Panorama
Ahmad A. sitzt im Gerichtssaal neben seinem Anwalt.
Ahmad A. sitzt im Gerichtssaal neben seinem Anwalt.
Freitag, 12. Januar 2018

Bluttat im Supermarkt: Ahmad A. gesteht Attacke von Barmbek

Ein Toter und sechs Verletzte - das war die Bilanz eines Messerangriffs in Hamburg-Barmbek. Nun hat der Mordprozess begonnen und gleich zu Beginn legt der Angeklagte ein Geständnis ab. Auch über sein Motiv wird mehr bekannt.

Im Mordprozess um den Messerangriff in einem Hamburger Supermarkt vor fünfeinhalb Monaten hat der Angeklagte Ahmad A. ein Geständnis abgelegt. "Herr A. erklärt, dass er die Verantwortung für die von ihm begangenen schwersten Straftaten übernimmt", sagte sein Verteidiger vor dem Hamburger Oberlandesgericht. Der 26-Jährige bekenne sich "in allen Anklagepunkten noch einmal ausdrücklich schuldig".

A. soll in einer Art persönlicher Vergeltung gehandelt haben, als er im Juli in und vor dem Geschäft im Stadtteil Barmbek auf Menschen einstach. Ein Mann starb dabei, sechs weitere Menschen wurden verletzt. "Die Tat hatte aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund, der zum Zeitpunkt der Tat für ihn eine grundsätzliche Bedeutung hatte", sagte der Verteidiger weiter. A. habe die Tat aus einer sehr großen inneren Anspannung heraus begangen.

Die Anklage hält Ahmad A. für voll schuldfähig und wirft ihm Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor.  A. habe "aus sonstigen niedrigen Beweggründen und heimtückisch" einen Menschen getötet und weitere verletzt, sagte Oberstaatsanwältin Yasemin Tüz.

Ermittler: Tat hat keinen Terrorhintergrund

Laut Bundesanwaltschaft handelte er aus einer islamistischen Gesinnung heraus. Ihm sei es darum gegangen, so viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden. Dies habe er vor dem Hintergrund der von ihm als ungerecht empfundenen Behandlung der Muslime weltweit getan, hieß es weiter.

Nach Überzeugung der Anklage handelte der Palästinenser vor dem Hintergrund des israelisch-palästinensischen Konflikts um den Jerusalemer Tempelberg. Demnach machte er Deutschland für die Zugangsbeschränkung für Muslime mitverantwortlich.

"Deshalb sollten deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens sterben", sagte die Oberstaatsanwältin. Hinweise auf eine Einbindung in Dschihadistennetzwerke fanden die Ermittler nicht. A. ist deshalb wegen Mordes und Mordversuchs angeklagt, allerdings nicht wegen Terrorismus.

Quelle: n-tv.de