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Unglück bei Neujahrsfest in Indien 106 Menschen sterben bei Tempelbrand

Mehr als 10.000 Menschen versammeln sich in Südindien zu den Feierlichkeiten fürs Hindu-Neujahr. Sie wollen einem Feuerwerk beiwohnen, das nicht genehmigt ist. Es kommt zur Katastrophe: Explosionen, ein Großbrand, viele Tote und Hunderte Verletzte.

Bei einem Brand in einem Hindu-Tempel im Süden Indiens sind mehr als Hundert Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei in der Stadt Paravur gab die Zahl der Toten durch das Feuer mit mindestens 106 an. Außerdem wurden mehr als 300 Tempelbesucher verletzt.

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Die Tragödie wurde nach Behördenangaben durch ein nicht genehmigtes Feuerwerk ausgelöst, zu dem sich Tausende Familien an dem Hindu-Tempel Puttingal Devi in der Küstenstadt versammelt hatten.

Die Marine und die Luftwaffe schickten Hubschrauber, um die Verletzten in Krankenhäuser zu bringen. Bis zum Morgen kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen, die mehrere Gebäude zum Einsturz brachten. An der Befreiung festsitzender Menschen waren auch Polizisten beteiligt.

Katastrophe hätte noch schlimmer ausfallen können

Mit dem Feuerwerk sollte das hinduistische Neujahrsfest gefeiert werden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI brach das Feuer wahrscheinlich aus, als ein Teil der Feuerwerkskörper explodierte, die in einem Lagerraum am Rande des Tempelgeländes gelagert waren. Der Premier des Staates Kerala, Oommen Chandy, sagte, die Tempelmitarbeiter hätten das Feuerwerk abgehalten, obwohl ihnen von den örtlichen Behörden eine Genehmigung aus Sorge um die Sicherheit verweigert worden war.

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Das Feuer brach aus, nachdem drei Viertel des Feuerwerks bereits abgebrannt waren. "Sonst hätte es noch viel, viel, viel mehr Opfer gegeben", sagte der Abgeordnete N.K. Premachandran zu NDTV. Die Zahl der Toten könnte zudem noch steigen, da viele Verletzte schwerste Verbrennungen erlitten. "Es wird auch viele Amputationen geben", sagte der Arzt D. Mohandas vom Krankenhaus Thiruvananthapuram.

Regierungschef reist zu Unglücksort

Am Nachmittag besuchte der indische Premierminister Narendra Modi die Unfallstelle und einige Überlebende im Krankenhaus. Die indische Regierung werde der Staatsregierung in Kerala alle mögliche Hilfe zur Verfügung stellen, ließ er anschließend mitteilen.

Auch aus Europa kamen Beileidsbekundungen. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb auf Twitter: Kanzlerin Merkel trauere mit den Menschen in Indien um die Toten des Unglücks im Tempel von Paravur und hoffe auf Genesung der Verletzten. Ebenso drückte Papst Franziskus sein tiefes Beileid für die Opfer aus und ließ mitteilen, er bete für alle Betroffenen.

In Indien kommt es in Tempeln und auf religiösen Festivals immer wieder zu tödlichen Bränden und Massenpaniken. Grund sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen.

Quelle: n-tv.de, vpe/shu/ahe/dpa/AFP

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