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Bekam Elfjährige angeboten 50-Jähriger wegen Missbrauchs verurteilt

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Die Staatsanwaltschaft forderte ursprünglich, den Angeklagten wegen schwerem Kindesmissbrauch zu verurteilen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein 50-jähriger Mann sucht auf einer Autobahn-Toilette nach Sex. Kurz darauf bekommt er eine Elfjährige angeboten - und willigt ein. Zwei Mal missbraucht er das Mädchen und nimmt die Tat mit seinem Handy auf. Nun muss er mehrere Jahre in Haft.

Das Landgericht Schweinfurt hat einen 50-Jährigen wegen Missbrauchs einer Jugendlichen in zwei Fällen und der Verbreitung pornografischer Schriften verurteilt. Der Mann bekam das damals elfjährige Mädchen angeboten, nachdem er auf der Suche nach Sex einen Zettel mit seiner Handynummer auf einer Autobahn-Toilette ausgehängt hatte. Weil er das Angebot annahm, muss er nun zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Jugendschutzkammer sah es als erwiesen, dass der Mann das Mädchen im Juli 2020 an zwei Abenden in seiner Wohnung im Landkreis Schweinfurt missbraucht hatte. Das Angebot kam vom Stiefvater des Mädchens, der während der Taten im Raum anwesend war. Einen Missbrauch hatte er laut Gericht mit seinem Handy per Sprachmemo aufgezeichnet. Das Kind sei in dieser Situation "besonders schutzlos" gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin Angelika Drescher.

Belangt werden wegen schwerem Kindesmissbrauchs - wie zu Prozessbeginn in der Anklage vorgesehen - konnte der Deutsche allerdings nicht. Unter anderem aus einer Tonaufnahme des Treffens war laut Gericht hervorgegangen, dass der Angeklagte dachte, das Mädchen sei 14 Jahre alt gewesen. Vor dem ersten Treffen hatte sich der Angeklagte mit dem Mädchen über Whatsapp ausgetauscht. Dabei soll die Schülerin angegeben haben, bereits 14 Jahre alt zu sein. In diesem Chat tauschte der Angeklagte laut Richterin auch ein pornografisches Bild mit dem nicht volljährigen Opfer aus.

Stiefvater missbrauchte Mädchen auch

Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte wegen der Verbreitung pornografischer Schriften für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Euro plädiert und im übrigen Anklagepunkt einen Freispruch gefordert.

Der Stiefvater des Kindes wurde selbst zu zehn Jahren Haft wegen schwerer Zwangsprostitution, schweren sexuellen Missbrauchs und wegen des Herstellens von kinderpornografischen Schriften verurteilt. Er hatte seine Stieftochter selbst mehrfach missbraucht und seit dem neunten Lebensjahr gezielt zur Prostitution gefügig gemacht, wie aus einem Urteilsspruch vom Mai hervorging.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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