Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:28 WHO-Chef: "Dürfen Kampf gegen Virus nicht aufgeben" +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eindringlich davor gewarnt, die Bemühungen im Kampf gegen das Coronavirus einzustellen. Es sei "gefährlich", jetzt bei der Virusbekämpfung "aufzugeben", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Hintergrund ist eine Äußerung von Mark Meadows, dem Stabschef von US-Präsident Donald Trump. "Wir können die Pandemie nicht kontrollieren", hatte Meadows dem Sender CNN gesagt. Entscheidend sei vielmehr, dass Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus zum Einsatz kämen. Das wurde vielfach als Kapitulation vor dem Virus gewertet. Tedros räumte ein, dass sich nach monatelangem Kampf gegen das Coronavirus ein gewisses Maß an "Pandemiemüdigkeit" eingestellt habe. "Aber wir dürfen nicht aufgeben", appellierte er an die Weltgemeinschaft. Durch schnelles Handeln könne das Virus eingedämmt werden.

+++ 22:51 Dänemark zählt erstmals über 1000 Neuinfektionen am Tag +++
In Dänemark sind zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als tausend Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Laut der dänischen Gesundheitsbehörde wurden binnen 24 Stunden 1056 neue Corona-Fälle registriert. Zu Wochenbeginn sind in dem Land neue Beschränkungen in Kraft getreten. Ab heute darf ab 22.00 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden. Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern sind verboten. Ab Donnerstag wird zudem die Maskenpflicht, die bisher bereits in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bars und Restaurants gilt, auf alle öffentlichen Räume ausgeweitet.

+++ 22:32 Slowenen dürfen Wohnorte nicht mehr verlassen +++
Wegen steigender Infektionszahlen hat die Regierung in Slowenien die Corona-Regeln weiter verschärft. Ab Dienstag dürfen die Bürger ihre Wohnorte nicht mehr verlassen, wie die Regierung von Ministerpräsident Janez Jansa am Montag bekanntgab. Bereits am Montag wurden die Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Italien, Ungarn und Kroatien verstärkt und Einreisesperren für Menschen aus Risikogebieten in den Nachbarländern erlassen. Vor einer Woche hatte die Regierung in Ljubljana bereits eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr verhängt. Am Samstag mussten dann alle Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und viele Geschäfte schließen. Auch Kindergärten, Grundschulen und Universitäten sind geschlossen.

+++ 22:09 Tschechien verhängt Ausgangssperre ab 21 Uhr +++
Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263.572 Corona-Infektionen und 2337 Todesfälle registriert. Das Land ist aktuell besonders stark betroffen.

+++ 21:54 Gericht: Osnabrücker Gastronom darf trotz Sperrstunde öffnen +++
Das Verwaltungsgericht in Osnabrück hat dem Eilantrag eines Osnabrücker Gaststättenbetreibers gegen die in der niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde stattgegeben. Er darf nach der Entscheidung vom Montag seine Gaststätte deshalb vorläufig auch in der Zeit von 23 bis 6 Uhr öffnen, wie das Gericht mitteilte. Für andere Gastwirte gelte dies jedoch nicht, da es sich nicht um eine Entscheidung in einem vor dem Oberverwaltungsgericht zu führenden Normenkontrollverfahren handele. Der Gastronom hatte sich mit seinem Eilantrag konkret gegen die Sperrzeit gewandt, die ab einer Inzidenz von 35 oder mehr Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen eingreift. Er argumentierte, dass die Regelung seine grundgesetzlich geschützte Berufsausübungsfreiheit unverhältnismäßig einschränke.

+++ 21:25 Spanien registriert übers Wochenende mehr als 50.000 Neuinfektionen +++
In Spanien sind über das Wochenende mehr als 50.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Mit den 52.188 neu registrierten Ansteckungen erhöht sich die Gesamtzahl der Fälle auf fast 1,1 Millionen, wie das Gesundheitsministerium meldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erhöhte sich demnach um 279 auf 35.031. Am Sonntag war in Spanien für sechs Monate der Notstand ausgerufen worden, womit überall mit Ausnahme der Kanarischen Inseln nächtliche Ausgangssperren verhängt werden können. Doch schon am Montag erntete die Regierung dafür Kritik: Oppositionelle betrachten die Dauer als zu lang, Wissenschaftler halten die Maßnahmen für nicht ausreichend und einige Spanier laufen gegen die Ausgangssperren Sturm.

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+++ 20:48 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 11.012 Neuinfektionen gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 443.030 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 11.012 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 35 auf 10.073. Als aktuell infiziert gelten rund 113.700 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,37 angegeben (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass im Durchschnitt zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,3 (Vortag: 1,22). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1362 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 622 davon werden beatmet. Rund 8400 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:17 Ansturm auf französische Kliniken +++

In französische Krankenhäuser sind am Montag 1307 Corona-Patienten eingeliefert worden. Das ist die höchste Zahl an einem Tag seit dem 2. April, als 1607 Covid-19-Kranke aufgenommen worden. Insgesamt werden derzeit 17.784 mit der Atemwegserkrankung Infizierte in französischen Kliniken behandelt. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bisherigen Höchststand am 14. April von 32.292 Patienten. Am Montag meldet das Gesundheitsministerium zudem 26.771 bestätigte Neuinfektionen. Das ist zwar nur etwas mehr als die Hälfte vom Wert am Sonntag (52.010). Am Montag sind die Zahlen aber in der Regel immer niedriger, weil übers Wochenende Meldungen mitunter ausbleiben.

+++ 19:49 Litauen verhängt Quarantänepflicht für Berliner +++
Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen stellt Litauen die drei größten Städten Vilnius, Kaunas und Klaipeda (Memel) sowie fünf weiteren Selbstverwaltungen unter Quarantäne. Hier gelten von Mittwoch bis zum 11. November Schutzvorschriften wie eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen in Kultur-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten. Insgesamt wurden damit 21 der 60 Kommunen des baltischen EU-Landes unter lokale Quarantäne gestellt. Die litauische Regierung stuft zudem eine Reihe von Ländern und Regionen weltweit als "rote" (Gebiete mit hohem Infektionsrisiko) und "gelbe Zonen" (Gebiete mit mäßig hohem Infektionsrisiko) ein. In Deutschland ist derzeit Berlin als "rot" eingestuft. Reisende, die in Berlin leben oder sich in den vergangenen 14 Tagen dort aufgehalten haben und nach Litauen reisen, unterliegen einer Quarantänepflicht.

+++ 19:18 Trump weist Vorwurf der Kapitulation zurück +++
US-Präsident Donald Trump hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe den Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgegeben. "Das tue ich nicht", sagte Trump, als er von Journalisten auf eine Anschuldigung seines Wahl-Herausforderers Joe Biden angesprochen wurde. Der Amtsinhaber wiederholte vielmehr seine optimistische Einschätzung, die USA könnten die Pandemie bald hinter sich lassen. Am Sonntag hatte Trumps Stabschef Mark Meadows mit einer Aussage für Wirbel gesorgt, die als Kapitulation vor dem Virus gewertet wurde. "Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren", sagte Meadows im Nachrichtensender CNN. Entscheidend sei vielmehr, dass Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus zum Einsatz kämen. Biden erklärte daraufhin, Meadows habe letztlich nur die Strategie des Präsidenten im Umgang mit der Pandemie eingeräumt: "Die weiße Flagge der Niederlage schwenken und hoffen, dass das Virus einfach verschwindet, wenn er es ignoriert."

+++ 19:05 In Italien greift Sperrstunde ab 18 Uhr +++
In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet. In ganz Italien ist zudem mit Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit zu rechnen, teilte das Auswärtige Amt mit.

+++ 18:34 Karstadt-Kaufhof-Chef warnt vor "massivem Ladensterben" +++
Der Chef des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof, Miguel Müllenbach, warnt vor einer abermaligen Schließung von Geschäften in den Innenstädten. "Einkaufen ist nicht das Problem, und somit wäre ein Lockdown völlig unverhältnismäßig", sagt Müllenbach der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vorabbericht. "Aber er würde ein massives Ladensterben verursachen und damit auch negative Folgen für viele Innenstädte haben."

+++ 18:01 Merkel plant offenbar "Social-Lockdown" +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel plant offenbar eine drastische Beschränkung der sozialen Kontakte, sollten die Infektionszahlen weiter derart stark steigen. Das hat ntv im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz aus Regierungskreisen erfahren. Die Wirtschaft stehe an erster Stelle, Schulen und Kitas an zweiter Stelle. In Punkto Schulen deute sich eine neue Priorisierung an: Schulen sollten "keinesfalls zuerst geschlossen und zuletzt geöffnet" werden, habe Merkel demnach gesagt. 50 Prozent des Unterrichts seien nach Ansicht der Kanzlerin besser als 0 Prozent. Unterdessen berichtet die "Bild"-Zeitung, dass Geschäfte mit Einschränkungen geöffnet bleiben dürften. Dagegen wolle Merkel in der Gastronomie und bei Veranstaltungen "hart vorgehen": Restaurants und Bars sollten schließen und Veranstaltungen verboten werden. Bereits bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch könnten sich die Kanzlerin und die 16 Länderchefs auf ein neues Lockdown-Modell einigen.

+++ 17:36 Grünen-Chef sorgt sich um gesellschaftlichen Konsens +++
Grünen-Chef Robert Habeck hat sich mit Sorge über den gesellschaftlichen Konsens in der Coronakrise geäußert. "Wenn es etwas gibt, was mich besorgt, dann ist es das Sich-Widersprechen, der Ton der Gereiztheit", sagte Habeck. Man müsse größere bundeseinheitliche Verabredungen treffen und diese in den Ländern und Kommunen konkret umsetzen. Ein ganz besonderes Augenmerk lege er darauf, Schulschließungen zu verhindern, führte Habeck aus. Die Schäden, die bereits durch vorangegangene Schließungen ausgelöst worden seien, zahlten aufs Leben ein. Eine Maßnahme, die dazu beitragen könne das zu verhindern, seien Luftreinigungsanlagen in den Schulen. "Das hätte schon längst passieren müssen", betonte Habeck.

+++ 17:12 Norwegen verschärft Auflagen +++
Die Norweger sollen wegen der auch bei ihnen steigenden Corona-Zahlen ab Mittwoch nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüßen. Das teilte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg am Montag auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt; bislang lag die Grenze bei 200. Darüber hinaus werden Arbeitskräfte aus Ländern, die die EU als Risikogebiete bezeichnet, ab Samstag nicht wie bisher von der obligatorischen Zehn-Tages-Quarantäne ausgenommen. Dazu zählen laut Solberg unter anderem Polen, Frankreich und Großbritannien.

+++ 16:47 Inzidenzwert in Baesweiler steigt auf 554 +++
Im Coronavirus-Hotspot Baesweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen ist die wichtige Kennziffer für Neuinfektionen weiter gestiegen. Am Montag meldete die Städteregion Aachen einen Wert von 554 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche für Baesweiler. Am Freitag lag die Kennziffer für Baesweiler noch bei 328. In der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern gilt ein strenger Maßnahmenkatalog. Die muslimischen Gemeinden dort setzen das Freitagsgebet bis zum 31. Oktober aus. Der freiwillige Verzicht auf die Gebete sei sehr hilfreich, erklärte die Städteregion. Ein Sprecher der Städteregion wies darauf hin, dass die Infektionskennziffer von 554 in Baesweiler eine rechnerische Größe sei. Derzeit gebe es dort 144 aktive Corona-Infektionen. Die gesamte Städteregion, zu der neben Aachen neun weitere Kommunen gehören, hatte am Montag einen Wert von 199 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche angegeben.

+++ 16:31 Gericht bestätigt Sperrstunden für Kneipen in NRW +++
Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die Sperrstunden für Gaststätten und Bars in Risikogebieten in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Die Regel der Landesregierung in der seit dem 17. Oktober gültigen Corona-Schutzverordnung sei rechtmäßig, wie das OVG mitteilte. Das Verbot des Alkoholverkaufs zwischen 23 und 6 Uhr diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Sperrstunden leisteten einen Beitrag zur Kontaktreduzierung, heißt es in der Begründung des OVG. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Die Entscheidung fiel in einem sogenannten Normenkontroll-Eilverfahren von 19 Antragstellern, die in Bonn, Köln und im Rhein-Sieg-Kreis Gaststätten betreiben. Weitere Klagen von weiteren Gastronomen sind in Münster anhängig.

+++ 16:12 ASS könnte Corona-Verlauf abmildern +++
Noch immer ist die Zahl der Medikamente überschaubar, mit denen Covid-19-Patienten behandelt werden können. Eine US-Studie bringt nun einen altbekannten Wirkstoff ins Spiel: Acetylsalicylsäure, auch bekannt als ASS. Patienten, die beispielsweise wegen Bluthochdruck oder Diabetes bereits vor ihrer Infektion mit Sars-CoV-2 mit Acetylsalicylsäure in einer niedrigen Dosis behandelt wurden, hatten demnach bei einer Covid-19-Erkrankung einen deutlich milderen Verlauf. Zu diesem Schluss kommen Forschende in einer Beobachtungsstudie, die im Fachblatt Anesthesia & Analgesia veröffentlicht wurde.

+++ 15:53 Nürnberg sagt Christkindlesmarkt ab +++
Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen mit. "Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer", heißt es in einer Erklärung von Oberbürgermeister Marcus König. Der Schritt erfolge zum Schutz der Bevölkerung. Der Christkindlesmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten der Welt. Allein im vergangenen Jahr kamen laut den Veranstaltern mehr als zwei Millionen Besucher.

+++ 15:41 Bayern vermutet Grenzpendler als Ursache für Infektionsanstieg +++
Bayern vermutet als eine Ursache für den Anstieg der Coronavirus-Infektionen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Rottal-Inn deren Nähe zu Österreich. Deswegen sei es entscheidend, dass Grenzpendler auf Infektionen getestet werden, sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml bei einer Pressekonferenz in der Kreisstadt Pfarrkirchen, dem Verwaltungssitz des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn. Beide Landkreise haben wegen der Pandemie einen Lockdown verhängt.

+++ 15:32 Erster niederländischer Minister muss in Quarantäne +++
Der niederländische Minister für Medien und Bildung, Arie Slob, hat eine Debatte im Parlament abgebrochen und musste sich in Quarantäne begeben. Einer seiner Mitarbeiter sei mit dem Coronavirus infiziert worden, teilte das Ministerium mit. Der Minister selbst habe keine Symptome. Es ist der erste Quarantäne-Fall in der Regierung. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern in Europa. Am Montag waren 10.353 Neu-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden.

+++ 15:09 50 Festnahmen nach Demo in Berlin +++
Bei den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Berlin hat es am Sonntag insgesamt 50 Festnahmen gegeben. Wie die Berliner Polizei am Montag mitteilte, wurden 64 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen versuchter Gefangenenbefreiung eingeleitet. Außerdem stellten die Beamten in 71 Fällen Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Im Zusammenhang mit den Versammlungen wurden 18 Polizisten verletzt. Ein Beamter wurde von einem Demonstranten durch einen Biss in die Hand verletzt, er kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.

+++ 14:56 Esken fordert weitere Kontaktbeschränkungen +++
Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken fordert in der ntv-Talkshow "Klamroths Konter" weitere Kontaktbeschränkungen, warnt aber davor, von einem "Lockdown" zu sprechen: "Wir müssen aufpassen mit den Begrifflichkeiten, wir hatten nie einen Lockdown, wir waren nicht eingesperrt, wir hatten einen Shutdown, wir haben also Läden geschlossen und haben Kontakte beschränkt", sagte sie Gastgeber Louis Klamroth. "Ich glaube, dass wir grade die Kontakte, die privaten aber auch die im Berufsleben und auch in den Schulen wieder stärker einschränken müssen damit eben genau dieses Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen werden kann", so Esken weiter. Schulen dürften jedoch nicht wieder geschlossen werden, betonte die SPD-Parteivorsitzende: "Wir müssen die Schulen offen halten. Und zwar deshalb, weil wir Schülerinnen und Schüler sonst auch verlieren. Wenn wir die Einrichtungen vollkommen schließen, dann gibt es auch welche, die ziehen sich zurück." Die komplette Talkshow gibt es am Montagabend ab 20.15 Uhr bei ntv zu sehen.

+++ 14:27 Litauen verzeichnet neuen Höchststand +++
In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Höchststand erreicht. Einen Tag nach der entscheidenden Runde der Parlamentswahl wurden am Montag 766 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. Der bisherige Rekordwert vom Sonntag lag bei 603. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 10.949 bestätigte Infektionen und 136 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

+++ 13:46 Merkel bestellt Länderchefs bereits für Mittwoch ein +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist unzufrieden, wie die Bekämpfung der Corona-Pandemie läuft. In kleiner CDU-Runde hatte Merkel bereits eindringlich gewarnt, die Lage sei "bedrohlich" und "jeder Tag zählt". Wie ntv erfuhr, wird die Bundeskanzlerin nun am Mittwoch - und damit früher als eigentlich geplant - die Ministerpräsidenten der Bundesländer treffen, um weitere Schritte zu diskutieren. Am Donnerstag wird Merkel dann eine Regierungserklärung zur Politik der Bundesregierung in der Corona-Pandemie abgeben – und dort möglicherweise neue Entscheidungen aus dem Treffen mit den Länderchefs verkünden. Formal liegt die Hoheit über die Bekämpfung der Pandemie bei den Ländern. Merkel hatte am Wochenende erneut betont, Gebot der Stunde sei für alle, die Zahl der Kontakte zu reduzieren. "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor", sagte die CDU-Politikerin laut "Bild"-Zeitung am Sonntag in einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer. Am Donnerstag beraten die Länder auf Arbeitsebene, am Freitag kommen ihre Regierungschefs zur Jahreskonferenz zusammen.

+++ 12:55 Lehrer-Präsident gibt Kultusministern eine Fünf +++
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat den Kultusministern der Bundesländer für ihr Corona-Management die Note fünf gegeben. "Das Krisenmanagement der Kultusminister in der Corona-Krise war in zahlreichen Fragen – von der Erstreaktion über die Vorbereitung des Schuljahres bis hin zu klaren praktikablen Hygieneschutzmaßnahmen – nicht ausreichend", sagte Meidinger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das ist dann, so leid es mir tut, in einer Note ausgedrückt eine Fünf."

+++ 12:22 Corona-Spezial: Ärzte-Präsident erwartet "drakonische Maßnahmen" +++
Wie hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen entwickelt? Wo gibt es Infektionsherde? Mit aktuellen Fakten zum Infektionsgeschehen ordnen die ntv-Moderatoren Daniel Schüler und Katrin Neumann mit dem Weltärztepräsidenten Frank Ulrich Montgomery die Corona-Lage in Deutschland und der Welt ein.

+++ 11:54 Bayerischer Landkreis geht in Teil-Lockdown +++
Der bayerische Landkreis Rottal-Inn begibt sich in einen Teil-Lockdown. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sei auf weit über 200 gestiegen, teilt der Landkreis mit. Ab Dienstag, 0 Uhr, trete "ein Lockdown in Kraft - dazu gehört auch die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten und die Absage aller Veranstaltungen". Die Maßnahmen seien vergleichbar mit denen im Berchtesgadener Land.

+++ 11:25 Studie: Mehrheit der Deutschen würde sich impfen lassen, Hälfte befürwortet Impfpflicht +++
Etwa 70 Prozent der Deutschen würden sich laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gegen das Corona-Virus impfen lassen, wenn ein Impfstoff vorliegt. Dies ergebe sich aus einer Befragung im Juni und Juli. Rund die Hälfte wäre auch für die Einführung einer Impfpflicht. Viele Experten gehen davon aus, dass ein wirksamer Impfstoff im Laufe des nächsten Jahres vorliegen wird. "Damit ist die Hoffnung verbunden, dass sich wieder so etwas wie Normalität im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben einstellt", schreibt das DIW, "und Einschränkungen beispielsweise des internationalen Handels, Kontaktbeschränkungen und Reiseverbote vermieden werden können, die mit enormen ökonomischen wie sozialen Kosten verbunden waren und sind."

+++ 11:04 Einbruch in der Gastronomie: Bars und Kneipen leiden am meisten +++
Die Gastronomie in Deutschland hat seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr beträchtlich an Umsatz eingebüßt. Zwischen März und August nahmen Restaurants, Cafés, Caterer und Bars preisbereinigt 40,5 Prozent weniger Geld ein als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im kompletten Lockdown-Monat April fielen die Umsätze mit einem Minus von gut 68 Prozent demnach am stärksten. Mit der Öffnung im Mai erholten sich die Geschäfte zwar kontinuierlich. Im August lag der Erlösrückgang aber immer noch bei gut 22 Prozent, so die Wiesbadener Statistiker. Innerhalb der Branche besonders betroffen waren Lokale, die ihr Geld mit Getränkeausschank verdienen: Dort, etwa bei Kneipen und Bars, fiel der Umsatz von März bis August um mehr als 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

+++ 10:48 Merkel: "Es zählt jetzt jeder Tag" +++
272 Regionen gelten aufgrund eines hohen 7-Tage-Inzidenzwertes als Corona-Brennpunkte, die Zahl der Neuinfektionen erreichte am Samstag einen Höchststand: Das Infektionsgeschehen in Deutschland soll Kanzlerin Merkel gegenüber den CDU-Gremien zu deutlichen Worten gezwungen haben: "Die Lage ist bedrohlich" und "es zählt jeder Tag" habe sie laut Informationen der "Bild"-Zeitung verkündet. "Hochdynamisch" sei die Situation, "dramatisch". Deutschland könne bald in "eine schwierige Lage" kommen, wenn es um Intensivbetten ginge, erklärte Merkel den Parteikollegen. Die Kanzlerin gehe von weiter stark steigenden Infektionszahlen aus und rechne damit, dass mindestens bis Februar auch draußen keine größeren Veranstaltungen mehr möglich seien. Über die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz, die am Freitag unter Vorsitz Berlins geplant ist, zeigte sich Merkel laut "Bild" besorgt. Sie habe "kein so gutes Gefühl", sagte die Kanzlerin demnach. Merkel hatte am Wochenende erneut betont, Gebot der Stunde sei für alle, die Zahl der Kontakte zu reduzieren.

+++ 10:15 Kurz stellt neuen Lockdown für Österreich in Aussicht +++
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz. Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird," so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown. Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.

+++ 09:59 Ein Viertel hat schon andere Pläne: Viele Studierende fürchten um ihre Berufschancen +++
Viele Studierende in Deutschland fürchten als Folge der Corona-Krise um ihre beruflichen Chancen und planen ihren Einstieg ins Arbeitsleben neu. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle "Studierendenstudie" des Beratungsunternehmens EY. So gehen mehr als 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Berufsaussichten in den vergangenen Monaten verschlechtert haben. Ein gutes Viertel hat seine Pläne schon geändert und will nun zum Beispiel länger studieren, die Branche wechseln oder sich doch lieber nicht selbstständig machen. Zwar seien 79 Prozent der Befragten trotz allem immer noch zufrieden oder gar sehr zufrieden mit ihrer aktuellen persönlichen Situation, heißt es in den Ergebnissen. Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2018 sei das aber ein deutlicher Rückgang.

+++ 09:44 Studie zum Astrazeneca-Impfstoff verläuft offenbar erfolgreich +++
Tests einer von der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmakonzern Astrazeneca entwickelten Corona-Schutzimpfung sind nach einem Bericht der "Financial Times" erfolgversprechend verlaufen. Bei älteren Menschen, der Gruppe mit dem höchsten Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sei eine "robuste Immun-Reaktion" entstanden, berichtet das Blatt. Astrazeneca hatte angekündigt, seinen potenziellen Impfstoff gegen Corona zum "Selbstkostenpreis" abzugeben - allerdings offenbar zeitlich begrenzt. Zum "Selbstkostenpreis" soll eigentlich heißen, dass es dem Unternehmen nicht um Profite geht. Wie die "Financial Times" (FT) jetzt jedoch unter Berufung auf ein internes Dokument berichtet, verfällt dieses Angebot - zumindest im konkreten Fall von Brasilien - im Juli 2021. Ein kleiner, aber wichtiger Zusatz des Gelübdes von Konzernchef Pascal Soriot im Sommer hatte eigentlich darauf hingedeutet: Der Preis gelte, "solange die Pandemie andauert".

+++ 09:15 Regierungsberater warnen vor 100.000 Neuinfektionen in Frankreich - pro Tag +++
In Frankreich könnte die Pandemie bis auf 100.000 Neuinfektionen pro Tag anwachsen, warnt der Leiter des wissenschaftlichen Ausschusses, der die französische Regierung berät. "Es wird wahrscheinlich mehr als 50.000 Fälle pro Tag geben", sagt Jean-François Delfraissy dem Sender RTL. "Wir vermuten (...) , dass es mehr in die Richtung von 100.000 pro Tag gehen wird." Die Marke von 50.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden war bereits am Wochenende übertroffen worden.

+++ 08:43 21 Regionen mehr: Zahl der deutschen Hotspots auf neuem Höchststand +++
Die Zahl der deutschen Coronavirus-Brennpunkte ist abermals auf einen neuen Höchststand geklettert. Dem jüngsten Datenstand (26. Oktober, 0 Uhr) des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge überschreiten 272 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das entspricht einem Zuwachs von 21 Regionen im Vergleich zum Vortag. Damit gelten 66 Prozent der 400 Städte und Landkreise sowie der vom RKI separat ausgewiesenen zwölf Berliner Bezirke als Corona-Hotspot. Aktuell am stärksten betroffen ist der bayerische Landkreis Rottal-Inn mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 260,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

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+++ 08:23 "Wir appellieren eindringlich": SPD-Prominenz ruft zu mehr Homeoffice-Arbeit auf +++
Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rufen angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen zu verstärkter Arbeit im Homeoffice auf. "Wir appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und sich an die bekannten Hygienemaßnahmen zu halten", erklärten die drei Politiker in einem gemeinsamen Statement gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir müssen vor allem die Schulen und Kitas sowie Betriebe in Deutschland offen halten." Damit das gelinge, müssten auch hier die Kontakte so weit wie möglich begrenzt werden, in den Schulen durch reduzierte und entzerrte, digital gestützte Unterrichtsmodelle und im Beruf durch verstärktes Homeoffice.

+++ 08:05 "Für Israel und unsere engen Nachbarn": Israel startet klinische Impfstoff-Studie +++
In Israel beginnen in der kommenden Woche die ersten klinischen Studien für einen Corona-Impfstoff. Die "notwendigen Bewilligungen" zur Aufnahme klinischer Tests mit dem Stoff "BriLife" seien erfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Die klinischen Studien sind auf mehrere Monate angesetzt. "Unser Ziel ist, 15 Millionen Dosen für die Einwohner Israels und unsere engen Nachbarn zu produzieren", erklärte IIBR-Chef Schmuel Schapira. Trotz strenger Alltagsbeschränkungen hat sich das Coronavirus in Israel stark ausgebreitet. 2372 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, bei mehr als 300.000 Menschen wurde der Erreger nachgewiesen.

+++ 07:39 "Können es ja drauf ankommen lassen": Kubicki droht AfD-Maskenmuffeln +++
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die AfD davor gewarnt, gegen die im Bundestag geltende Maskenpflicht zu verstoßen. "Die Abgeordneten der AfD können es gerne darauf ankommen lassen", sagte Kubicki dem "Handelsblatt". "Im Zweifel drohen ihnen allerdings Ordnungsruf, Ordnungsgeld in Höhe von 1000 Euro oder gar der Sitzungsausschluss bei hartnäckiger Weigerung, eine Maske zu tragen." Seit dem 6. Oktober gilt eine Allgemeinverfügung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble: In allen Gebäuden des Bundestags, auch im Plenarsaal, muss demnach ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Abgeordnete können diesen aber abnehmen, wenn sie - im Plenarsaal und in Sitzungsräumen - Platz genommen haben oder am Rednerpult stehen. Eine Aufforderung von 19 Abgeordneten und neun Mitarbeitern der AfD an Schäuble, eine dahingehende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, wies das Justiziariat des Bundestags zurück.

+++ 07:03 Ohoven: Zweiter Lockdown wäre "wirtschaftlicher GAU für unser Land" +++
Der deutsche Mittelstand erwartet spätestens nach der kommenden Bundestagswahl infolge der steigenden Corona-Infektionen eine Pleitewelle. Er erwarte eine starke Zunahme der Unternehmensinsolvenzen und einen "massiven Verlust von Arbeitsplätzen", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der "Augsburger Allgemeinen". Er warnte zudem vor einem zweiten Lockdown: "Das wäre der wirtschaftliche GAU für unser Land." Der Mittelstand erwarte einen "klaren Maßnahmenplan" zur Entlastung der Unternehmen, um Investitionen und damit Wachstum zu fördern. Im Klartext heißt das laut Ohoven: Abschaffung des Soli für alle, Senkung der teuersten Stromsteuer auf EU-Niveau und ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent auf Dauer.

+++ 06:31 RKI meldet 8685 Neuinfektionen +++
In Deutschland meldet das Robert-Koch-Institut 8685 Neuinfektionen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 437.866. Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen wieder auf einen vierstelligen Wert gesunken. Allerdings werden am Sonntag in der Regel nicht alle neuen Fälle erfasst. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden noch bei 4325 gelegen. Nach RKI-Angaben steigt die Zahl der tödlichen Verläufe um 24 auf 10.056. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden.

+++ 06:25 Israel lockert Maßnahmen wieder +++
Israel wird seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weiter lockern und wieder mehr Kinder zum Präsenzunterricht schicken. Wie die Regierung mitteilte, sollen ab 1. November Erst- und Zweitklässler wieder für einige Stunden in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die Klassen werden dabei in zwei Gruppen geteilt. Dritt- und Viertklässler sollen, in Gruppen, wieder vollständig in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die älteren Schüler bleiben im Homeschooling. Ende September hatte die Zahl der Ansteckungen in Israel mit mehr als 9000 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Seit Beginn der Pandemie sind 2372 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

+++ 05:34 Studie: Trotz ständiger Kontakte kein erhöhtes Risiko für Zugbegleiter +++
Obwohl sie ständig in direktem Kontakt mit zahlreichen Kunden sind, haben Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn offenbar kein erhöhtes Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken. Das geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verkehrsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Demnach führe die DB AG gegenwärtig gemeinsam mit der Berliner Charité eine Studie durch, für die mehr als 1000 Mitarbeiter auf aktuelle und vergangene Infektionen getestet würden. "Erste Zwischenergebnisse zeigen, dass Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter, die in den Zügen permanent in Kundenkontakt stehen, kein erhöhtes Infektionsrisiko haben." In dem Zusammenhang wird auf die Maßnahmen der Bahn verwiesen, wie etwa mehr Reinigungen, häufigeres Lüften, Maskenpflicht und weiträumigere Verteilung der Fahrgäste.

+++ 04:39 Patientenvertreter: Ohne Kontaktverfolgung "entgleitet Pandemiebekämpfung" +++
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor einer Aufgabe der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie gewarnt. "Mit diesem Richtungswechsel entgleitet Deutschland erst recht die Pandemiebekämpfung", sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Denn über sechs Mio. Menschen der Hochrisikogruppe leben verstreut über das ganze Land. Es sind nicht nur drei Mio. Pflegebedürftige daheim. Sondern beispielsweise auch akut Krebs- und Lungenkranke, die zu Hause leben." Brysch forderte eine Befassung des Bundestages mit dem Thema. "So muss hier auch geklärt werden, warum es nicht gelingt, den öffentlichen Gesundheitsdienst krisenfest zu machen. Das käme einem öffentlichen Offenbarungseid gleich", sagte er.

+++ 03:58 Maduro behauptet, Venezuela habe "100-prozentig wirksames" Corona-Mittel +++
In Venezuela ist angeblich ein hochwirksames Mittel gegen das Coronavirus entdeckt worden. Ein Molekül namens DR-10 vernichte Covid-19 zu hundert Prozent, ohne Nebenwirkungen zu verursachen, verkündete der autoritäre Staatspräsident Nicolás Maduro in einer Ansprache. Das habe eine sechsmonatige Studie des staatlichen Forschungsinstituts IVIC ergeben. Sowohl er als auch das IVIC per Twitter bezeichneten Covid-19 fälschlicherweise als Virus - vermutlich meinten sie das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst. Das Molekül sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden, sagte Maduro weiter. Der Prozess der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um der Welt diese Behandlung anzubieten, habe schon begonnen.

+++ 02:57 Ministerium: Es gibt noch 7,4 Millionen Grippe-Impfdosen +++
Das Gesundheitsministerium unter Jens Spahn ist Beschwerden entgegengetreten, wonach akuter Mangel an Grippe-Impfstoff in Deutschland bestehe. So hatten etwa Ärzte geklagt, der Impfstoff sei vielerorts schon aufgebraucht. Ein Sprecher des Ministeriums sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", für die nun beginnende Grippesaison seien fast 27 Mio. Impfdosen beschafft worden. "Davon stehen noch 7,4 Mio. Dosen bereit, um in den kommenden Wochen ausgeliefert zu werden", sagte er. Man rechne damit, dass weitere Vorräte in Apotheken, Arztpraxen oder im Großhandel vorhanden seien. "Das sollte reichen, um die große Nachfrage nach Grippeimpfungen zu befriedigen."

+++ 01:50 Zahl neuer Azubis in Deutschland bricht ein +++
Die Corona-Krise trifft auch Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und Handelskammern registriert worden sind, fiel um 13,7 Prozent auf 259.837, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) der "Frankfurter Rundschau mitteilte. Es bestehe aber die Chance, junge Menschen noch in Ausbildung zu bringen. Die Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen habe sich vielfach nur um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben. Seit dem Sommer verzeichneten die IHK Nachholeffekte, sagte der Sprecher.

+++ 01:02 Erste Phase von landesweitem Massentest in Slowakei beendet +++
In der Slowakei ist die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung auf das Coronavirus zu Ende gegangen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen - immerhin rund fünf Mio. Menschen. Die Regierung in Bratislava sieht dieses Projekt als Beispiel, dem auch andere Länder Europas folgen könnten.

+++ 00:18 NRW stockt Gesundheitsämter um 2000 Mitarbeiter auf +++
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die Gesundheitsämter im Land kommende Woche mit 2000 Personen aufstocken. Die Bundeswehr werde 1000 Mann schicken, um bei der Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten zu helfen. 1000 Mitarbeiter würden aus anderen Teilen der Verwaltung in NRW in die Gesundheitsämter geschickt.

+++ 23:08 Biden: Trump hat vor Virus kapituliert +++
US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, vor dem Coronavirus kapituliert zu haben. Auslöser waren Äußerungen von Trumps Stabschef Mark Meadows, aus denen hervorging, dass das Weiße Haus aktuell eher auf eine Behandlung von Erkrankten als auf Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus vertraut. Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist mit gut 83.700 pro Tag aktuell auf Rekordniveau. "Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren", sagte Meadows am Sonntag in einem Live-Interview des Nachrichtensenders CNN. Das sei so, weil man es mit einem hochansteckenden Virus wie der Grippe zu tun habe, argumentierte Meadows.

+++ 22:21 Litauen vermeldet erneut Höchststand bei Neuinfektionen +++
In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Höchststand erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden 603 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Vilnius mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 424 und wurde am Freitag registriert. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 10.184 bestätigte Infektionen und 134 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

+++ 21:44 Merkel: Mindestens bis Februar keine größeren Veranstaltungen - auch nicht draußen +++
Es gibt weiter Details aus der Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Unions-Fraktionschefs der Bundesländer: In dieser bezeichnete Merkel die Pandemie wörtlich als eine "Heimsuchung" und "Unheil", das sich niemand vorher habe vorstellen können, berichtet die "Bild"-Zeitung. Zudem geht die Kanzlerin davon aus, dass mindestens bis Februar auch draußen keine größeren Veranstaltungen mehr möglich seien werde. Laut dem Bericht gibt Merkel insbesondere den Urlaubern die Schuld am Anstieg der Infizierten-Zahl: "Es ist passiert durch die Urlaubsreisen."

+++ 21:17 Ein Drittel der gemeldeten Neuinfektionen aus NRW +++
Unter den Bundesländern werden erneut die meisten Neuinfektionen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gemeldet: Mit 3141 neuen Corona-Fällen sind dies rund ein Drittel der aus 14 der 16 Bundesländer (ohne Sachsen und Sachsen-Anhalt) gemeldeten neuen Infektionen. Auch Baden-Württemberg, Bayern und Hessen melden mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die wenigsten Neuinfektionen werden aus Mecklenburg-Vorpommern gemeldet: 32.

+++ 20:45 Mehr als 9300 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 431.903 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 9317 neue Fälle hinzu. Allerdings sind das nur die Zahlen aus 13 der 16 Bundesländer - Sachsen und Sachsen-Anhalt melden an Wochenenden keine Zahlen, die aktuellen Daten aus Schleswig-Holstein stehen derzeit noch aus. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 22 auf 10.035. Als aktuell infiziert gelten rund 106.900 Menschen.

Update 21.08 Uhr: Schleswig-Holstein hat seine Zahlen gemeldet: 115 Neuinfektionen und 3 weitere Todesfälle. In ganz Deutschland gibt es damit 9432 Neuinfektionen und 25 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden.

Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1296 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 578 davon werden beatmet. Knapp 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:17 Merkel: "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor" +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor der weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie: In einer internen Schalte mit den Unions-Fraktionschefs der Bundesländer sagte die CDU-Politikerin laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung: "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor." Sie gehe von "weiter stark steigenden Infektionszahlen aus". Über die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz am 30. Oktober zeigte sich Merkel demnach ebenfalls besorgt. Sie habe "kein so gutes Gefühl", so die Kanzlerin. So könne es nicht weitergehen.

Die wichtigsten Entwicklungen zur bisherigen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, mra/hek/dpa/rts/AFP