Symptome zu spät erkanntMehr als 70 Tiger sterben in Thailand an Virus

Ein Tigerpark in Thailand wirbt damit, dass Besucher die Tiere anfassen können. Anfang Februar bricht jedoch ein hochansteckendes Virus unter den Tieren aus und der Park muss schließen. Dutzende Raubkatzen verenden. Tierschützer kritisieren die Einrichtung scharf.
Binnen weniger Wochen sind Dutzende Tiger in einem privaten Raubtierpark in einem Tierpark in der thailändischen Provinz Chiang Mai an Krankheiten verendet. Bei Untersuchungen seien Infektionen mit dem hochansteckenden Staupe-Virus sowie Bakterien nachgewiesen worden, erklärte das Veterinäramt von Chiang Mai im Norden des Landes. Demnach verendeten in dem Park insgesamt 72 Tiger.
Bei Pantherkatzen, zu denen Tiger gehören, sei die Staupe schwerer nachzuweisen, erklärte ein Sprecher der Veterinärbehörde. Das liege daran, dass die Tiere anders als Hunde oder Hauskatzen nicht im engen Kontakt mit Menschen lebten. Symptome zu erkennen, brauche daher länger, so der Sprecher. "Als wir merkten, dass sie krank sind, war es schon zu spät."
Die genauen Todesursachen der einzelnen Tiere und Grund für den Ausbruch seien jedoch bislang unklar. Die Behörden versuchen, mit Säuberungen der Gehege und Impfungen der Raubkatzen ein weiteres Ausbrechen einzudämmen. Dem Direktor der Naturschutzbehörde in Chiang Mai, Kritsayarm Kongsatri, zufolge sei die hohe Todeszahl der Tiere sehr ungewöhnlich. Zuletzt brach im Oktober 2004 die Vogelgrippe im Sriracha-Tigerzoo in Chonburi im Osten Thailands aus. In dessen Folge starben 144 der 441 Tiger oder mussten eingeschläfert werden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Der betroffene Tierpark "Tiger Kingdom" wirbt damit, dass Touristen dort die Raubtiere anfassen und Fotos mit ihnen machen können. Seit dem Ausbruch am 8. Februar ist er vorübergehend geschlossen.
Tierschützer kritisieren derartige Einrichtungen wegen der dort herrschenden Bedingungen. "Diese Tiger sind gestorben, wie sie gelebt haben - in Elend, Gefangenschaft und Angst", sagte ein Sprecher der Tierschutzorganisation Peta. "Wenn die Touristen wegblieben, würden solche Einrichtungen sich sehr schnell nicht mehr rentieren, und derartige Tragödien würden deutlich unwahrscheinlicher."