Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 09:48 Niederlande melden 61 infizierte Flugpassagiere aus Südafrika +++

In den Niederlanden sind 61 Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Tests seien bei der Ankunft am Flughafen Schiphol in Amsterdam vorgenommen worden, teilt die niederländische Gesundheitsbehörde GGD mit. Die Passagiere kamen demnach mit zwei Flügen aus Südafrika an. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben.

+++ 09:28 Omikron-Infizierte weisen ungewöhnlich starke Viruslast auf +++
Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. "Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren", schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

+++ 08:56 Polizei meldet deutliche Zunahme von Impfpassfälschungen +++
Die Polizei verzeichnet einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge einen deutlichen Anstieg beim Handel mit gefälschten Impfnachweisen. Allein in elf Landeskriminalämtern seien seit Jahresbeginn zusammen mehr als 2500 Fälle bekanntgeworden, die meisten in den vergangenen Wochen. Hinzu kommen laut Bericht mehrere hundert Fälle aus Baden-Württemberg und Niedersachsen, die von Ermittlungsverfahren im dreistelligen Bereich sprechen, und dem Saarland, das von zweistelligen Fallzahlen berichtete. Nordrhein-Westfalen und Hessen hätten auf Anfrage keine Fallzahlen nennen können. Fast alle Landeskriminalämter hätten mitgeteilt, dass in den vergangenen Wochen der Handel mit gefälschten Impfzertifikaten vor allem im Internet spürbar zugenommen habe - einhergehend mit den 2G-Regeln vielerorts, die Zugang zu öffentlichen Orten nur noch für Geimpfte und Genesene ermöglichen. Besonders viele Fälle habe Bayern gemeldet. Dort seien seit Jahresbeginn 1286 Vorkommnisse bekanntgeworden - etwa die Hälfte davon allein im November.

+++ 08:32 USA melden 54.000 Neuinfektionen und 625 weitere Tote +++
In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 54.175 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden damit seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 48,26 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 625 auf 781.608. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.

+++ 08:04 Bericht: Vier Bundesländer bekommen weniger Impfstoff +++
Laut Gesundheitsminister Jens Spahn soll genügend Impfstoff bereitstehen. Dabei kann es aber zu logistischen Problemen kommen. "Es kann sein, dass die Verteilung in der Fläche,nicht vom einen Tag auf den anderen gelingt", kündigt Spahn bereits am Freitag an. Und von dieser holprigen Verteilung sind laut "Bild"-Zeitung gleich vier Bundesländer betroffen. Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und das Saarland sollen weniger Impfdosen bekommen, als sie bestellt haben. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bestätigte dies indirekt im Deutschlandfunk: "In den nächsten Tagen und Wochen ist der Impfstoff wieder knapp. Ich dachte, das ist eine Situation, die wir längst hinter uns gelassen haben."

+++ 07:33 Brinkhaus regt vorgezogene Weihnachtsferien an +++
Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Ralph Brinkhaus, fordert weitere schnelle Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus - bis hin zu einem möglichen Vorziehen der Weihnachtsferien. Der "Welt am Sonntag" sagt er: "Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren."

+++ 07:00 Mittelstand: Politik muss Lockdown verhindern +++
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat die Politik aufgefordert, einen drohenden Corona-Lockdown unbedingt zu verhindern. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagt: "Müssten Betriebe und Einzelhandel im so wichtigen Weihnachtsgeschäft erneut zwangsweise schließen, hätten wir den wirtschaftlichen Super-Gau: Ganze Branchen wären betroffen, und sehr viele mittelständische Unternehmen würden einen erneuten Lockdown wirtschaftlich nicht überleben." Für die Betriebe folge daraus, dass die 3G-Regel streng kontrolliert oder 2G eingeführt werden müsse - das würde bedeuten: Zugang zu Betrieben nur noch für Geimpfte und Genesene. "Im Klartext: Impfunwillige Beschäftigte, außer bei medizinischen Ausnahmen, müssen die Folgen ihres Handelns dann auch in der Lohntüte spüren", so Jerger. "Überlastete Krankenhäuser und verschobene Operationen kosten Menschenleben, und das Virus nimmt keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten."

+++ 06:28 Außenhandelspräsident warnt vor Reisebeschränkungen wegen neuer Variante +++
Die deutsche Exportwirtschaft warnt vor Reisebeschränkungen für Geimpfte angesichts ausfallender Flüge wegen der neuen Corona-Variante Omikron. "Mit Sorge blicken wir auf die sich wieder verschärfende Corona-Situation. Eine Wiedereinführung der Reisebeschränkungen wäre für den Groß- und Außenhandel eine Katastrophe", sagt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Reisen zu Kunden und Lieferanten seien unerlässlich. Gerade in Zeiten, in denen es immer noch zu massiven Lieferengpässen komme, sei die Präsenz vor Ort entscheidend. "Die Empfehlung der Europäischen Kommission, keine neuen Reisebeschränkungen zu für Geimpfte, Genesene und kürzlich Getestet einzuführen, unterstützen wir zu 100 Prozent", so der BGA-Präsident.

+++ 05:57 Lufthansa rechnet bei Flügen mit mehr Einschränkungen für Ungeimpfte +++
Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet weltweit weitere Einschränkungen für ungeimpfte Fluggäste. "Diesen Trend sehen wir weltweit. Für Geimpfte und Genesene wird die globale Freiheit erhalten bleiben", sagt Spohr der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Bereits jetzt gibt es für Ungeimpfte Einschränkungen. EU-Bürger dürfen etwa nur in die USA einreisen, sofern sie vollständig geimpft und zusätzlich negativ auf das Coronavirus getestet sind. Spohr betont laut dem Bericht die Vorteile einer Impfpflicht, wie sie in Österreich ab Februar 2022 gelten soll. Positiv sieht er auch die Impfpflicht für Flugpersonal, die etwa bei der Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss bereits gilt. Bei Swiss und den Austrian Airlines seien "nahezu alle im Flugbetrieb Beschäftigten geimpft", sagt Spohr. "In Deutschland schätzen wir über 90 Prozent."

+++ 05:30 Handel fordert Impfpflicht - und zwar schnell +++
Der deutsche Einzelhandel spricht sich für eine Impfpflicht aus. "Gerade mit Blick auf die aktuell diskutierten erheblich einschränkenden Maßnahmen für die Gesellschaft und Wirtschaft muss eine Impfpflicht entsprechend verfolgt werden", schreibt der Handelsverband HDE in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Geboten sei eine "zeitnahe Einführung einer verfassungskonform ausgestalteten allgemeinen Impfpflicht mit klar definierten Ausnahmen". Bereits seit Monaten appelliert der Einzelhandel an seine Kunden, sich impfen zu lassen.

+++ 05:27 RKI meldet 444er-Inzidenz und 303 neue Todesfälle +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht weiterhin neue Höchststände. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Morgen erhöhte sich der Wert auf nunmehr 444,3. Am Freitag hatte er bei 438,2 gelegen, am Samstag vergangener Woche bei 362,2. Binnen 24 Stunden werden demnach 67.125 Neuinfektionen verzeichnet; am Vortag war die bisher höchste Zahl von 76.414 neuen Fällen registriert worden. Die Zahl der Todesopfer stieg um 303 auf 100.779 Fälle.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann. Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 03:35 Montgomery fordert bundesweites Verbot für Weihnachtsmärkte +++
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, verlangt eine strikte Reduzierung der Kontakte, um die Infektionskurve wieder zu senken. "Wir sollten deswegen die Weihnachtsmärkte bundesweit schließen", sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind." Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten. "Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen." Wenn man die Inzidenzen nicht in den Griff bekomme, müssten die Länder auch wieder flächendeckend Betriebe schließen oder Ausgangssperren verhängen können.

+++ 02:30 In Paris gilt im Freien wieder Maskenpflicht +++
Paris kehrt zur Maskenpflicht im Freien zurück. Bei Zusammenkünften in der Öffentlichkeit, auf Festivals, Großereignissen und Märkten sowie beim Schlangestehen müssen Masken getragen werden, wie die Polizei mitteilt.

+++ 01:32 Offenbar Dutzende Fälle auf Flügen aus Südafrika +++
Die niederländischen Gesundheitsbehörden teilen mit, dass Dutzende von Menschen, die mit zwei Flügen aus Südafrika in Amsterdam ankamen, wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert sind. Nun werden alle Passagiere getestet, um herauszufinden, ob sie sich möglicherweise schon mit der kürzlich entdeckten Omikon-Variante angesteckt haben. Die niederländische Regierung hatte am Freitagmorgen bereits alle Flugreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Reisende, die bereits auf dem Weg waren, wurden bei Ankunft getestet und mussten danach in Quarantäne.

+++ 00:39 Moderna prüft Impfstoffe gegen Omikron-Variante +++
Der Impfstoffhersteller Moderna testet drei vorhandene Covid-19-Booster-Kandidaten gegen die Omikron-Variante. Das Unternehmen kündigt zudem einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten gegen diese Variante des Coronavirus an, die zuerst in Südafrika festgestellt wurde.

+++ 23:39 Kanada plant bis zu zehn Jahre Haft für Proteste von Impfgegnern +++
Kanada plant ein Gesetz, um Proteste gegen Impfungen in Krankenhäusern unter Strafe zu stellen. Generalstaatsanwalt David Lametti stellt Pläne zu Änderungen des Strafgesetzbuchs vor, die bis zu zehnjährige Haftstrafen vorsehen, wenn Mitarbeiter des Gesundheitswesens beispielsweise eingeschüchtert oder an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden. Lametti weist auf "Covid-Leugner hin, die versuchen, Kinder davon abzuhalten, potenziell lebensrettende Impfstoffe zu erhalten". Es sei "verabscheuungswürdig und inakzeptabel", Beteiligte "einzuschüchtern, zu belästigen, zu behindern oder zu bedrohen".

+++ 23:05 EU in Sorge um Impfstoff-Wirkung +++
Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sorgt sich um mögliche Auswirkungen der zunächst im südlichen Afrika aufgetretenen Variante Omikron auf den Impfschutz. B.1.1.529 sei die am stärksten abweichende Variante, die bislang während der Pandemie in umfassenden Zahlen entdeckt worden sei, teilt die Behörde am späten Abend in einer Einschätzung zur Bedrohungslage durch die neue Variante mit. Dies wecke ernsthafte Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

+++ 22:15 Mecklenburg-Vorpommern verschärft Regeln für Touristen +++
Touristen in Mecklenburg-Vorpommern müssen bei der Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen und sich dann alle drei Tage erneut testen lassen. Das teilte Staatskanzleichef Patrick Dahlemann nach einer kurzfristig anberaumten Kabinettssitzung mit. Die Corona-Landesverordnung sei in dem Punkt präzisiert worden. In Hotels und anderen Beherbergungsstätten gelte bei der Warnstufe "Orange", in der sich das Land MV derzeit befindet, die 2G-plus-Regel. Das heißt, sie dürfen nur von Geimpften und Genesenen genutzt werden, die zusätzlich noch einen Negativtest vorlegen müssen. Bei Geschäftsreisen oder anlässlich besonderer Ereignisse, wie einer Beerdigung, könnten auch ungeimpfte Gäste beherbergt werden, hieß es. Diese müssen sich dann allerdings täglich testen lassen.

+++ 21:45 Wegen Omikron: US-Präsident Biden für Aufhebung der Impfstoff-Patente +++
Vor einem Treffen der Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) ruft US-Präsident Joe Biden die Staaten dazu auf, Rechte zum Schutz geistigen Eigentums an Corona-Impfstoffen aufzuheben. Zur Begründung verweist Biden auf die in Südafrika entdeckte neue Variante des Corona-Virus. "Die heutige Nachricht unterstreicht, wie wichtig es ist, das anzugehen." Am Abend beschränkten auch die USA die Einreise aus Südafrika, Botswana, Simbabwe, Namibia, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Flüge werden aber nicht grundsätzlich verboten, wie ein ranghoher Regierungsvertreter erläuterte. Auch seien US-Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsgenehmigungen nicht betroffen. Die Maßnahmen sollen ab Montag gelten.

+++ 21:15 Virusvariantengebiete: RKI stuft acht südafrikanische Länder hoch +++
Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Abend mitteilte. Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

+++ 20:45 Inzidenzen in 15 Bundesländern steigen +++
Im Vergleich zum Vortag steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in 15 Bundesländern teilweise sprunghaft. Nach Auswertung der Länderdaten durch ntv.de gehen die Werte lediglich in Schleswig-Holstein leicht auf 150,2 zurück: Dort ist die Ansteckungsrate bundesweit am niedrigsten. Den größten Sprung gibt es in Sachsen (plus 118,20 auf 1192,8), mit großem Abstand gefolgt von Sachsen-Anhalt (plus 53,60 auf 686,8) und Thüringen (plus 32,50 auf 805,7). In Bayern scheint die Dynamik abzuflachen (plus 8,40 auf 654,4), allerdings könnte das auch mit erschöpften Testkapazitäten zusammenhängen.

+++ 20:25 Bayern: Jeder dritte Intensivpatient hat Corona +++
In Bayern werden aktuell 1040 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreut, so viele wie noch nie in der Pandemie. Mehr als jeder dritte Patient (35,8 Prozent) auf einer bayerischen Intensivstation liegt mit oder wegen Corona dort. Zum Vergleich: In der zweiten Welle lagen nie mehr als 912 schwere Coronafälle zur gleichen Zeit in den Kliniken. Auch Sachsen und Thüringen nähern sich den bisherigen Höchstwerten bei der Anzahl der Corona-Patienten auf Intensivstation. In Thüringen sind es aktuell 196. In Sachsen 564 Betroffene. Das entspricht einem Anteil von 35,1 sowie 44 Prozent an allen Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Höchststand in Sachsen war 585, in Thüringen 229.

+++ 20:05 Mehr als 74.300 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 5.677.306 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen 74.302 neue Fälle hinzu. Der aktuelle Tageszuwachs liegt um 22,7 Prozent über dem Niveau von Freitag vergangener Woche. Nach amtlicher Zählung sind bisher insgesamt 100.580 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Allein am heutigen Freitag kamen weitere 363 neu übermittelte Todesfälle hinzu. Vor einer Woche waren es 218. Der gleitende Sieben-Tage-Schnitt steigt von 232 auf 253 verstorbene Covid-19-Patienten pro Tag. Als aktuell infiziert gelten rund 786.000 Personen.

Die Ansteckungsrate (Sieben-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,08 angegeben (Vortag: 1,04). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 4326 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, das sind 124 mehr als am Vortag. 2217 davon werden invasiv beatmet. Rund 3024 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

+++ 19:35 Niederlande verhängen Abend-Lockdown: Ab 17 Uhr alles dicht +++
Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen; das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag an. "In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen." Ausgenommen seien Supermärkte. Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Mundmaske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heißt, dass sie weniger Besucher empfangen können. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es muss echt eine Wende geben, sagte Rutte. Vor allem die Lage an den Krankenhäusern spitzt sich zu.

+++ 19:05 Innenministerium: Neue Variante noch nicht in Deutschland nachgewiesen +++
In Deutschland ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums die neue Corona-Variante bislang nicht nachgewiesen worden. Es sei davon auszugehen, dass die Verbreitung der neuen Variante bereits deutlich größer sei als die bekannten Fälle in Südafrika, Botswana, Hongkong, Israel und Belgien. Unklar sei, ob die Wirkung von Impfstoffen geringer sei. Entsprechende Laboruntersuchungen hätten begonnen. "Das Mutationsprofil deutet jedoch darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss." Unklar sei auch, ob die neue Variante krankmachender sei.

+++ 19:00 B.1.1.529 heißt jetzt Omikron: WHO stuft Variante als besorgniserregend ein +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als "besorgniserregend" eingestuft. Das teilte die UN-Behörde nach Beratungen mit Experten mit. Sie erklärte außerdem, dass der neuen Variante B.1.1.529 der griechische Buchstabe Omikron zugewiesen worden sei.
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+++ 18:35 SPD-Nachwuchs fordert Impfpflicht und bundesweite 2G-Plus-Regel +++
Die Debatte um eine mögliche Impfpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschäftigt auch die Nachwuchsorganisation der SPD, die Jusos. Zum Auftakt des am Nachmittag begonnenen Bundeskongresses in Frankfurt am Main forderte die Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal: "Wir brauchen gerade perspektivisch mit Blick auf den nächsten Winter eine Impfpflicht für alle Menschen in diesem Land." Diese sei zwar nicht leichtfertig umzusetzen, im Zweifel überwiege aber die Freiheit und Gesundheit der vielen und nicht die Freiheit der Ungeimpften. "Die Impfpflicht schränkt die Freiheit nicht ein, sie gibt Freiheit zurück." Rosenthal forderte zur Eindämmung der laufenden vierten Corona-Welle eine landesweite Anwendung der 2G-plus-Regel sowie eine Kampagne zur Impfauffrischung und für die freiwillige Impfung von Kindern. Politikern von CDU und CSU warf Rosenthal vor, die Corona-Lage parteipolitisch zu instrumentalisieren. "Packt die Polemik endlich ein und kümmert euch darum, dass wir endlich diese Pandemie bekämpfen können", appellierte Rosenthal an die Union.

+++ 18:05 EU-Länder ziehen Notbremse: Keine Einreisen aus sieben afrikanischen Staaten +++
Die EU-Staaten wollen angesichts einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus alle Passagierflüge aus sieben Ländern im südlichen Afrika aussetzen. Davon betroffen sind Botsuana, Swasiland, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Simbabwe. Das erfuhr die dpa in Brüssel nach einer Sondersitzung der EU-Staaten aus Diplomatenkreisen. Die Vereinbarung ist für die EU-Staaten nicht bindend, den Angaben zufolge wurde sie jedoch von allen Ländern unterstützt. Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft teilte am Abend mit, das zuständige Gremium habe sich darauf verständigt, die Notbremse auszulösen und Einschränkungen für alle Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU zu verhängen. Die Ratspräsidentschaft rief die EU-Staaten dazu auf, für Rückkehrer aus dieser Region strenge Test- und Quarantänevorschriften zu verhängen.

+++ 17:35 Südafrika-Reisen: Von der Leyen ruft EU-Länder zur Notbremsung auf +++
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten angesichts der neuen Coronavirus-Variante zu raschem Handeln aufgerufen. "Es ist jetzt sehr wichtig, dass wir in Europa schnell, entschlossen und einig handeln", sagte die deutsche Politikerin in Brüssel. Deshalb habe ihre Behörde den Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Notbremse für Reisen aus den Ländern im südlichen Afrika zu aktivieren. "Sämtliche Flugreisen in und aus diesen Ländern sollten unterbleiben, bis wir ein klares Verständnis darüber haben, wie gravierend die Mutationen dieser neuen Variante sind." Deutschland und andere Staaten haben bereits angekündigt, den Flugverkehr aus Südafrika deutlich einzuschränken oder einzustellen.

+++ 17:10 Auch Niedersachsen und Brandenburg beklagen Impfstoff-Engpässe +++
Nach Mecklenburg-Vorpommern melden auch Niedersachsen und Brandenburg überraschende Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen. Nach Angaben von Hausärzten und Impfteams seien die zugesagten Impfstoffmengen für die kommende Woche "nicht in vollem Umfang lieferbar", teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Die Meldungen kämen aus allen Landesteilen und gingen nach Schilderungen der Zuständigen vor Ort über die jüngst verkündete Deckelung beim Biontech-Impfstoff hinaus. Auch der Konkurrenzwirkstoff von Moderna sei "offenbar" von den Liefereinschränkungen betroffen, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens weiter. Sie forderte den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Transparenz auf. Die Lieferlisten des Bundesgesundheitsministeriums "scheinen nicht der Realität zu entsprechen". Brandenburg berichtete unter Berufung auf Pharmagroßhändler und Impfstellen, dass die laufende Impfstofflieferungen des Biontech-Präparats durch den Bund "erheblich" gekürzt worden seien. Konkrete Informationen über das Ausmaß habe es im Vorfeld nicht gegeben, erklärte das Landesgesundheitsministerium.
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+++ 16:40 Drosten zur Variante: Zu früh für eine Einschätzung +++
Bei der Einschätzung der in Südafrika neu entdeckten Virusvariante gibt es dem Berliner Virologen Christian Drosten zufolge noch viele offene Fragen. So sei unklar, ob die Variante tatsächlich ansteckender ist oder ob ein anderer Faktor Grund für die momentan beobachtete Ausbreitung ist. "Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise", teilte Drosten am Nachmittag mit. Die Genom-Veränderungen bei dem Erreger wiesen zwar darauf hin, dass die Virusvariante sich der Immunabwehr entziehen könnte. "Veränderungen im Genom sind aber allein nicht ausreichend, um von einer besorgniserregenden Situation zu sprechen", erklärte der Virologe von der Berliner Charité. Zusätzlich müsse klar sein, dass das Virus sich schneller verbreite oder andere veränderte Eigenschaften habe, die beispielsweise einen schwereren Krankheitsverlauf verursachen. Die Bewertung der Variante sei noch nicht abgeschlossen.
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+++ 16:10 Hausärzte schlagen Alarm: In MV wird Impfstoff knapp +++
Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern klagen über einen Mangel an Impfstoffen. Dies sei besonders bei Biontech der Fall. "Die bereits für die kommende Woche vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rationierte Bestellmenge von 48 Dosen je Arzt wird nach Rückmeldungen unserer Ärzte nochmals um mindestens 50 Prozent reduziert", hieß es von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) in Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Für die folgende Woche seien weitere Rationierungen angekündigt, die auch den Impfstoff von Moderna betreffen könnten. Die KVMV richtete ihren Zorn auf die Bundesregierung: "Sowohl der Bedarf an Boosterimpfungen als auch der Umfang der noch nicht geimpften Personen sind seit Monaten bekannt. Offensichtlich wurden durch den Bund keine notwendigen Maßnahmen getroffen, um für ausreichend Impfstoff zu sorgen", hieß es aus Schwerin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn widersprach dieser Einschätzung.
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+++ 15:50 Fauci: "USA bereiten sich auf Reiseeinschränkungen vor" +++
Der US-Immunologe Anthony Fauci schließt wegen der besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus eine Einschränkung von Reisen aus dem südlichen Afrika in die USA nicht aus. "Das ist sicherlich etwas, worüber man nachdenkt und worauf man sich vorbereitet", sagte der Berater des Präsidenten dem Sender CNN. Er betonte jedoch, dass aktuell noch nicht genug Informationen vorlägen. Auch dazu, ob die neue Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe mindere, könne er noch nichts sagen. "Man ist bereit, alles zu tun, was man tun muss, um die amerikanische Öffentlichkeit zu schützen", sagte Fauci. Für alle Entscheidungen müsse es aber eine wissenschaftliche Grundlage geben.

+++ 15:20 Neue Studie: Corona-Pille weniger wirksam +++
Die Corona-Pille Molnupiravir des US-Pharmakonzerns Merck & Co. hat in einer neuen Studie eine geringere Effizienz zur Vermeidung einer Hospitalisierung und von Todesfällen gezeigt. Das Risiko, aufgrund von Corona nach Einnahme der Tablette im Krankenhaus zu landen oder zu sterben sei mit dem Medikament 30 Prozent niedriger, teilte Merck mit. Vorläufige Daten im Oktober jedoch hatten auf ein um 50 Prozent verringertes Risiko hingedeutet.

+++ 14:56 UN-Touristiker: Über Reiseverbote heute entscheiden +++
Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) dringt auf rasche und einheitliche Entscheidungen über Reisebeschränkungen wegen der neuen Virus-Variante. "Meine Empfehlung ist, Entscheidungen heute und nicht nach einer Woche zu treffen", sagt der Generalsekretär der UN-Organisation, Surab Pololikaschwili. Wenn die Variante sich weiter so ausbreite, wie es zu erwarten sei, werde es spät sein für Beschränkungen.

+++ 14:37 Belgien meldet ersten Fall neuer Variante in Europa +++
Belgien meldet eine erste Infektion mit der in Südafrika nachgewiesenen neuen Coronavirus-Variante. Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sagte in Brüssel, ein aus dem Ausland kommender ungeimpfter Mensch sei positiv auf die Variante B.1.1.529 getestet worden. Deutschland und andere EU-Länder hatten zuvor angekündigt, deshalb den Flugverkehr mit Südafrika drastisch einzuschränken. Zuvor wurden von den belgischen Behörden zwei auffällige Coronavirus-Proben untersucht. Der bekannte Virologe Marc Van Ranst twitterte, die Proben seien auffällig, weil es sich bei ihnen nicht um die Delta-Variante des Virus handele.
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+++ 14:25 Neue Variante: EU liefert noch heute Risikoabschätzung +++
Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC will noch heute eine Einschätzung zur neu aufgetretenen Corona-Variante B.1.1.529 abgeben. Man beobachte die sich entwickelnde Situation genau und werde im Laufe des Tages ein sogenanntes Threat Assessment Brief zu der Variante herausgeben, schrieb die in Stockholm ansässige Behörde auf Twitter. Diese kurze Bewertung, die in ihrem Format demjenigen der umfassenderen Corona-Risikoeinschätzungen der Organisation ähnele, werde voraussichtlich im Laufe des Nachmittags veröffentlicht, sagte eine ECDC-Sprecherin.

+++ 14:02 AfD sagt für Dezember geplanten Präsenzparteitag in Wiesbaden ab +++
Die AfD verschiebt wegen der zugespitzten Corona-Lage ihren für den 11. Dezember in Wiesbaden geplanten Bundesparteitag. Das hat der AfD-Bundesvorstand in einer Telefonkonferenz beschlossen. Das Treffen soll nun 2022 stattfinden. Wie aus dem Gremium verlautete, soll ein konkretes Datum vielleicht kommende Woche gefunden werden. Noch vor wenigen Tagen hatte der Bundesvorstand zunächst an dem Parteitag festgehalten, aber einschränkend auf die dann geltenden möglichen 2G-Regeln in Hotels (geimpft und genesenen) in Hessen und im benachbarten Rheinland-Pfalz verwiesen. Ein signifikanter Teil der Mitglieder der AfD lehnt - aus unterschiedlichen Gründen - eine Impfung gegen Covid-19 ab.

+++ 13:50 Biontech untersucht neue Variante - Ergebnisse binnen zwei Wochen +++
Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech schaut sich die im südlichen Afrika festgestellte neue Variante des Coronavirus in Tests an und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen. "Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests würden Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Biontech teilte weiter mit, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern.
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+++ 13:37 Großbritannien: Variante wohl schon über Südafrika hinaus verbreitet +++
Die neue Virus-Variante B.1.1.529 hat sich nach Einschätzung des britischen Gesundheitsministers Sajid Javid sehr wahrscheinlich bereits über Südafrika und Botswana hinaus in andere Länder verbreitet. Sie sei in Hongkong bei einer Person nachgewiesen worden, die aus Südafrika eingereist sei, sagt er vor dem Parlament. Weitere Fälle seien in Südafrika und Botswana nachgewiesen worden. "Großbritannien war das erste Land, das die potenzielle Bedrohung dieser neuen Variante erkannt und internationale Partner gewarnt hat." RKI-Chef Lothar Wieler betonte bei der Bundespressekonferenz am Vormittag, dass die neue Variante bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden sei.

+++ 13:09 Merkel wirbt für Kontaktreduzierung in ganz Deutschland +++
Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel dringt für den Kampf gegen die bedrohliche Corona-Ausbreitung auf ein stärkeres Gegensteuern in ganz Deutschland. Einzelne Länder hätten sehr massive Kontaktbeschränkungen ergriffen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Alle müssten sich aber darüber klar werden, dass auch Länder in noch relativ besserer Lage mit einer deutlich ernsteren Situation rechnen müssten. Das bedeute, dass auch sie sich möglicherweise auf solche Maßnahmen vorbereiten müssten. Die Kanzlerin werbe dafür, dass man die Situation wirklich ernst nehme und dies in Maßnahmen ausdrücke, sagte Seibert. Er nannte vor allem weniger Kontakte und das Einhalten von Regeln mit Abstand und Masken. Mit Blick auf den Übergang zwischen der geschäftsführenden und der neuen Bundesregierung machte Seibert deutlich, dies bedeute sicherlich nicht, dass man mit schwierigen Maßnahmen lange warten könne. Eine mögliche Bund-Länder-Runde zu Corona schon früher als zum bisher geplanten Termin am 9. Dezember blieb weiterhin offen.

+++ 12:56 Bremen erreicht als erstes Bundesland Impfquote von 80 Prozent +++
Bremen hat als erstes Bundesland 80 Prozent seiner Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitag lag das kleinste Bundesland damit vor dem Saarland (74,8 Prozent) und Hamburg (74,0 Prozent). Bundesweit betrug die Impfquote 68,3 Prozent. Mit 11,8 Prozent Auffrischungsimpfungen rangierte Bremen auf dem zweiten Platz hinter Berlin (12,6).

Das deutsche Impftempo zieht an: Im mehrtägigen Durchschnitt kommen erstmals seit Juli bundesweit wieder mehr als 500.000 Impfdosen pro Tag zum Einsatz. Der Anstieg speist sich größtenteils aus der steigenden Nachfrage nach Boosterimpfungen, aber auch bei den Erstimpfungen zieht die Impfleistung erkennbar an.

+++ 12:45 Wieler schießt gegen KBV-Chef Gassen +++
Auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona- und Impf-Situation holt RKI-Chef Lothar Wieler gegen den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen aus. Grund seien Gassens "empörende Aussagen" bezüglich fehlender Impf-Kapazitäten.

+++ 12:31 WHO rät von Reisebeschränkungen wegen neuer Virusvariante ab +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor neuen Reisebeschränkungen wegen der in Südafrika nachgewiesenen neuen Coronavirusvariante gewarnt. Die WHO empfehle den Ländern, "weiterhin eine risikobasierte und wissenschaftliche Herangehensweise bei der Verhängung von Reisebeschränkungen anzuwenden", sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf. "Vor der Verhängung von Reisebeschränkungen wird gewarnt", fügte er hinzu.

+++ 12:16 Etwa 1300 Verdachtsfälle zu Fälschungen rund um Impfpässe in Bayern +++
Bei Polizei und Staatsanwaltschaften in Bayern sind inzwischen fast 1300 Fälle bekannt, in denen der Verdacht auf Manipulation von Corona-Impfpässen besteht. Die Palette reiche von gefälschten Impfpässen über falsche Stempel und Aufkleber bis hin zu Manipulationen um digitalisierte Impf-Zertifikate, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Die Zahl entwickele sich "sehr dynamisch". Zuletzt waren immer wieder neue Fälle von Kriminalität rund um das Impfen bekanntgeworden. Die "Wirtschaftswoche" berichtete, bundesweit lägen 3100 Ermittlungsverfahren vor. Einer der spektakulärsten Fälle spielt im Landkreis Donau-Ries, wo ein Hausarzt beschuldigt wird, Patienten Spritzen ohne Impfstoff gesetzt zu haben und Impfzertifikate ganz ohne Impfung ausgestellt zu haben.

+++ 12:01 Inzidenz in sächsischem Hotspot steigt auf über 2000 +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz ist der sächsische Erzgebirgskreis die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge weist die krisengeplagte Region einen Wert von 2006,2 neu registrierten Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Dahinter folgen die sächsischen Landkreise Bautzen (1683,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1631,6). Die größten Lichtblicke gibt es laut RKI in Rendsburg-Eckernförde. Demnach weist der Kreis in Schleswig-Holstein mit 85,5 bundesweit niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz auf.

+++ 11:44 Israel vor staatlichem Notstand +++
Israel steht laut Ministerpräsident Naftali Bennett vor einem staatlichen Notstand. "Unser wichtigster Leitfaden ist: schnell, stark und unmittelbar zu handeln", sagt Bennett vor einem Treffen mit Experten, bei der über eine Reaktion auf die neue Virus-Variante gesprochen werden sollte.

+++ 11:29 Experte: Impfungen "fast sicher" weniger effektiv gegen B.1.1.529 +++
Die derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe sind nach Ansicht eines britischen Experten "fast sicher" weniger effektiv gegen die im südlichen Afrika entdeckte neue Variante B.1.1.529. Das sagte James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, in der Radiosendung BBC 4 Today. Ob die Variante auch leichter übertragbar sei, könne anhand der vorliegenden Daten bislang noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. "Wir vermuten das und es gibt einige frühe Daten", fuhr Naismith fort. Sollte sich eine leichtere Übertragbarkeit bestätigen, sei es unvermeidlich, dass die Variante auch nach Großbritannien gelange, so der Experte weiter.

+++ 11:18 Spahn: Weihnachtsmärkte passen nicht zur Lage +++
Das öffentliche Leben in Deutschland sollte "weitestgehend zurückgefahren" werden, fordert der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn. Krankenhäuser wie die Charité seien voll mit Corona-Patienten, aber gleichzeitig fänden Weihnachtsmärkte statt. "Das passt einfach gerade nicht in die Zeit", fügt der CDU-Politiker hinzu.

+++ 10:58 Mediziner: Impfstatus darf keine Rolle bei Triage spielen - "Retter, keine Richter" +++
Aufgrund der vierten Corona-Welle könnten in Deutschland die Intensivbetten knapp werden. Es droht damit eine Situation, in der Ärztinnen und Ärzte entscheiden müssen, welcher Intensivpatient noch behandelt wird und welcher nicht - was in der Öffentlichkeit als Triage als bekannt ist. Der Covid-19-Impfstatus dürfe bei dieser Art von Priorisierung jedoch keine Rolle spielen, heißt es nun in einer überarbeiteten Leitlinie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und weiterer medizinischer Fachgesellschaften. "Die ärztliche Hilfspflicht gilt unabhängig davon, wie das Verhalten des Betroffenen war", betonte Georg Mackmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, bei einer DIVI-Pressekonferenz. "Wir sind Retter, keine Richter." Grund für das Nicht-Impfen könnten etwa "falsche Informationen von 'Querdenkern'" sein. Auch sei die Impfrate in sozioökonomisch benachteiligten Gruppen geringer, eine Priorisierung nach Impfstatus würde daher zu einer gesellschaftlichen Schieflage führen, warnte Mackmann.

+++ 10:44 Söder fordert Bundesnotbreme und Impfpflicht möglichst ab 1. Januar +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Bund in der Corona-Krise zum schnellen Handeln aufgefordert. "Wir brauchen eine wirksame nationale Eindämmungsstrategie", sagte Söder in Rosenheim. Es brauche eine "einheitliche Bundesnotbremse" und ebenso eine raschere Ministerpräsidentenkonferenz. Nötig sei auch eine schnelle allgemeine Impfpflicht - am besten schon am 1. Januar. "Wir brauchen eine Impfpflicht und zwar so schnell wie möglich." Söder machte sich gemeinsam mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek in den Hotspot-Regionen in Südostbayern ein Bild von der Corona-Lage. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 10:32 RKI-Präsident Wieler: "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?" +++
RKI-Präsident Lothar Wieler appelliert, jetzt alles zu tun, um die vierte Welle zu brechen. Er verweist darauf, dass bereits mehr als 100.000 Menschen in Deutschland seit Beginn der Pandemie ihr Leben verloren hätten. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?" fragt Wieler. "Was muss denn noch geschehen", damit alle daran mitwirken, das Virus zu bekämpfen?"

+++ 10:21 Spahn: Zahl der Kontakte muss deutlich runter +++
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußert sich besorgt zur aktuellen Corona-Lage: "Die Lage ist dramatisch ernst, so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie", sagte er in Berlin. Das öffentliche Leben in Deutschland sollte "weitestgehend zurückgefahren" werden. Vor zwei Wochen habe er noch gesagt, es sei fünf nach zwölf, vor einer Woche sei es zehn nach zwölf gewesen. "Es ist mittlerweile halb eins, aber der Weckruf ist noch nicht überall angekommen", sagte Spahn. Der CDU-Politiker machte sich für deutlich mehr Kontaktbeschränkungen bundesweit stark. "Die Zahl der Kontakte muss deutlich runter." Es nütze alles nichts. Großveranstaltungen und Feiern müssten abgesagt werden. Die Ministerpräsidentenkonferenz müsse schon in den nächsten Tagen zusammenkommen und darüber entscheiden. "Wir müssen jetzt diese Welle stoppen", sagte Spahn. Es brauche in dieser nationalen Notlage das Zusammenstehen aller Verantwortlichen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 10:03 Veranstalter sagen Grüne Woche ab +++
Die Grüne Woche 2022 fällt aus. Acht Wochen vor der geplanten Eröffnung sagten die Veranstalter die Agrar- und Ernährungsmesse nun ab. Angesichts der Wucht der vierten Corona-Welle werde es im Januar und Februar keine Großveranstaltungen geben, teilte die Messe Berlin mit. Davon betroffen ist auch die Fruchthandelsmesse Fruit Logistica; die internationale Fachbesucher-Messe wird von Februar auf Anfang April verschoben.

+++ 09:45 Studie klärt auf: Wer sind die Ungeimpften? +++
Erst hagelt es Kritik ob der zu langsamen Corona-Impfstoff-Bestellung, jetzt tobt eine Debatte um die grundsätzliche Nützlichkeit einer Immunisierung. Zwischen Impflingen und Ungeimpften scheint eine große Lücke zu klaffen - dabei sind Letztere keine homogene Gruppe, wie eine Studie der Universität Erfurt zeigt.

+++ 09:25 Corona-Variante aus dem Süden Afrikas auch in Israel entdeckt +++
In Israel wurde nach offiziellen Angaben eine Person identifiziert, die sich mit einer zuerst in südafrikanischen Ländern entdeckten neuen Variante des Coronavirus infiziert hat. Zwei weitere Personen seien Verdachtsfälle, die noch auf ihre Testergebnisse warteten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Sie befänden sich in Quarantäne. Eine Sprecherin der Behörde zur Corona-Bekämpfung bestätigte, dass es sich um die Variante B.1.1.529 handelt, die aus dem südlichen Afrika stammt. Die infizierte Person sei aus Malawi nach Israel zurückgekehrt, hieß es weiter vom Ministerium. Die anderen beiden seien ebenfalls aus dem Ausland zurückgekehrt. Alle drei Personen seien geimpft worden. Ihr genauer Status werde derzeit überprüft. Es werde zudem nach weiteren Kontakten gesucht.

+++ 09:10 Von der Leyen: Reisen aus südafrikanischen Ländern aussetzen +++
Wegen der Ausbreitung einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus will die EU-Kommission Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit.

+++ 08:57 Bundesregierung schränkt Flugverkehr aus Südafrika wegen Corona-Variante ein +++
Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit. "In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern." Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne - auch wenn sie vollständig geimpft sind. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:32 Verlegung von Intensivpatienten: Luftwaffe startet am Nachmittag mit Hilfsflügen +++
Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

+++ 08:25 WHO untersucht neue Variante auf ihre Gefahr hin +++
Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove in einem Briefing. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. "Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat", sagte Kerkhove. Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Varianten mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie "Variant of Concern", auf deutsch "besorgniserregende Variante". Eine der "Variants of Concern" ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

+++ 08:20 Baerbock: Womöglich bedarf es zusätzlicher "pauschaler" Maßnahmen +++
Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock hält laut "Spiegel" weder einen weiteren Lockdown noch die Einführung der allgemeinen Impfpflicht für ausgeschlossen. "Ich schließe nicht aus, dass es weiterer Schritte bedarf, womöglich pauschaler", sagt Baerbock dem Nachrichtenmagazin zufolge auf die Frage, ob sie einen weiteren Lockdown ausschließe. "Deswegen ist es so wichtig, die nächsten Tage zu nutzen, um sich ein ehrliches Bild zu machen." Auch eine allgemeine Impfpflicht schlössen die Grünen nicht aus, sagt Baerbock weiter. "Aber akut hilft sie nicht, die vierte Welle zu verlangsamen."

+++ 08:12 Lauterbach warnt vor neuer Virusvariante +++
Der SPD-Gesundheitsexperte, Karl Lauterbach, hat sich wegen der neu entdeckten Virusvariante B1.1.529 besorgt gezeigt. Spezialisten aus Großbritannien stuften die Mutation als sehr gefährlich ein, schrieb Lauterbach auf Twitter. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, müssten sofort Reisebeschränkungen erfolgen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:02 Kanzleramtschef Braun rechnet mit Flugunterbrechungen nach Südafrika +++
Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun rechnet damit, dass wegen einer neuen Corona-Variante "in Kürze" der Flugverkehr aus Deutschland ins südliche Afrika unterbrochen werden muss. "Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert", sagte Braun im ARD-Morgenmagazin. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Braun betonte, dass deswegen auch Gespräche mit dem Robert-Koch-Institut geführt würden.

+++ 07:46 Esken schließt Lockdown im Winter nicht aus +++
SPD-Co-Chefin Saskia Esken plädiert nicht für einen Lockdown im Winter, schließt ihn aber auch nicht aus. Jetzt müssten die 2G- und 2G-plus-Regeln angewandt und vor allem kontrolliert werden, sagt sie in der ARD. "Wir sind der Auffassung, dass geimpfte Menschen, die jetzt in den letzten Monaten alles richtig gemacht haben, die sich haben impfen lassen und sich um einen Booster-Termin bemühen, dass wir die nicht in einen Lockdown schicken können, um eben vor allem Ungeimpfte zu schützen." Auf die Frage, ob sie sagen könne, dass es keinen kurzen harten Winter-Lockdown geben könne, sagt Esken: "Ich würde heute, Stand heute und auch schon gestern und vorgestern nichts ausschließen, was wir in die Hand nehmen müssen, welche Instrumente wir in die Hand nehmen müssen, um diese Welle zu brechen."

+++ 07:29 Auch Japan verschärft Kontrolle von Einreisenden aus Südafrika +++
In Japan hat die Regierung eine Verschärfung der Grenzkontrollen für Einreisende aus Südafrika und fünf anderen afrikanischen Ländern beschlossen, wie die Nachrichtenagentur Jiji meldet. Hintergrund sei die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante.

+++ 07:09 Bolsonaro gegen Karnevalsfeiern in Brasilien im nächsten Jahr +++
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich wegen der Corona-Krise dagegen ausgesprochen, im nächsten Jahr wieder wie gewohnt Karneval zu feiern. "Wenn es nach mir geht, wird es keinen Karneval geben", sagte Bolsonaro in einem Radio-Interview. "Aber das entscheide nicht ich. Laut dem Obersten Bundesgericht entscheiden die Gouverneure und Bürgermeister." Der weltberühmte brasilianische Karneval war in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Im nächsten Jahr planen Hochburgen wie Rio de Janeiro und São Paulo erneut große Feierlichkeiten, allerdings unter Vorbehalt mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie.

+++ 06:40 FDP-Chef Lindner fordert von Ländern volle Nutzung der Anti-Corona-Maßnahmen +++
Angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen hat FDP-Chef Christian Lindner die Bundesländer aufgefordert, die rechtlichen Möglichkeiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie vollständig auszuschöpfen. "Mit Kontaktbeschränkungen und Vorschriften für Abstand und Hygiene verfügen die Länder über weitere rechtliche Möglichkeiten", sagte Lindner der "Bild"- Zeitung. "Auch Freizeitevents können eingeschränkt werden. Viele Maßnahmen sind noch nicht ausgeschöpft. Dies sollte nun dringend erfolgen." Die derzeitige Corona-Lage sei "sehr gefährlich", sagte Lindner weiter. "Jeder Tag zählt, um Gefahren abzuwenden und um Zeit für Impfen und Boostern zu gewinnen."

+++ 06:07 Sorge vor neuer Corona-Variante: Israel beschränkt Afrikareisen +++
Aus Sorge vor einer neuen Variante des Coronavirus hat Israel sofortige Reisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder verhängt. Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini seien nach einer Sonderberatung als "rote Länder" eingestuft worden, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett mit. Ausländer dürften aus diesen Ländern nicht mehr nach Israel einreisen, heißt es in der Mitteilung. Israelis, die aus diesen Ländern zurückkehrten, müssten für bis zu 14 Tage in Quarantäne in ein Corona-Hotel. Nach einer Woche könnten sie sich jedoch mit zwei negativen PCR-Tests freitesten. Grund der Entscheidung in Israel ist eine neue Variante von Sars-CoV-2 aus dem südlichen Afrika mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1529.

+++ 05:21 Marburger Bund bittet um Solidarität: Impfen, Abstand, Kontakte reduzieren +++
Der Ärzteverband Marburger Bund hat angesichts der kritischen Lage in vielen Kliniken alle Bürger eindringlich dazu aufgerufen, eine weitere Corona-Ausbreitung abzuwenden. Es gelte, dieser verhängnisvollen Entwicklung Einhalt zu gebieten - durch "praktizierte Solidarität mit den Mitmenschen" und mit denen, die in den Krankenhäusern Patienten versorgten und zunehmend an das Ende ihrer Kräfte gelangten, heißt es in einem Appell des Verbands. Schon jetzt drohten Patienten Schaden zu erleiden, die ebenfalls schwer erkrankt oder verletzt seien und eine Intensivbehandlung benötigten. "Wir alle dürfen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Gemeinsam können wir die vierte Welle brechen", erklärt der Marburger Bund. Daher sollten Bürger sich impfen lassen, Kontakte auf ein notwendiges Minimum reduzieren, Gedränge und Großveranstaltungen meiden und Regeln zu Abstand und Masken beachten.

+++ 04:54 Hausärzte erhalten deutlich weniger Biontech-Dosen +++
Die Hausärzte werden in der nächsten Woche nur die Hälfte der gewünschten Impfstoffe erhalten, warnt der Apothekerverband Nordrhein. "Es sieht so aus, dass die Ärzte nur knapp 50 Prozent der vorbestellten Biontech-Impfstoffe in der nächsten Woche bekommen, teilweise sogar weniger als die ursprünglich garantierten 30 Impfdosen", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der "Rheinischen Post". "Bei den niedergelassenen Ärzten wird offensichtlich auf Kosten der Impfzentren und öffentlichen Impfteams gespart. Diese erhalten 1,5 Millionen Impfdosen und die Arztpraxen nur 2,5 Millionen", erklärt Preis mit Blick auf die Bundeszahlen. "Es ist sehr ärgerlich, dass die Arztpraxen auf Grund hoher Zuteilungen an öffentliche Impfstellen noch nicht einmal die ursprünglich zugesagten 30 Impfdosen erhalten." Sofern die Hausärzte Moderna-Impfstoff bestellt haben, bekommen sie ihn: "3,9 Millionen bestellte Moderna-Dosen werden ungekürzt ausgeliefert werden können", so Preis weiter.

+++ 04:08 RKI meldet 76.414 Neuinfektionen und 357 Todesfälle - Inzidenz bei 438,2 +++
Die Gesundheitsämter meldeten laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen 76.414 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 52.970 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 438,2 an - ebenfalls ein Höchstwert. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7 (Vormonat: 113,0). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 357 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 201 Todesfälle. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 4.775.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.476.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 03:53 WHO: Impfungen haben halbe Millionen Leben in Europa gerettet +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die Corona-Impfungen allein in Europa mindestens einer halben Million Menschen das Leben gerettet haben. Das in Kopenhagen ansässige Europa-Büro der WHO veröffentlicht am Donnerstag einen Bericht, wonach allein in der Altersgruppe über 60 in rund 30 europäischen Ländern seit Beginn der Impfkampagne insgesamt 470.000 Menschenleben gerettet wurden. Die Altersgruppe unter 60 wird in der Schätzung nicht berücksichtigt. Basierend auf den Zahlen geht die WHO davon aus, dass in England fast 160.000 Menschenleben gerettet wurden, in Frankreich rund 39.000. Für 20 Länder der Region lagen für die Erhebung keine Daten vor, darunter Deutschland, die Niederlande, Russland und die Türkei. Die Studie zeige, dass die Impfstoffe das täten, was sie versprechen: "sie retten Leben, indem sie einen hohen Schutz vor schweren Verläufen und dem Tod bieten", sagt WHO-Europadirektor Hans Kluge.

+++ 03:10 Tschechiens Präsident Zeman nach positivem Corona-Test im Krankenhaus +++
In Tschechien wird Präsident Milos Zeman nach einem positiven Corona-Test ins Krankenhaus gebracht. Der 77-Jährige werde dort behandelt, sein Arbeitsprogramm sei ausgesetzt, teilt sein Büro mit. Zeman sollte eigentlich am heutigen Freitag den bisherigen Oppositionsführer Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten ernennen. Zeman war erst wenige Stunden zuvor wegen einer anderen Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden.

+++ 02:33 Kinderärzte-Chef: Wert von Kinderimpfung nicht überbewerten +++
Corona-Impfungen für Kinder ab fünf Jahren werden nach Ansicht von Fachmedizinern nur eine vergleichsweise geringe Rolle im Kampf gegen die Pandemie spielen. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sagt den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er warne die Politik davor, "im Kampf gegen Corona zu sehr auf Impfungen der Fünf- bis Elfjährigen zu setzen". Fischbach betont: "Es wäre falsch, den Druck auf diese Gruppe zu erhöhen, da sie kein Treiber der Pandemie ist." Dies seien weiterhin die ungeimpften Erwachsenen. Infizierte Kinder seien dagegen weniger ansteckend und erkranken auch selbst nur sehr selten schwer an Covid-19. Deswegen müsse der Druck auf ungeimpfte Erwachsene "erheblich wachsen", fordert Fischbach. Er bekräftigt, die Kinder- und Jugendärzte seien für eine Impfpflicht für Erwachsene. Fischbach verlangte, die künftige Bundesregierung solle bei diesem Thema "mutig voran gehen und eine solche Impfpflicht einführen anstatt ständig durch mangelnden Mut fehlgeleitet Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen".

+++ 02:06 Aktivisten wollen Deutschland verklagen - Impfpatente nicht ausgesetzt +++
Menschenrechtsaktivisten wollen Deutschland, Norwegen und Kanada wegen der stockenden Verhandlungen über die Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe verklagen. Die drei Länder hätten "wiederholt den einzigen Schritt blockiert, den die große Mehrheit der Welt fordert: den Verzicht auf die Regeln zum geistigen Eigentum in der WTO", erklären mehrere Nichtregierungsorganisationen am Donnerstag in Genf. Auch Großbritannien machen die Aktivisten Vorwürfe. "Während der gesamten Pandemie hat die britische Regierung die Interessen der großen Pharmakonzerne über die Notwendigkeit gestellt, weltweit Leben zu retten", kritisiert Nick Dearden von Global Justice Now. Beteiligt an der Aktion sind zudem die Organisationen Movement Law Lab, Oxfam, Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen. Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken. Mehrere Dutzend Länder unterstützen das Vorhaben, darunter die USA und China. Abgelehnt wird die Aussetzung der Patente unter anderem von Deutschland.

+++ 01:42 Bolsonaro: Wirtschaft bricht bei weiterem Lockdown zusammen +++
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro warnt vor massiven Folgen für die Wirtschaft, sollte im Land ein neuer Lockdown verhängt werden. Dann würde die Wirtschaft definitiv zusammenbrechen, sagt der weit rechts stehende Politiker. Er hat immer wieder die Corona-Pandemie verharmlost und die Erkrankungen als kleine Grippe tituliert. In Brasilien starben nachweislich bislang über 613.000 Menschen mit oder an dem Coronavirus. Nur in den USA gibt es mehr Corona-Tote.

+++ 01:18 Habeck offen für allgemeine Impfpflicht - Umsetzung wird problematisch +++
Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck zeigt sich offen für eine allgemeine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus, sieht dabei aber auch Probleme. Auf einer politisch-ethischen Ebene würde er eine allgemeine Impfpflicht angesichts der Dramatik der Pandemie zwar bejahen; der Schaden für die gesamte Gesellschaft sei sonst zu groß, sagt der designierte Vizekanzler der "Süddeutschen Zeitung". "Auf der praktischen Ebene muss ich aber auch sagen: Das lässt sich nicht mal eben so machen, sondern die Rechtsfragen und die Umsetzung müssen gut durchdacht sein." "Selbst wenn eine allgemeine Impfpflicht morgen gelten würde, wäre es zu spät, um die vierte Welle zu brechen", so Habeck. Aktuell helfe es nicht, sich auf eine Impfpflicht zu fokussieren, sondern man müsse Zeit für die Auffrischungsimpfungen gewinnen.

+++ 00:42 Frankreich kündigt Grenzkontrollen an +++
Frankreich kündigt verstärkte Grenzkontrollen an, um das Corona-Virus einzudämmen. "Wir werden sie mit mehreren Maßnahmen verstärken", sagt Gesundheitsminister Olivier Veran dem Sender TF1. Details dazu würden in den nächsten 24 bis 48 Stunden festgelegt. Die Regierung hatte zuvor verschärfte Maßnahmen auf den Weg gebracht, um einer fünften Infektionswelle entgegenzuwirken.

+++ 23:51 Bericht: Thüringer AfD-Chef Höcke mit Coronavirus infiziert +++
Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das geht nach Recherchen von MDR Thüringen aus Landtags- und Sicherheitskreisen hervor. Auf Anfrage sagt Fraktionssprecherin Lydia Funke, die AfD äußere sich grundsätzlich nicht zu Fragen der Gesundheit von Mitarbeitern. Auch Co-Parteisprecher Stefan Möller äußert sich auf Anfrage nicht. Am Mittwoch hatte Höcke am Sonderplenum im Landtag zur Pandemielage nicht teilgenommen. Höcke selbst hatte die Corona-Pandemie im MDR Thüringen-Sommerinterview 2020 für beendet erklärt. In den vergangenen Monaten hatte sich die AfD im Thüringer Landtag immer wieder gegen strenge Regeln zur Eindämmung der Pandemie ausgesprochen.

+++ 23:22 Briten stellen Teil des Flugverkehrs nach Afrika ein +++
Wegen einer besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika schränkt die britische Regierung den Flugverkehr aus mehreren Ländern der Region ein. Zudem gilt für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne. Betroffen von der neuen Regelung seien Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Zimbabwe, teilt der britische Gesundheitsminister Sajid Javid mit. Es gebe Hinweise darauf, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1529 womöglich noch ansteckender sei als die Delta-Variante und dass die verfügbaren Impfstoffe weniger wirksam dagegen seien, so Javid. Der Flugverkehr aus den sechs Ländern sollen von Freitagmittag an eingestellt werden. Von Sonntag an gilt für Rückkehrer eine Pflicht zur Hotelquarantäne. Bislang wurden in Großbritannien keine Fälle mit der neuen Variante festgestellt. Täglich kommen jedoch nach Angaben der Nachrichtenagentur PA rund 500 bis 700 Menschen allein aus Südafrika in dem Land an.

+++ 22:55 Impf-Musterschüler Portugal verhängt Beschränkungen +++
Trotz hoher Impfquote führt auch Portugal angesichts steigender Infektionszahlen wieder Corona-Beschränkungen ein. Alle Flugreisenden, die ins Land kommen wollten, müssten bei ihrer Ankunft einen negativen Test vorweisen, sagte Ministerpräsident Antonio Costa bei einer Pressekonferenz. Das gelte auch für Geimpfte und Genesene. Ebenfalls für Besuche von Nachtclubs, Bars, Großveranstaltungen und Pflegeheimen müssten komplett Immunisierte einen negativen Test vorzeigen. In Innenräumen sei es wieder verpflichtend, Masken zu tragen. Portugal gehört zu den Ländern mit der weltweit höchsten Impfquote.

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Quelle: ntv.de, mau/als/dpa/AFP/rts

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