Panorama

Party machen in Nordkorea 90.000 Wodkaflaschen für Kim beschlagnahmt

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Wodka für die nordkoreanische Führung? Der niederländische Zoll stellte gleich 90.000 von diesen Fläschchen sicher. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance / Soeren Stache)

Nordkoreas Bürger leiden Hunger, sind auf internationale Hilfslieferungen angewiesen. Machthaber Kim lässt es dagegen krachen: Der Zoll in Rotterdam stellte Zehntausende Flaschen Wodka sicher, die als Schmuggelware in einem chinesischen Schiff Richtung Pjöngjang an Kim gehen sollten.

Der niederländische Zoll hat 90.000 Flaschen russischen Wodkas auf dem Weg nach Nordkorea sichergestellt. Die illegale Fracht sei auf einem Schiff des chinesischen Unternehmens Cosco Shipping im Hafen von Rotterdam entdeckt worden, sagte Zoll-Sprecher Roul Velleman. "Das ist eine Geschichte, wie man sie in Krimis findet." Was mit den Flaschen geschehen soll, sei noch nicht entschieden. Sie könnten nun zerstört oder versteigert werden. Das Schiff war in Hamburg beladen worden und am Donnerstag in Rotterdam eingelaufen. Der Wodka-Export fällt unter die UN-Sanktionen gegen Nordkorea. Wegen Atom- und Raketentests sind Exporte vieler Luxusgüter in das kommunistisch regierte Land verboten.

Die 90.000 Flaschen wurden auf Anordnung des niederländischen Ministeriums für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit beschlagnahmt. Sie seien in einem Container unter einem Flugzeugrumpf geschmuggelt worden, sagte die niederländische Außenhandelsministerin Sigrid Kaag. Es sei "wichtig", dass die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang durchgesetzt würden.

Wie die Zeitung "Algemeen Dagblad" berichtete, waren die hochprozentige Großlieferung direkt für den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und die Militärführung des international isolierten Landes bestimmt.

Kim trifft sich am Mittwoch in Vietnams Hauptstadt Hanoi mit US-Präsident Donald Trump. Kurz vor dem Gipfeltreffen hatte Kim die Vereinten Nationen wegen Lebensmittelknappheit um humanitäre Hilfe gebeten. Für das laufende Jahr fehlen Nordkorea wegen der Sanktionen, Misswirtschaft und Naturkatastrophen voraussichtlich 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa

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