Panorama

Als Kind entführt und verkauft34-Jähriger sieht Eltern erstmals wieder

19.05.2020, 20:38 Uhr
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Nach der Entführung 1988 hatte die Mutter mehr als 100.000 Flugblätter verteilt, um ihren Sohn zu finden. (Foto: imago images/Hans Lucas)

Nur dank fortschrittlichster Technik können chinesische Behörden eine Familie nach Jahrzehnten wieder zusammenbringen. Als Vierjähriger wird Mao Yin entführt und verkauft. Eine Gesichtserkennungssoftware lässt sein Kinderfoto künstlich altern und findet einen Treffer in der Datenbank.

Mehr als 30 Jahre nach seiner Entführung hat der Chinese Mao Yin seine leiblichen Eltern wiedergesehen. Der 34-Jährige werde nun zu ihnen nach Xian ziehen, berichtete der Staatssender CCTV über das tränenreiche Wiedersehen in der Stadt in der Provinz Shaanxi.

Nach einem Hinweis vom April, wonach ein Mann aus der Provinz Sichuan in den 80er Jahren ein Kind aus Xian gekauft habe, fand die Polizei über Gesichtserkennungssoftware Mao, der mittlerweile Gu Ningning heißt und nicht von seiner Entführung wusste. Dazu ließen sie Mao anhand eines Kinderfotos künstlich altern und fanden so in einer Datenbank den heute 34-Jährigen. Eine DNA-Probe bestätigte, dass er der Gesuchte ist.

Die Mutter Li Jingzhi sagte dem Sender CCTV, sie habe die Suche nie aufgegeben. Nach der Entführung 1988 vor einem Hotel in Xian habe sie ihre Arbeit gekündigt und mehr als 100.000 Flugblätter verteilt. Zudem habe sie mit Auftritten bei mehreren Fernsehsendern nach ihm gesucht. Insgesamt sei sie 300 falschen Spuren nachgegangen. "Ich werde nicht zulassen, dass er mich jemals wieder verlässt", sagte Li und umklammerte die Hand ihres Sohnes.

Kindesentführungen sind seit den 80er Jahren in China häufig. Da die kommunistische Führung lange nur ein Kind pro Familie zuließ, waren vor allem Jungen begehrt, die in weiten Teilen Chinas Mädchen vorgezogen werden. In den vergangenen zehn Jahren half die Polizei laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua dabei, mehr als 6300 Kinder wieder zu ihren leiblichen Eltern zu bringen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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