Panorama

Wohnbereiche unter Quarantäne 12 Tote nach Ausbruch in Berliner Altenheim

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Seit dem Auftreten des ersten Falles ist das Heim für Besucher geschlossen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anfang Oktober wird ein erster Bewohner eines Berliner Altenheims im Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet. Vier Wochen später liegen die Testergebnisse für die Einrichtung vor: 27 Bewohner und 17 Mitarbeiter sind Corona-positiv. Zwölf von ihnen sind innerhalb von fünf Wochen gestorben.

In einem Alten- und Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg sind nach einem Corona-Ausbruch innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen gestorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase."

Am 8. Oktober sei ein erster Bewohner bei einem Krankenhausaufenthalt positiv getestet worden, sagte die Sprecherin. "Danach erfolgten Teil-Testreihen in einzelnen Wohnbereichen. Zum 3. November lagen erstmals Testergebnisse für das gesamte Haus vor. Aktuell sind 27 Bewohner und 17 Mitarbeiter Corona-positiv."

Seit dem Auftreten des ersten Falles sei das Heim für Besucher geschlossen worden. "Alle Hygienemaßnahmen nach Standard des Robert-Koch-Instituts werden umgesetzt, die Mitarbeiter arbeiten alle mit FFP-2 Masken und zusätzliche Flächendesinfektion wird regelmäßig durchgeführt." Wohnbereiche mit Covid-19-Fällen seien unverzüglich unter Quarantäne gestellt worden.

"Antwort soll auch nicht einfach Abschottung heißen"

Bund und Länder wollen Risikogruppen wie Kranke, Pflegebedürftige, Behinderte und eben auch Senioren besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen. Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten. Darauf verständigten sich Bund und Länder bereits Ende Oktober bei einer Video-Konferenz von Kanzlerin Angela mit den Ministerpräsidenten. Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.

"Schutz vor der Gefahr des Virus ist notwendig, aber die Antwort soll auch nicht einfach Abschottung heißen", sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Sobald zuverlässige Impfstoffe vorlägen, könnten sich diejenigen, die für die Versorgung von Kranken und Betreuungsbedürftigen zuständig seien, zügig impfen lassen. Das gelte auch für Risikogruppen, also auch für Pflegebedürftige.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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