Panorama

Krankes Kind steckt keinen an 172 Kontaktpersonen von Corona verschont

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Zwar verläuft eine Corona-Infektion bei Kindern zumeist milde, es wird aber befürchtet, dass sie ältere Menschen anstecken können.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein mit dem Coronavirus infiziertes Kind hat nachgewiesenen Kontakt zu 172 Menschen. Die Behörden testen die Personen - sie sind allesamt negativ. Der Fall beschäftigt die Wissenschaft, möglicherweise stellen Kinder ein geringeres Ansteckungsrisiko dar als befürchtet.

Der Fall eines neunjährigen französischen Kindes, das trotz einer längere Zeit unentdeckt gebliebenen Coronavirus-Infektion niemanden ansteckte, beschäftigt die Wissenschaft. Einer kürzlich in der US-Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Studie zufolge fielen Coronavirus-Tests bei allen 172 Kontaktpersonen des Kindes negativ aus. Den Forschern zufolge könnte der Fall darauf hindeuten, dass Kinder bei der Verbreitung von Sars-Cov-2 keine wichtige Rolle spielen.

Das neunjährige Kind hatte sich in der ostfranzösischen Region Haute-Savoie mit dem Coronavirus angesteckt und ohne Kenntnis seiner Infektion an drei Ski-Kursen teilgenommen. Die Gesundheitsbehörden machten später 172 Menschen aus, die während der Inkubationszeit mit dem Kind in Kontakt gekommen waren. Coronavirus-Tests bei sämtlichen der Kontaktpersonen fielen negativ aus. Selbst seine eigenen Geschwister hatte das Kind nicht angesteckt.

Kind hatte nur leichte Symptome

Bei 64 Prozent der Kontaktpersonen seien allerdings saisonale Erkrankungen wie die Grippe festgestellt worden, heißt es in der Studie. Der Fall liefere Hinweise darauf, dass "Kinder möglicherweise keine bedeutende Übertragungsquelle dieses neuartigen Virus sind", heißt es weiter. Das neunjährige Kind habe nur leichte Symptome gehabt, schreiben die Autoren. Wie der Epidemiologe und Ko-Studienautor Kostas Danis sagte, litt das Kind zusätzlich an weiteren Erkrankungen der Atemwege.

Ein großer Teil der bekannten Corona-Infektionen bei Kindern verläuft glimpflich. Befürchtet wird jedoch, dass infizierte Kinder ältere Menschen oder Angehörige von Risikogruppen anstecken könnten. In vielen Ländern sind aufgrund dieser Befürchtung Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP