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Ex erwürgt und in Kompost gelegt 25-Jähriger muss wegen Mordes lebenslang in Haft

Er erwürgt seine Exfreundin, verbrennt ihre Leiche und versteckt sie im Kompost - "wie Abfall". Nun wird ein 25-Jähriger wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen verurteilt. Sein Motiv: Ein Streit um das Sorgerecht und das Verlangen nach Dominanz und Kontrolle.

Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin ist ein 25-Jähriger in Stuttgart zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In einem erbitterten Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen, zur Tatzeit noch kein Jahr alten Sohn habe der Deutsche die 22-Jährige getötet, angezündet und dann auf dem Kompost eines Gartengrundstücks versteckt. "Sie haben den Leichnam wie Abfall behandelt", sagte der Richter. Der Mann habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt, urteilte das Landgericht.

Der Angeklagte bestritt die Tat bis zuletzt. Laut des Richters gab es aber keine Anhaltspunkte für andere Täter oder Helfer. Der Mann habe seine frühere Freundin Katharina K. im November 2017 in deren Wohnung in Backnang-Strümpfelbach erwürgt - während im Nebenzimmer die Kinder schliefen. Ihm sei es um Dominanz und Kontrolle über das Ende einer Beziehung hinaus gegangen, sagte der Richter. Der vorbestrafte Angeklagte habe mit "erschreckender Kaltblütigkeit" gehandelt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige seine tote Ex-Freundin nach dem Mord in einen Teppich einwickelte und sie zunächst in einer Papiertonne im Keller des Mehrfamilienhauses versteckte. Dann zündete er die Leiche demnach in einem Gartengrundstück an, um sie schließlich an einem dritten Ort in einem Komposthaufen zu verstecken. "Den Brandort haben Sie ganz gezielt bei Nacht und Nebel angefahren", zitieren die "Stuttgarter Nachrichten" den Vorsitzenden Richter. Das spreche dafür, "dass Sie ihn schon im Vorfeld ausgekundschaftet hatten".

Getötete wollte Sorgerechts-Betrug auffliegen lassen

Die Getötete hatte laut Gericht zufällig erfahren, dass ihr Exfreund sich hinter ihrem Rücken - unter anderem mit gefälschten Briefen - das geteilte Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn erschlichen hatte. Damit habe er einer Gefängnisstrafe wegen verschiedener anderer Betrugsdelikte entgehen wollen. Dass Katharina K. das auffliegen lassen wollte, wurde offenbar ihr Todesurteil.

Die Schwurgerichtskammer stellte bei der Verurteilung ihres Mörders nun auch die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Entlassung nach 15 Jahren so gut wie ausschließt. Obwohl der 25-Jährige die Tat bestritt, war seine Verteidigung im Plädoyer von einer spontanen Tat ausgegangen und hatte eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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