Fahrer seit Jahren verschwunden30.000-Euro-Ticket - mysteriöser Pkw stellt Parkhaus vor Rätsel

Seit sechs Jahren steht ein herrenloses Auto auf einem Parkplatz am Flughafen von Rio de Janeiro. Die Parkgebühren belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Die Nummernschilder fehlen, der Fahrer ist verschwunden. Einfach so abgeschleppt werden kann der Wagen aber nicht.
Wer sein Auto am Flughafen parken möchte, muss in der Regel tief in die Tasche greifen. Doch ein Fall am Airport der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro toppt wohl selbst das teuerste Ticket: Dort steht seit mittlerweile sechs Jahren ein verlassener Pkw im Parkhaus. Die Gebühren belaufen sich auf umgerechnet rund 30.000 Euro. Und es werden jeden Tag mehr.
Wie das brasilianische Nachrichtenportal "R7" berichtet, ist der Besitzer des Honda Civic EX-L Coupé spurlos verschwunden. Auf Aufnahmen ist außerdem zu sehen, dass die Nummernschilder fehlen. Ein Detail steche allerdings besonders ins Auge. Denn ein Blick durch die mit einer dicken Staubschicht bedeckten Scheibe zeigt: Der Autoschlüssel liegt auf dem Beifahrersitz.
Laut der niederländischen Tageszeitung "AD" fanden Mitarbeitende des Flughafens anhand von amtlichen Aufklebern auf der Windschutzscheibe heraus, dass das Auto ursprünglich in New York zugelassen war. Sie konnten zudem rekonstruieren, dass es offenbar über Belize und Guatemala nach Südamerika gefahren worden war. 2020 wurde es schließlich am Flughafen von Rio de Janeiro abgestellt. Der Besitzer ist seitdem nie zurückgekehrt.
Abschleppen nicht möglich
Obwohl der Honda ganz offensichtlich zurückgelassen wurde, kann er nicht einfach abgeschleppt werden. Laut "AD" müsse aufgrund der komplexen Eigentumsverhältnisse auf dem Flughafengelände und der brasilianischen Datenschutzgesetze zunächst der Eigentümer ermittelt werden, ehe das Auto bewegt werden darf.
Da das allerdings bislang nicht gelungen ist, blockiert der Pkw seit nunmehr sechs Jahren den Parkplatz. Und es dürften wohl noch viele weitere Jahre dazukommen.
200.000 Euro Parkgebühren am BER
Ein ähnlicher Fall sorgte vergangenes Jahr am Berliner Flughafen für Aufsehen: Dort stand ein VW Golf mehr als ein Jahr lang auf einem Kurzzeitparkplatz vor Terminal 1 und sammelte so rund 200.000 Euro an Gebühren. Die Suche nach dem Halter blieb einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" nach ohne Erfolg. Das Auto wurde letztlich abgeschleppt und auf den firmeneigenen Stellplatz des Parkplatzbetreibers Apcoa gebracht.
Auf die Frage, ob der Betreiber die ausstehenden Parkgebühren einzutreiben gedenkt, hatte ein Sprecher der "Berliner Zeitung" gesagt: "Ob geschuldete Parkgebühren in diesem Zusammenhang eingetrieben werden können, hängt davon ab, ob der Schuldner ermittelt werden kann und über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt."