Panorama

Coronavirus-Liveticker+++ 23:12 Weil kündigt Stufenplan für Lockerung des Lockdowns an +++

31.01.2021, 20:49 Uhr

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat einen an den Infektionszahlen ausgerichteten Stufenplan für die Lockerung der Corona-Einschränkungen angekündigt. Ein entsprechendes Konzept stellte Weil am Sonntagabend in der ARD vor. Das Konzept sei "eine Handreichung, kein Automatismus", betonte er. "Aber es soll möglichst vielen Menschen ein Gefühl dafür geben, wie kann es denn sein, wenn wir bestimmte Fortschritte erreichen oder auch, wenn wir wieder Rückschläge erleiden." Dem Plan zufolge könnten zum Beispiel Wechselunterricht an den Schulen und uneingeschränkte Trauerfeiern wieder stattfinden, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 sinke.

+++ 21:45 USA haben mehr als 30 Millionen Impfdosen gespritzt +++

Zwei Länder haben neue Zahlen zu ihren Impfkampagnen veröffentlicht:

  • In den USA wurden nach Behördenangaben bereits mehr als 31,1 Millionen Impfdosen verabreicht, darunter auch zahlreiche Zweitimpfungen. Das sind 1,5 Millionen mehr als noch am Samstag gemeldet.

  • In Frankreich liegt die Zahl der Impfungen mit 1,485 Millionen derweil nur knapp über dem Stand vom Vortag. Bis Samstag waren nach Behördenangaben 1,479 Millionen Erstdosen verimpft worden. Der Fortschritt der Impfkampagne wird durch Bürokratie und Lieferengpässe behindert.

  • Großbritannien verzeichnet dagegen Rekordzahlen: Allein am Samstag wurden nach Angaben der Regierung im Vereinigten Königreich knapp 600.000 Impfdosen verabreicht. Die Zahl der Erstimpfungen stieg damit auf knapp neun Millionen. Eine zweite Dosis haben demnach rund 490.000 Menschen erhalten. Bis Mitte Februar will die Regierung allen 15 Millionen Menschen aus den am meisten gefährdeten Personengruppen eine Impfung ermöglichen.

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+++ 21:15 Bundesländer melden weniger als 10.000 Neuinfektionen +++

Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf insgesamt 2.220.601 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 9473 Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 267 auf 57.164. Als aktuell infiziert gelten etwa 227.300 Personen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert, also die Ansteckungsrate, wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,91 (Vortag 0,92) angegeben. Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 91 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken.

Tab+: Pandemie-Parameter, Aktuelle Kennziffern zum Infektionsgeschehen in Deutschland

Der aktuelle Tageszuwachs an neu erkannten Fällen bedeutet den niedrigsten Sonntagswert seit 25. Oktober (damals 9432 neue Fälle) - also seit drei Monaten. Auch im Wochenvergleich wird deutlich, wie stark sich die Fallzahlen derzeit abschwächen. Der aktuelle Tageszuwachs an neuen Fällen liegt deutlich unter den Sonntagswerten von vor sieben Tagen (24.1.: 10.810 neue Fälle) und vor 14 Tagen (17.1.: 12.851). Das Niveau der Todesfälle scheint aktuell an einem Wendepunkt: Der aktuelle Sonntagswert liegt auf dem Niveau von vor einer Woche (24.1.: 260 Corona-Tote) und deutlich unter dem Wert von vor 14 Tagen (17.1.: 319).

+++ 20:49 Mehr als 11.000 Neuinfektionen in Italien +++

In Italien melden die Behörden 237 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 88.516. Das ist der zweithöchste Wert in Europa nach Großbritannien und der sechsthöchste weltweit. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden zudem 11.252 Neuinfektionen binnen 24 Stunden nachgewiesen. Insgesamt sind mehr als 2,55 Mio. Ansteckungsfälle bekannt.

+++ 20:38 Kuba registriert erstmals über 1000 Neuinfektionen pro Tag +++

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie registriert Kuba mehr als 1000 Neuinfektionen pro Tag. 1012 neue Fälle werden innerhalb von 24 Stunden festgestellt, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Karibikinsel ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Insgesamt haben sich nachweislich rund 26.000 Menschen mit dem Virus infiziert. 214 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen, ordnete die Regierung in Havanna am Wochenende eine Reduzierung der Flüge aus den USA, Mexiko, Panama, Bahamas, der Dominikanischen Republik, Jamaika und Kolumbien an.

+++ 20:12 Frankreichs Kliniken melden höchste Covid-Patientenzahl seit zwei Monaten +++

Die Zahl der Corona-Patienten in französischen Krankenhäusern steigt auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. Sie belief sich nach Behördenangaben am Sonntag auf 27.613. Das sind 331 mehr als am Vortag und so viele wie zuletzt Anfang Dezember.

+++ 19:57 Spahn lehnt Schuldzuweisungen bei Impfproblemen ab +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wehrt sich gegen Schuldzuweisungen bei Problemen mit der Impfstoffversorgung. Es helfe im Moment nicht, "wenn jeder mit dem Finger auf den anderen zeigt", sagt der CDU-Politiker im ZDF. Die Dinge müssten zwar aufgearbeitet werden. "Aber in der Akutphase der Pandemie müssen wir jetzt erstmal die Probleme des Tages lösen." Auf die Frage, ob die EU-Kommission in Brüssel Verantwortung trage, sagte Spahn: "Im nachhinein hätte man auch natürlich dort, wie auch im Bund, wie auch im Land, wie auch im Landkreis manche Dinge früher machen können."

+++ 19:27 Astrazeneca liefert EU neun Millionen Dosen zusätzlich +++

Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca wird der EU im ersten Quartal neun Millionen Dosen zusätzlich liefern. Das teilt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Damit steigt die Zahl der bestellten Dosen in diesem Zeitraum auf 40 Millionen. Die Auslieferung werde laut von der Leyen eine Woche vor dem eigentlich vorgesehenen Termin beginnen. "Das Unternehmen wird ebenfalls seine Produktionskapazitäten in Europa ausweiten", schreibt von der Leyen.

+++ 19:24 Altmaier erwägt Verkauf von Staatsbeteiligungen zu Corona-Finanzierungen +++

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwägt den Verkauf von Staatsbeteiligungen, um die hohen Kosten der Corona-Krise zu finanzieren. "Der Wert der staatlichen Beteiligungen ist in den letzten Jahren ordentlich gewachsen. Deshalb sollten wir prüfen, welche staatlichen Beteiligungen zurückgefahren werden können", sagt Altmaier der "Welt am Sonntag". Auch das bringe Geld in die Staatskasse, das gut für Zukunftsinvestitionen genutzt werden könne. Der Bund hält Staatsbeteiligungen im Milliardenwert. Altmaier spricht sich dagegen aus, als Alternative für höhere Einnahmen die Steuern zu erhöhen. "Je schneller die Wirtschaft wieder in Gang kommt und ihre Selbstheilungskräfte wirken lassen kann, umso mehr wachsen die Steuereinnahmen, ohne dass wir die Steuern erhöhen müssen", sagt er der "WamS".

+++ 18:59 Impfstoff-Knappheit: Scholz kritisiert Einkaufspolitik der EU +++

Bundesfinanzminister Olaf Scholz kritisiert die Strategie der Europäischen Union beim Einkauf von Corona-Impfstoffen. "Es wäre gut gewesen, Europa hätte mehr Impfstoff bestellt. Viel weiter über den eigenen Bedarf hinaus", sagt der SPD-Kanzlerkandidat der "Süddeutschen Zeitung". Am Geld wäre ein solches Vorgehen aus seiner Sicht nicht gescheitert. "Über den Kauf der Impfstoffe hat die EU-Kommission verhandelt. Wenn die Kommission von uns weitere Finanzmittel erbeten hätte, hätten wir auch der EU zusätzliches Geld überwiesen."

+++ 18:27 Großbritannien meldet 587 weitere Tote und 21.000 Neuinfektionen +++

In Großbritannien melden die Behörden 587 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus und 21.088 Neuinfektionen. Am Vortag wurden 1200 weitere Todesfälle und mehr als 23.000 Neuinfektionen verzeichnet. Nach offiziellen Daten haben bislang 8,98 Millionen Menschen die erste von zwei Impfdosen erhalten.

+++ 18:11 Tausende protestieren in Wien gegen Auflagen +++

In Wien protestieren nach Schätzung der Polizei rund 5000 Menschen trotz Demonstrationsverbots gegen die Corona-Auflagen der Regierung. Es kommt zu Rangeleien mit der Polizei. Mehrere Kundgebungen gegen die Beschränkungen waren untersagt worden, darunter eine der rechten Oppositionspartei FPÖ. Sie hat verschiedene Beschränkungen als "Corona-Wahnsinn" kritisiert. Österreich ist seit dem 26. Dezember im dritten Lockdown. Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf benötigt werden, sind geschlossen.

+++ 17:50 Schweiz muss Impfplan korrigieren +++

Auch die Schweiz ist massiv von Lieferengpässen mit Corona-Impfstoffen betroffen. Sie kann deshalb im Februar nur halb so viele Impfungen vornehmen wie vorgesehen, wie das Bundesamt für Gesundheit berichtet. Ursprünglich vorgesehen waren 1,3 Millionen Impfungen. Tatsächlich stehen nun aber nur 650.000 Impfdosen der Unternehmen Pfizer/Biontech und Moderna zur Verfügung. Das Bundesamt erklärt, man sehe keine gravierenden Konsequenzen. Die nicht gelieferten Dosen dürften spätestens im März eintreffen. Die Regierung hatte versprochen, dass bis Juni in der Schweiz alle Menschen, die das wünschen, geimpft werden können. Bis 27. Januar wurden in der Schweiz gut 262.000 Impfungen vorgenommen. Rund drei Prozent der Bevölkerung dürften damit geimpft worden sein. Für die Verabreichung der nötigen zweiten Dosis steht nach Erkenntnissen des Bundesamtes genügend Impfstoff zur Verfügung.

+++ 17:25 Spahn korrigiert Masken-Vergütung der Apotheker nach unten +++

Bundesgesundheitsmister Jens Spahn reagiert auf Kritik an überhöhten Erstattungspauschalen, die Apotheker für die Ausgabe von FFP2-Masken an Corona-Risikopatienten abrechnen können, und kürzt die Vergütung. Wie aus einem Referentenentwurf zur Änderung der Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung hervorgeht, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, sollen Apotheker statt der bislang 6 Euro pro Maske in der dritten Verteilwelle ab dem 10. Februar nur noch 3,30 Euro je Maske abrechnen können. Allerdings kommt zu den 3,30 Euro noch die Umsatzsteuer hinzu, die bislang in den 6 Euro enthalten gewesen ist. Angesichts von Einkaufspreisen zwischen 60 und 70 Cent je Maske hatte es zuletzt scharfe Kritik an den Vergütungssätzen gegeben.

+++ 17:00 Lauterbach fordert Impfplanung bis Juni +++

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine Impfplanung bis Juni: "Vom Impfgipfel erwarte ich Transparenz über die Liefermengen - und zwar nicht nur bis Februar, sondern bis Juni. Denn davon leitet sich maßgeblich die weitere Lockdown-Strategie ab", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Wenn wir bis Sommer nicht genug Impfstoff haben, müssen wir die Vorsichtsmaßnahmen hochhalten. Vor allem, weil wir nicht wissen, ob wir die Mutation aus Südafrika aufhalten können." Lauterbach forderte weiter: "Zum Zweiten sollte der Impfgipfel klare Maßnahmen verabreden, um die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Zum Dritten sollten die Länder bei der Terminvergabe voneinander lernen. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein läuft es gut, in Nordrhein-Westfalen eher schlechter. Das habe ich selbst erlebt, als meine Schwester und ich für meine fast 86-jährige Mutter einen Termin gemacht haben. NRW muss sein System überarbeiten und vereinfachen."

+++ 16:34 FFP2 für 20 Euro - Berliner Behörden zahlten horrende Stückpreise bei Maskenbeschaffung +++

Seit dem 1. Januar hat die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung 47,6 Millionen Euro für die Beschaffung von Mund-Nasen-Schutzen, OP-Masken und FFP-Masken ausgegeben. Das berichtet das Nachrichtenportal t-online unter Berufung auf eine Anfrage des arteilosen Abgeordneten Marcel Luthe. Bei der Beschaffung der Masken zahlten die Behörden teilweise horrende Stückpreise. Im März und April zahlten die Amtsgerichte Spandau, Köpenick und Weißensee rund 18 beziehungsweise 20 Euro je FFP2-Maske. Die Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zahlte beim Kauf von 45.000 einfachen Stoffmasken rund sieben Euro das Stück. Den Stückpreis beim Einkauf von 45 Millionen weiteren Masken für Personal im Ordnungs-, Rettungs-, Gesundheits- und Pflegewesen verweigerte die Senatsgesundheitsverwaltung laut Magazin.

+++ 16:05 Mehr als 200 Festnahmen in Brüssel wegen verbotener Demonstrationen +++

Um zwei verbotene Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der belgischen Regierung zu verhindern, nimmz die Polizei in Brüssel mehr als 200 Menschen fest. Ein Platz vor dem Hauptbahnhof, wo die meisten Demonstranten zusammenkamen, wird evakuiert. Unter den Anwesenden sind nach Polizeiangaben auch zahlreiche Fußball-Fans. Die Organisatoren der verbotenen Proteste hatten die Menschen in den Online-Netzwerken dazu aufgerufen, sich unter anderem vor dem Atomium, einem bekannten Wahrzeichen der Stadt, zu versammeln. Die Polizei hatte im Vorfeld vor einer Teilnahme an den Protesten gewarnt. Seit Beginn der Pandemie hat Belgien mit seinen rund 11,5 Mio. Einwohnern mehr als 20.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Regierung hatte kürzlich ein Reiseverbot ins In- und Ausland für nicht notwendige Reisen verhängt. Seit fast drei Monaten befindet sich das Land in einem Teil-Lockdown.

+++ 15:39 Proteste gegen Corona-Auflagen in Budapest +++

In der ungarischen Hauptstadt Budapest demonstrieren Beschäftigte von Restaurants gegen die Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Mindestens 100 Lokale wollen trotz der Auflagen wieder öffnen, obwohl die Regierung ihnen mit hohen Geldstrafen droht. Derzeit gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Oberschulen müssen geschlossen bleiben, ebenso alle Restaurants und Cafes. Ihnen ist nur erlaubt, Gerichte und Getränke zum Mitnehmen zu verkaufen.

+++ 15:07 Weltärztepräsident warnt vor "Kakophonie der Ministerpräsidenten" +++

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery fordert ein einheitliches Anmeldesystem beim Impfen. "Bund und Länder müssen sich beim Impfgipfel auf ein gemeinsames Vorgehen einigen und ein solidarisches Zeichen der Stärke und Geschlossenheit aussenden", sagt er der "Rheinischen Post". Alle Länder seien gefordert, ihre Terminvergabe zu prüfen und sich untereinander auf das beste System zu einigen. "Auch braucht es innerhalb der jeweiligen Impfgruppen eine feinere Abstufung, wer zu welchem Zeitpunkt geimpft werden kann. Dieser Impfgipfel darf nicht wieder in einer Kakophonie der Ministerpräsidenten enden, bei der jeder sein eigenes Ding macht."

+++ 14:37 Bundesland bietet Gruppenimpftermine für Ältere an +++

Das Saarland vereinfacht die Vergabe von Terminen zur Impfung gegen das Coronavirus. Anspruchsberechtigte der höchsten Prioritätsstufe - also unter anderem Menschen über 80 Jahre - können sich für einen gemeinsamen Impftermin vormerken lassen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. "Jeder, der sich ab sofort auf die Impfliste einträgt, erhält automatisch einen Gruppencode. Unter Angabe dieses Codes kann anschließend eine definierte Anzahl von Personen - maximal neun weitere Personen - eingetragen werden oder der Code zur Eintragung an Dritte weitergegeben werden", erklärt Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann. "Die gesamte Buchungsgruppe erhält dann, sobald sie an der Reihe ist, einen gemeinsamen Impftermin in dem gewünschten Impfzentrum." Wegen des noch knappen Impfstoffs hat das Bundesgesundheitsministerium Gruppen mit Vorrang definiert. Zur ersten Gruppe zählen unter anderen Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

+++ 14:05 Müller schreibt Brief an Merkel und fordert nationalen Impfplan +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller fordert in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel vor dem Impfgipfel eine "kurzfristige Erarbeitung eines nationalen Impfplans". Nötig sei ein konkreter Fahrplan, um das Ziel einzuhalten, allen Impfwilligen bis zum 21. September ein Impfangebot zu machen, zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem Schreiben. Müller, der Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, verlange eine "Übersicht der Potenziale und Bedarfe für die Ausweitung von Produktionskapazitäten" für Impfstoffe. Dazu gehöre, "alle verfügbaren Kapazitäten am Hochtechnologiestandort Deutschland" und in der EU zu mobilisieren und die Frage einer "zusätzlichen Impfstoffherstellung durch mögliche Lizenzproduktionen".

+++ 13:49 Portugal riegelt sich ab +++

Das Hochrisikogebiet Portugal riegelt sich zur Eindämmung der Pandemie ab. Seit Sonntag ist in dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. An der Landgrenze zum Nachbarn und EU-Partner Spanien wurden - wie bereits im Frühjahr 2020 - wieder Kontrollen eingeführt. An Häfen und Flughäfen wurden zudem die Kontrollen verschärft. Ausnahmen gelten unter anderem für Menschen, die zur Arbeit fahren, an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren oder beruflich unterwegs sind, für den Warentransport sowie für medizinische Notfälle oder humanitäre Hilfe. Die 1214 Kilometer lange Landgrenze zwischen Portugal und Spanien war wegen der Pandemie bereits erstmals am 17. März geschlossen worden. Erst am 1. Juli wurde sie im Zuge der seinerzeit stark rückläufiger Zahlen wieder geöffnet.

+++ 13:21 Lage in Kliniken entspannt sich etwas: 4348 Covid-19-Intensivfälle +++

In deutschen Kliniken werden derzeit 4348 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Rückgang um vier Patienten, wie aus dem aktuellen Divi-Register hervorgeht. 2336 Patienten müssen invasiv beatmet werden (55 weniger als am Vortag). Der Anteil der belegten Intensivbetten geht weiter zurück - von 83,3 Prozent am Samstag auf nunmehr 82 Prozent. Insgesamt sind knapp 22.000 Betten belegt.

+++ 13:03 Weil fordert verlässlichen Impfplan von Bundesregierung +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert vor dem Corona-Impfgipfel eine konkrete und realistische Strategie. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung einen verlässlichen nationalen Impfplan vorlegt, auf den sich Länder und Kommunen dann entsprechend einstellen können", sagt er einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge. "Ankündigungen, die anschließend fortlaufend geändert werden, erschweren Ländern und Kommunen die Arbeit und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger." Darüber hinaus müsse der Bund klare Wege aufzeigen, wie die Produktion von Impfstoffen beschleunigt werden könne - "indem beispielsweise andere Pharmaunternehmen mit ihren Produktionsstätten die Impfstoffhersteller unterstützen".

+++ 12:48 Bayerns Gesundheitsminister will beim "Impfgipfel" Tacheles reden +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will beim "Impfgipfel" am Montag Tacheles reden. "Das darf keine Show-Veranstaltung werden, sondern wir müssen nachvollziehen können, wo die Probleme sind und diese dann auch abstellen", sagt der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der "Augsburger Allgemeinen". "Das Maß der Dinge ist, dass wir möglichst viel Impfstoff haben und dass der auch zuverlässig und planbar kommt." Kanzlerin Angela Merkel berät zu Wochenbeginn mit den Ministerpräsidenten über die Lage. Wackelige Lieferungen des knappen Impfstoffes, dauerbesetzte Termin-Hotlines und leerstehende Impfzentren hatten für Ärger und politischen Streit gesorgt.

+++ 12:30 Österreich übernimmt portugiesische Intensivpatienten +++

Österreich übernimmt von Portugal schwer kranke Corona-Patienten. Wie viele Menschen nach Österreich geflogen werden sollen, werde mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium abgeklärt, teilt Bundeskanzler Sebastian Kurz mit. "Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten." Österreich hatte schon mal Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen. Das portugiesische Gesundheitsweisen steht wegen hoher Infektionszahlen massiv unter Druck. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung.

+++ 12:09 Britische Mutation in Leverkusener Altenheim: 15 Bewohner gestorben +++

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenzentrum in Leverkusen sind dort 15 Bewohner gestorben. Insgesamt hätten sich 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter angesteckt, sagt eine Sprecherin der Stadt Leverkusen. In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Diese Variante war zunächst in Großbritannien entdeckt worden. Der erste Fall sei am 28. Dezember diagnostiziert worden, so die Sprecherin. Danach habe sich die Infektion sukzessive ausgebreitet. Im Nachhinein sei nachvollzogen worden, dass das Virus durch das Personal in das Seniorenheim eingetragen worden sei. Die Infektion sei bereits vor der ersten Impfung von Heimbewohnern und Mitarbeitern am 30. Dezember erfolgt.

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+++ 11:48 Söder will seine Gutscheine für FFP2-Masken zurückgeben +++

Zu seiner großen Verwunderung hat auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Gutscheine für vom Bund finanzierte FFP2-Masken erhalten. "Da war ich schon etwas überrascht." Warum er sie erhalten habe, könne er nicht sagen. Der 54-Jährige betont aber, dass er die Gutscheine nicht einlösen sondern zurückgeben werde. Zum Schutz vor dem Coronavirus bekommen rund 34 Millionen Bürger über das Bundesprogramm Gutscheine für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Die Bundesregierung hat dies als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko beschlossen - dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Nachdem nun der Versand der Coupons begonnen hat, wunderten sich aber viele Empfänger darüber, dass auch sie solche Gutscheine in ihrem Briefkasten mit einem Begleitschreiben finden.

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+++ 11:36 Astrazeneca-Vakzin in Italien nur bis 55 Jahre empfohlen +++

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt die zuständige italienische Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels. Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impfstoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilt die Arzneimittel-Agentur Aifa mit. Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein "gewisses Maß an Unsicherheit" gezeigt. Dieser Teil der Bevölkerung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden. Die Behörde empfahl den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns auf Grundlage dessen für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange bis fundiertere Daten vorlägen.

+++ 11:14 Bericht: Bundeswehr schickt Hilfsflüge nach Portugal +++

Die Bundeswehr schickt wegen der katastrophalen Lage in Portugal schon Anfang nächster Woche Hilfsflüge mit medizinischem Personal, Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten nach Portugal. Wie der "Spiegel" berichtet, soll ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern umgehend nach Portugal entsandt werden, um in den völlig überlasteten Krankenhäusern auszuhelfen. Das Notfall-Team soll zunächst drei Wochen bleiben. Im Wehrressort wird fortlaufend über weitere Hilfen nachgedacht, da die krisenerfahrenen Experten der Bundeswehr die Lage dort als dramatisch einschätzen.

+++ 11:01 Spahn ist bei EU-Zulassung offen für Impfstoff aus Russland und China +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung auch für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland offen. "Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen", sagt der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Entscheidend sei eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht. Russland hatte am Freitag angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können. Damit könnten 50 Millionen Menschen geimpft werden. Ein Antrag zur Zulassung des Vakzins sei bereits bei der Europäische Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden.

Coronavirus+ - Überblick international nach verteilten Impfdosen gesamt und je 100 Einwohner, Quelle Our World in Data, OWiD - täglich aktualisiert

+++ 10:32 Wegen einer Infektion: Australische Stadt verhängt Kurzzeit-Lockdown +++

Nach einem einzigen Infektionsfall kündigt die australische Stadt Perth einen fünftägigen Lockdown für ihre knapp zwei Millionen Einwohner an. Die Schulen dürfen am Montag nicht wie geplant öffnen, alle Einwohner müssen ab Sonntagabend zu Hause zu bleiben. Sie dürfen nur noch das Haus verlassen, um zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Arbeit zu gehen oder Sport zu treiben. Betroffen sind alle Einwohner der Stadt Perth sowie der naheliegenden Regionen Peel und South West. Nach Angaben der Behörden war ein Wachmann in einem Quarantäne-Hotel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er steckte sich vermutlich bei einem Reiserückkehrer an, der in dem Hotel untergebracht war, und offenbar mit der ansteckenderen Virus-Variante infiziert war, die zuerst in Großbritannien aufgetreten war.

+++ 10:14 Landkreistag: Viele Kliniken wirtschaftlich gefährdet +++

Der Deutsche Landkreistag sieht viele Krankenhäuser vor allem in ländlichen Regionen infolge der Corona-Krise wirtschaftlich massiv gefährdet. Der Bund müsse Mindereinnahmen durch Erlösausfälle ausgleichen, fordert der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager. "Es ist mit ein paar Brotkrumen für einen kleinen Teil der Krankenhäuser nicht getan. Das führt zu massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und drohenden Insolvenzen zahlreicher Krankenhäuser." Vor allem die Kliniken außerhalb der Ballungszentren seien davon betroffen. Gerade diese leisteten einen besonderen Beitrag zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung.

+++ 09:56 485 weitere Todesfälle in Russland +++

Die Behörden in Russland melden binnen 24 Stunden 18.359 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus und 485 weitere Todesfälle. Damit steigt die Zahl der Infektionen insgesamt auf 3.850.439, gestorben sind 73.182.

+++ 09:28 Minister nennt Kommunikation von Impfstoffhersteller "ärgerlich" +++

Mit Blick auf Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff kritisiert Hessens Sozialminister Kai Klose die Hersteller. Das Land sei von der Kommunikation "überrascht worden". "Das war extrem kurzfristig und ärgerlich, etwa als Biontech/Pfizer erklärt hat, die Kapazitäten zurückzufahren." Das geschehe zwar mit einem guten Ziel, nämlich danach die Produktion auszuweiten. "Aber trotzdem kam das sehr unverhofft", sagt Klose. "Wir sind abhängig von verlässlichen Impfstofflieferungen, weil wir mit den Kommunen vor Ort die Impfungen für die Bürgerinnen und Bürger organisieren", betont der Minister. "Deshalb ist das ärgerlich." Er erwarte, dass das, was jetzt zugesagt ist, auch zuverlässig komme. Die Entscheidung der EU-Länder, eine gemeinsame Beschaffung zu organisieren, nennt er aber "grundsätzlich richtig".

+++ 09:00 Zahl der bestätigten US-Fälle übersteigt 26-Millionen-Marke +++

In den USA verzeichnen die Behörden binnen eines Tages mindestens 133.746 neue Infektionen, sodass die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf rund 26,1 Millionen anwächst. Im Sieben-Tage-Schnitt schwächt sich das Infektionsgeschehen weiter kontinuierlich ab. Das geht aus den täglich veröffentlichten Berechnungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de seit Beginn der Pandemie bezieht. Demnach steigt die Gesamtzahl der US-Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus um mindestens 2641 auf 439.421. Insgesamt haben die Behörden in den Vereinigten Staaten laut NYT in dieser Woche bereits mehr als 20.000 neue Corona-Todesfälle registriert.

+++ 08:37 WHO-Experten besuchen möglichen Ursprungsort der Pandemie +++

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besuchen den Huanan-Markt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, der als Ursprungsort der Corona-Pandemie gilt. Mitglieder des internationalen Expertenteams, das die Ursprünge der Pandemie erforschen soll, inspizierten den seit Januar vergangenen Jahres geschlossenen Markt. In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,2 Millionen weltweit starben. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des Coronavirus waren und dieses auf dem Huanan-Markt auf den Menschen übertragen wurde. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

+++ 08:15 Regionen in Ostfriesland glänzen mit niedrigstem Fallaufkommen +++

Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt der thüringische Landkreis Schmalkalden-Meiningen die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge (31. Januar, 0 Uhr) weist die Region einen Wert von 340,2 (Vortag: 326,6) neu registrierten Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Dahinter folgen der bayerische Landkreis Tirschenreuth (317,9) und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt (277,0). Lichtblicke gibt es weiterhin in Ostfriesland: Die niedersächsischen Regionen Emden (12,0) und Aurich (13,2) weisen laut RKI die bundesweit niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwerte auf. Dahinter folgt der ebenfalls in Niedersachsen liegende Heidekreis (21,3).

+++ 08:06 Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz schwächt sich ab +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter, wenn auch nur minimal. Laut aktuellem RKI-Datenstand schwächte sie sich am Samstag von 90,9 auf 90,2 ab. Demnach bleibt Thüringen das Land mit der bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz (164,2). Dahinter liegen Sachsen-Anhalt (143,5) sowie Brandenburg (125,3). Laut RKI weisen weiter 11 von 16 Bundesländern eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 auf. Die angestrebte Zielmarke eines Fallaufkommens von unter 50 Neuinfektionen im Sieben-Tage-Zeitraum je 100.000 Einwohner ist jedoch noch für kein Bundesland in Reichweite.

+++ 07:55 Umfrage: Nur 36 Prozent wollen sich mit Astrazeneca impfen lassen +++

Nach Diskussionen um den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca reagieren die Bürger einer Umfrage zufolge sehr skeptisch auf dieses Mittel. Lediglich 36 Prozent würden sich mit diesem Präparat gegen Corona impfen lassen, wie aus einer Kantar-Umfrage für "Bild am Sonntag" hervorgeht. 45 Prozent hingegen lehnen den Impfstoff ab. 19 Prozent sind demnach unsicher. Obwohl das Mittel in der Europäischen Union ohne Altersbeschränkung zugelassen wurde, soll dieser Impfstoff in Deutschland nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn nicht an Menschen ab 65 Jahren verabreicht werden.

+++ 07:37 2020 nur 20 Masernfälle in NRW - Corona-Maßnahmen wohl Mitursache +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bekannt gewordenen Masernfälle im vergangenen Jahr auf 20 gesunken. 2019 lag sie noch bei 135, wie das Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW mitteilt. "Die europaweit und weltweit geltenden Reise- und Kontaktbeschränkungen haben es sicher begünstigt, dass 2020 in NRW nur 20 Masernfälle registriert wurden", sagt LZG-Sprecher Mirko Kösterke. Ob sich darüber hinaus auch das Masernschutzgesetz auswirke, könne man in der aktuellen Corona-Pandemie nicht beurteilen. Seit dem 1. März gilt bundesweit eine Masern-Impfpflicht unter anderem für Kita- und Schulkinder sowie die dort Beschäftigten. Kösterke betont, dass es auch früher schon Jahre mit einer niedrigen Zahl von Masernfällen gab, etwa 2012, als in NRW nur 18 oder 2016, als 28 Fälle bekannt wurden.

+++ 07:20 SPD-Vize: Astrazeneca-Impfstoff erst an Ärzte und Pfleger +++

Der Impfstoff von Astrazeneca sollte nach Ansicht von SPD-Bundesvize Serpil Midyatli bevorzugt medizinischem Personal angeboten werden. Danach sollten Lehrer, Erzieher und die Polizei das Präparat erhalten. "Bis dahin hat die Firma genügend Zeit, um auch die Wirksamkeit für über 65-Jährige nachzuweisen." Sie fordert zudem eine breite Aufklärungskampagne, weil viele Menschen angesichts der Diskussion um die Knappheit von Impfstoffen und deren Wirksamkeit verunsichert seien. "Denn die Unterschiede zwischen den Wirkstoffen werden an der Notwendigkeit und dem Erfolg einer Impfkampagne letztlich nichts ändern."

+++ 06:44 Lauterbach: Langfristige Covid-19-Folgen dramatisch unterschätzt +++

Karl Lauterbach macht auf die drohende Gefahr für das Gesundheitswesen durch die sogenannten Long-Covid-Erkrankungen aufmerksam. "Die Bedeutung wird dramatisch unterschätzt", sagt der SPD-Gesundheitsexperte. Long-Covid-Patienten können noch Monate nach einer Infektion mit dem Coronavirus an mindestens einem Symptom leiden. "Es stellt sich immer stärker heraus, dass Covid-19 eine Erkrankung des gesamten Gefäß- und Immunsystems ist." Von Long-Covid könne bis zur Hälfte der zuvor in Kliniken behandelten Patienten betroffen sein. Er bezog sich auf chinesische Studien der ersten Pandemie-Welle. "Es ist ein Fehler zu glauben, dass nur die Alten sterben und die Jungen selbst nicht gefährdet sind."

+++ 06:17 RKI: Mehr als 11.000 neue Fälle übermittelt +++

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 11.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 11.192 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 2.216.363. Nach Angaben des RKI wurden zudem 399 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöht sich damit auf 56.945. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen beziffert das RKI auf gut 1,92 Millionen. Am Samstag hatte das RKI mitgeteilt, für den Freitag keine Daten aus Rheinland-Pfalz übermittelt bekommen zu haben. Da in der aktuellen Fallzahlübersicht für den Samstag nun Werte für Rheinland-Pfalz aufgeführt sind, handelt es sich mutmaßlich um Fallzahlen, in denen Nachmeldungen vom Freitag enthalten sind.

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Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 05:40 Habeck fordert Umstellung auf "Not-Impfstoffwirtschaft" +++

Vor dem Impfgipfel am Montag fordert Grünen-Chef Robert Habeck die Umstellung auf eine 'Not-Impfstoffwirtschaft'. "Es ist unabdingbar, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Impfstoff zu produzieren", sagte Habeck den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Das gelte erst recht angesichts des Vorgehens des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca. Alle Pharmakonzerne seien 'unverzüglich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Produktion einzubeziehen', verlangte Habeck. "Dies gilt für all die Impfstoffe, die erwiesenermaßen erfolgreich sind oder noch eine schnelle Aussicht auf Erfolg haben." Dabei dürfe die Regierung auch nicht vor verpflichtenden Lizenzvergaben zurückschrecken.

+++ 04:55 In China höchster Anstieg bei Neuinfektionen in sechs Tagen +++

Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet 92 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der höchste Anstieg bei den Neuinfektionen seit dem 24. Januar. Die Behörde teilt mit, 73 Fälle seien lokalen Ursprungs. In China, wo die weltweite Seuche zuerst registriert wurde, steigt damit die Zahl der bekannten Infizierten auf 89.522.

+++ 04:17 EVP-Fraktionschef Weber fordert europaweite Pharma-Allianz +++

Kurz vor dem Video-Gipfel der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Vertretern der Impfstoff-Firmen am Abend erhöht Manfred Weber, Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, den Druck auf die Firmen und verlangt die Bildung einer europaweiten "Pharma-Allianz". Weber sagte der "Bild am Sonntag": "Jede mögliche Produktionsstätte muss auf Corona-Impfstoffe umgestellt werden. Zugelassene Impfstoffe müssen im Notfall auch mit einer Zwangslizensierung von anderen produziert werden. Selbst der Aufbau neuer Produktionskapazitäten in staatlicher Hand ist eine Option."

+++ 03:09 Bundespolizei-Chef wirft Airlines verantwortungsloses Verhalten vor +++

Bundespolizeipräsident Dieter Romann wirft Flugunternehmen vor, sich nicht an die Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu halten. "Allein in den letzten sechs Tagen hat die Bundespolizei bei der Einreise im Luftverkehr rund 600 Verstöße durch Luftfahrtunternehmen festgestellt", sagte Romann der "Bild am Sonntag". So seien Passagiere aus Hochinzidenz- und Mutationsgebieten eingereist, die keine digitale Anmeldung und/oder keinen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen konnten, obwohl das von den Luftfahrtunternehmen vor Abflug geprüft werden müsse. "Das ist verantwortungslos", sagte Romann.

+++ 01:49 Ministerpräsident Haseloff stellt Osterurlaub in Aussicht +++

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hält Osterurlaub für möglich, sollte sich die Lage in der Corona-Pandemie entspannen. Dem "Tagesspiegel" sagt der CDU-Politiker mit Blick auf Reisen und Urlaube zu Ostern: "Wenn wir die Inzidenz weiter drücken, können wir darüber nachdenken, Beherbergungsangebote zu ermöglichen. Als erstes in Ferienwohnungen, wo es keine Ballung von Menschen gibt, dann auch wieder in Hotels." Sollte die jetzige Entwicklung anhalten, sei das vorstellbar. Die Beherbergungsproblematik müsse aber zur Vermeidung von Verdrängungseffekten gesamtdeutsch diskutiert werden, fügt er hinzu.

+++ 00:45 Giffey schlägt Corona-Ampel für Kita-Öffnungen vor +++

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey schlägt ein Ampel-Modell für eine zügige Öffnung der Kitas vor. Nach dem 14. Februar müsse es "echte Öffnungsperspektiven bei Kitas und Schulen" geben, sagt die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Unser Vorschlag ist eine Kita-Ampel, bei der erst mal die Situation in den einzelnen Kitas den Ausschlag gibt." Somit "könnten wir einen Großteil der Kitas wieder öffnen und gleichzeitig sehr verantwortungsvoll und gezielt anhand des Infektionsgeschehens in den einzelnen Kitas reagieren", betont die Ministerin. Ausschlaggebend sollen drei Kriterien sein: die Anzahl der infizierten Personen, die Anzahl der Kinder in Quarantäne und die Anzahl der Erzieher in Quarantäne. "Ist niemand infiziert und weniger als zehn Prozent der Kinder und des Personals in Quarantäne, steht die Ampel auf Grün", sagt Giffey. Dann könne eine Kita den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

+++ 23:34 Zoll in Südafrika beschlagnahmt angebliches Corona-Heilmittel +++

Zollbeamte in Südafrika haben binnen zwei Wochen hunderttausende Tabletten eines Antiparasitikums beschlagnahmt, das als angebliches Heilmittel gegen das Coronavirus verkauft werden sollte. Wie die Polizei mitteilt, wurden "Tabletten, bei denen es sich vermutlich um Ivermectin handelt" im Wert von umgerechnet rund 330.000 Euro am Flughafen von Johannesburg sichergestellt. Sechs Verdächtige, die aus Indien eingereist waren, wurden demnach wegen des Transports von nicht deklarierten Medikamenten und der Einfuhr von nicht lizenzierten Medikamenten verhaftet. Ivermectin, das unter anderem zur Behandlung der Krätze eingesetzt wird, ist eines von vielen als angebliches Corona-Heilmittel angepriesenen Medikamenten. Obwohl Experten darauf hinweisen, dass es keine Belege für eine Wirksamkeit gibt, ist die Nachfrage nach dem Mittel zuletzt stark gestiegen.

+++ 22:18 Bundesländer melden fast 600 weitere Todesfälle +++

Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf insgesamt 2.211.128 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 11.147 Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 598 auf 56.897. Als aktuell infiziert gelten etwa 228.544 Personen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert, also die Ansteckungsrate, wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,92 angegeben, genau wie am Freitag. Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 92 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 22:06 London erwartet Impfstofflieferungen nach Plan +++

Nachdem die EU Nordirland von ihren Exportkontrollen für Corona-Impfstoffe ausgenommen hat, erwartet die britische Regierung eine Belieferung Großbritanniens nach Plan. Die Regierung gehe "zuversichtlich" davon aus, das sämtliche Lieferverträge mit den Unternehmen Astrazeneca und Biontech/Pfizer eingehalten würden, sagt der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove. Die EU habe eingeräumt, "dass sie einen Fehler gemacht haben", als mit der Aktivierung des Nordirland-Protokolls aus dem Brexit-Vertrag gedroht worden sei, um die Exporte zwischen Irland und Nordirland strenger zu überwachen, sagt Gove.

Hintergrund des Streits sind Lieferengpässe beim britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca, dessen Impfstoff seit Freitag in der EU zugelassen ist. Der Konzern hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Die EU ist vor allem deshalb verärgert, weil Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin in vollem Umfang beliefert werden. Brüssel mutmaßt, dass Astrazeneca eigentlich für die EU bestimmte Impfstoffdosen in Drittländer exportiert.

+++ 21:40 Cluster bei Skilehrer-Ausbildung wächst auf 90 Personen +++

Die Zahl der infizierten Teilnehmer einer Skilehrer-Ausbildung in Österreich wächst. Elf weitere Personen seien positiv getestet worden, berichtet der ORF. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen steigt damit auf 90. Der Sender berief sich dabei auf Angaben der Salzburger Gesundheitsbehörden. Demnach machten alle bisher negativ getesteten Personen am Freitag erneut einen PCR-Test - insgesamt geht es um 172 Kursteilnehmer, Ausbilder und Personal der Unterkunft. Die betroffenen Skilehrer stammen nach früheren Angaben aus Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Österreich und den Niederlanden und befinden sich alle in Quarantäne.

+++ 21:02 Italien empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff für Menschen bis 55 Jahre +++

Die italienische Arzneimittelbehörde empfiehlt den seit Freitag in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur für Erwachsene bis zum Alter von 55 Jahren. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der EU-Arzneimittelbehörde EMA sei das Vakzin in Italien zwar zugelassen, erklärt die Behörde. Menschen über 55 Jahre und besonders anfällige Menschen sollten jedoch bevorzugt mit den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft werden. Zur Begründung erklärt die Behörde, es bestünden "gewisse Unsicherheiten" über die Wirksamkeit des Mittels bei älteren Menschen, da diese Altersgruppe bei den klinischen Test nur "schlecht vertreten" gewesen sei. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt den Astrazeneca-Impfstoff für Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

+++ 20:25 US-Behörde verhängt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln +++

In Deutschland ist sie längt bekannt, in den USA kommt sie jetzt: Die US-Gesundheitsbehörde CDC verhängt im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Pflicht zum Maskentragen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Tragen von Masken könne dazu beitragen, selbst während der Pandemie wieder sicher reisen zu können, erklärt die Gesundheitsbehörde. Die Maßnahme könne dazu beitragen, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Die Anordnung gilt für Reisen mit Flugzeugen, Zügen, Bussen, Taxis, Fahrdienstleistern, U-Bahnen, Fähren und Schiffen. Damit wird eine von Präsident Joe Biden kurz nach seinem Amtsantritt erlassene Anordnung zum Maskentragen bei Reisen zwischen verschiedenen Bundesstaaten noch ausgeweitet. Die Maßnahme gilt ab Dienstag.

+++ 19:50 Ein Drittel der Israelis hat erste Impfung erhalten +++

Sechs Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel haben bereits rund drei Millionen Menschen im Land die Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das ist etwa ein Drittel der Bevölkerung. Rund 1,7 Millionen Israelis seien bereits zweimal geimpft worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Gleichzeitig bleiben jedoch die Infektionszahlen in dem kleinen Mittelmeerland hoch. 6435 neue Fälle wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden verzeichnet. Die Infektionszahlen sind insbesondere in den ultraorthodoxen jüdischen und den arabischen Bevölkerungsteilen hoch. Seit drei Wochen gilt in dem Land ein Lockdown, gegen den es allerdings immer wieder Verstöße gibt.

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