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Gefesselt und fast verhungert ABC veröffentlicht Notruf von Turpin-Tochter

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Das Haus in der Stadt Perris in Kalifornien wird nach Bekanntwerden der furchtbaren Taten als Horror-Haus bezeichnet.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Ein 17-jähriges Mädchen aus Kalifornien entkommt ihren gewalttätigen Eltern, indem sie aus einem Fenster springt und den Notruf wählt. Das kurze Gespräch bringt neue Details ans Licht.

ABC News hat das Gespräch zwischen einem 17-jährigen Mädchen, das von ihren Eltern misshandelt wurde, und dem Mitarbeiter in der Telefonzentrale jetzt veröffentlicht. "Wir leben im Schmutz und manchmal wache ich auf und kann nicht atmen, weil es so dreckig im Haus ist", sagt sie mit zitternder Stimme. Am Telefon fragt jemand, wann sie zuletzt gebadet habe. Das Mädchen kann sich nicht erinnern, vermutet aber, dass es ein Jahr her sein muss.

Das kurze Gespräch verdeutlicht, unter welchen Bedingungen sie und ihre zwölf Geschwister leben mussten. Sofort werden Krankenwagen und Polizisten zu dem Haus geschickt. Die Ermittler sind seitdem auf Wahrheitssuche. Die Eltern, David und Louise Turpin, müssen sich vor Gericht verantworten. Sie haben ihre Taten gestanden.

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David und Louise Turpin misshandelten ihre 13 Kinder fast ein Jahrzehnt lang.

(Foto: imago/UPI Photo)

Beide sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Das Ende des Prozesses wird mit einem Schuldspruch von 25 Jahren erwartet. Dem Paar wird vorgeworfen, ihre Kinder jahrelang misshandelt, ihnen die Freiheit entzogen, sie vernachlässigt und ans Bett gefesselt zu haben.

Aus dem Notruf gehen viele Details hervor, die bislang nicht bekannt waren. Die Kinder hatten beispielsweise keinen Zugang zu Medikamenten. "Ich war noch nie beim Zahnarzt", erklärt die 17-jährige Tochter. Das Mädchen konnte Fragen nach ihrer Adresse oder wie sie ihren Nachnamen buchstabiere nicht beantworten. Sie erklärte, sie habe die erste Klasse nicht abgeschlossen.

Was die Polizisten vor über einem Jahr in dem Haus in Perris, Kalifornien, fanden, war furchtbar. Alle Kinder waren unterernährt, einige waren an ihre Betten angekettet. Sie durften das Haus nicht verlassen, wurden geschlagen und durften nicht auf die Toilette gehen, weil die Eltern die Fesseln nicht lösen wollten.

Einige von ihnen leiden bis heute unter Wachstumsstörungen. Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Befreiung zwischen zwei und 29 Jahre alt. Alle Kinder wirkten, durch die jahrelange Unterernährung, deutlich jünger. Die Misshandlungen sollen 2010 begonnen haben, nachdem die Familie umgezogen war.

Quelle: n-tv.de, joh

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