Panorama

Angriff an Haltestelle19-Jährige für Messerattacke zu neun Jahren Haft verurteilt

09.03.2026, 16:15 Uhr
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Die Frau verdeckt im Landgericht Ansbach ihre Identität. (Foto: picture alliance/dpa)

An einer Bushaltestelle in Mittelfranken endet eine offenbar zufällige Begegnung in einem schweren Unglück. Zwischen zwei Jugendlichen eskaliert ein Streit, ein 15-Jähriger stirbt. Nun muss sich die Tatverdächtige den Konsequenzen stellen.

Wegen des tödlichen Messerangriffs auf einen 15-Jährigen in Mittelfranken muss eine junge Frau eine Jugendhaftstrafe von neun Jahren verbüßen. Das Landgericht Ansbach wertete die Tat als Totschlag. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die 19-Jährige den Jugendlichen im vergangenen Juni mit einem Taschenmesser getötet hatte.

Dem Urteil zufolge waren die beiden jungen Leute zufällig im Juni 2025 an einer Bushaltestelle in der Nähe des Brombachsees aufeinandergetroffen. Demnach kam es zum Streit, als der 15-Jährige die junge Frau auf der anderen Straßenseite nach einer Zigarette fragte. Diese habe aggressiv reagiert und beide hätten einander beleidigt, sagte die Vorsitzende Richterin Elke Beyer.

Schließlich sei die junge Frau mit ihrem Bruder über die Straße gegangen. Zuvor habe sie ein Taschenmesser aus der Handtasche ihrer Partnerin genommen, sagte Beyer. Zunächst sei es zu einem Schlagabtausch zwischen dem Jugendlichen und dem Bruder der Angeklagten gekommen. Dann habe die 19-Jährige dem Opfer wuchtig mit der Faust ins Gesicht geschlagen, der Jugendliche habe zurückgeschlagen. Daraufhin habe die junge Frau ihm das Messer in den Hals gestochen.

Der 15-Jährige habe gerade noch die Hände auf die Wunde legen können, sei dann erst gegen den Zaun, dann auf den Boden gesunken. Mehrere Zeugen seien herbeigeeilt und hätten versucht, ihn zu retten. "Aber all dies hat nichts genützt", sagte Beyer. Der Junge starb noch am Tatort.

Die 19-Jährige soll den Jungen während des Streits auch rassistisch beleidigt haben. Dieser hatte die deutsche und die brasilianische Staatsangehörigkeit. "Für ein rassistisches Motiv haben wir keine Anhaltspunkte gefunden", sagte Beyer. Sie habe die Beleidigung unbedacht gerufen und der Tatablauf spreche auch nicht dafür.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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