Panorama

Angeklagter gesteht vor Gericht 49-Jähriger bot Mädchen zum Missbrauch an

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Dem Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, das minderjährige Opfer zur Prostitution gezwungen zu haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dutzende Male soll sich ein 49-jähriger Mann aus Bayern an einem mit ihm lebenden Mädchen vergangen haben - teils von der Mutter toleriert. Nachts bietet er die Minderjährige Lasterfahrern zum Missbrauch an - mindestens einer nimmt das Angebot an. Nun gesteht der Angeklagte die Taten vor Gericht.

Zwangsprostitution eines Mädchens auf Autobahnparkplätzen, schwerer sexueller Kindesmissbrauch, Herstellen von kinderpornografischen Schriften: Ein wegen Dutzender Übergriffe auf eine Neun- bis Elfjährige angeklagter Mann hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend eingeräumt, wie der Verteidiger des 49-Jährigen am Landgericht Schweinfurt sagte.

Weil die Jugendschutzkammer die Öffentlichkeit für die Aussage des Mannes ausgeschlossen hatte, wurden Details des Geständnisses nicht bekannt. Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe nicht mit dem Kind Geld verdienen wollen - anders als in der Anklage formuliert. Der Angeklagte ist bisher nicht wegen derartiger Vergehen vorbestraft.

Oberstaatsanwalt Gabriel Seuffert schilderte zu Prozessbeginn rund eine Stunde lang die mutmaßlichen Übergriffe des 49-Jährigen auf das Kind seiner Lebensgefährtin. Oftmals fotografierte und filmte der Mann den Missbrauch demnach in einer Wohnung im Raum Bad Kissingen, aber auch bei Radausflügen in der Umgebung. Die 39 Jahre alte Mutter des Mädchens soll bei etlichen Taten zwischen Sommer 2018 und Sommer 2020 dabei gewesen sein und diese toleriert haben. Der Angeklagte soll die Frau unter anderem durch Trennungsandrohung gefügig gemacht haben. Sie muss sich in einem gesonderten Verfahren wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen verantworten.

Angeklagter zwang Mädchen zu Treffen mit Unbekanntem

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Kind auch anderen Männern zum Missbrauch angeboten haben, um sich zu erregen und Geld zu verdienen. "Hierzu fuhr er das Mädchen zu verschiedenen Autobahnparkplätzen", sagte Oberstaatsanwalt Seuffert. Viele Lastwagenfahrer hätten das Angebot abgelehnt, mindestens einer soll es allerdings angenommen und sich an dem Mädchen vergangen haben. Fünf Euro und eine Packung Zigaretten soll der Unbekannte dem Kind dafür gegeben haben.

Der Mann ist bisher nicht gefunden. Ein weiterer Verdächtiger soll mit einem Zettel auf einer Autobahntoilette nach schnellem Sex gesucht haben. Der 49-Jährige, der den Zettel mit Telefonnummer fand, veranlasste die Minderjährige laut Anklage, sich mit dem Mann zu treffen. Dieser soll sich in mindestens zwei Fällen an der Schülerin vergangen haben. Der 50-Jährige steht von Ende Mai an wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Die Machenschaften des 49-Jährigen waren letztendlich aufgeflogen, weil sich ein Lastwagenfahrer an die Polizei gewandt hatte.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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