Panorama

Falsche Infos aus Corona-Labor43.000 Engländer womöglich doch infiziert

15.10.2021, 12:25 Uhr
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Gerade in Schulen, wo nicht-geimpfte Kinder aufeinandertreffen, kann ein falsch-negativer Test verheerende Auswirkungen haben. (Foto: dpa)

Ein PCR-Test weist sehr sicher eine Infektion mit dem Coronavirus nach. Wenn denn alles richtig läuft. Nicht so wie in England, wo etwa 43.000 Menschen aufgrund eines Laborfehlers ein zu Unrecht negatives Testergebnis erhalten haben könnten. Begründet sich damit auch der Anstieg der Fälle im Land?

Etwa 43.000 Menschen in England könnten wegen eines Laborfehlers versehentlich zu Unrecht negative Corona-Testergebnisse erhalten haben. Die Gesundheitsbehörde Health Security Agency teilte mit, dass die Untersuchungen in einem Labor in der Stadt Wolverhampton ausgesetzt worden seien. Insgesamt seien dort rund 400.000 Tests ausgewertet worden.

"Die überwiegende Mehrheit davon werden negative Ergebnisse gewesen sein, aber schätzungsweise 43.000 Menschen könnten zwischen dem 8. September und 12. Oktober ein falsches negatives PCR-Testergebnis erhalten haben, hauptsächlich im Südwesten Englands", betonte die Behörde. Sie leitete eine Untersuchung ein. Es gebe keine technischen Probleme mit den Tests selbst, die weiterhin wie gehabt genutzt werden könnten. Die Behörden versuchen nun, die Menschen zu ermitteln, die noch immer infektiös sein könnten, und riefen zudem deren enge Kontaktpersonen auf, sich ebenfalls zu testen.

"Wir haben zuletzt eine steigende Zahl positiver Schnelltestergebnisse gesehen, denen negative PCR-Testergebnisse folgten", sagte Will Welfare von der Health Security Agency. Das habe die Behörde alarmiert. Grundsätzlich sei es wichtig, nach einem positiven Schnelltest einen PCR-Test durchführen zu lassen. Dasselbe gelte erst recht, wenn jemand Symptome habe.

Ein Biologe der Universität Bath sagte dem "Guardian", er vermute, dass der Fehler für den jüngsten Anstieg der Coronavirus-Fälle in Großbritannien verantwortlich sein könnte. Er erklärte der Zeitung: "Es gibt seit einiger Zeit eine konzertierte Aktion, um auf diese merkwürdigen Ergebnisse hinzuweisen, in der Hoffnung, dass jemand nachforscht." Die falsch-negativen Testergebnisse hätten viele Menschen dazu veranlasst, zur Arbeit oder in die Schule zu gehen, wo sie andere angesteckt haben könnten. Dies könnte den neuerlichen Anstieg der Fälle begründen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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