Grausame Zustände in Guatemala50.000 Menschen sind Opfer sexueller Gewalt

Das Geschäft mit dem Sex boomt in Guatemala. Kriminelle Banden verdienen damit ein Vermögen - und kurbeln die Wirtschaft an. Doch beinahe 50.000 Menschen sind mittlerweile Opfer von sexuellen Übergriffen.
Fast 50.000 Menschen sind nach Einschätzung der Uno in Guatemala Opfer von sexueller Ausbeutung, die meisten von ihnen junge Frauen und Mädchen. In einem gemeinsamen Bericht nannten das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die von der Uno unterstützte Internationale Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (Cicig) Armut, die patriarchal strukturierte Gesellschaft und häusliche Gewalt als Hauptgründe dafür.
Dem Bericht zufolge sind 64 Prozent der Betroffenen Frauen, die meisten von ihnen sind unter 18 Jahre alt. Auch zwölfjährige Mädchen werden demnach in dem zentralamerikanischen Land als Sexarbeiterinnen missbraucht. Männer machten 13 Prozent der Opfer aus, bei allen anderen war das Geschlecht unklar. Opfer von Prostitutionsnetzwerken sind auch Frauen aus Kolumbien, Honduras, El Salvador und Nicaragua.
Cicig-Chef Iván Velásquez Gómez sprach von "moderner Sklaverei" und forderte härtere Strafen für die Verantwortlichen. Dem Bericht zufolge machen organisierte kriminelle Gruppen mit sexueller Ausbeutung jährlich einen Umsatz von schätzungsweise 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro). Das entspricht 2,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.