01:21
imago0863199407h
Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Nach einem Schusswaffenangriff nahe der Stadt Hebron im Westjordanland kündigt Israels Regierung weitreichende Sicherheitsmaßnahmen an. Im Zuge mehrerer Razzien wird das palästinensische Gebiet abgeriegelt.

Nach einem Schusswaffenangriff mit fünf Verletzten in der Nähe von Hebron bereitet Israel nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes vor. Damit verbunden seien auch großangelegte Razzien. Netanjahu erklärte, Israel habe einen "großen Anschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten.

Das israelische Militär teilte mit, Soldaten seien nach dem Schusswaffenangriff in die Nähe der umkämpften Stadt Hebron geeilt. Sie hätten "zwei Terroristen eliminiert" und würden die Durchsuchungen in dem Gebiet fortsetzen. Von Rettungskräften veröffentlichte Aufnahmen zeigten einen leblosen Menschen auf dem Boden neben einer Tankstelle, während israelische Soldaten patrouillierten.

Am 27. Oktober sollen die Menschen in Israel ein neues Parlament wählen. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum. Laut Umfragen könnte es sowohl für das Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als auch für die Opposition schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach Völkerrecht illegal sind.

Quelle: ntv.de, mba/AFP