Panorama

#HumorloseKackbratze Aktivisten veräppeln Erdoğan

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"Mimimimimi" - Aktivisten kapern eine Werbetafel und hängen ein Plakat gegen Erdoğans Umgang mit dem Schmähgedicht von Böhmermann auf. Aber nicht irgendwo, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft der türkischen Botschaft.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan muss sich wohl oder übel an Spott gewöhnen. Und wenn der nicht mehr in der Türkei stattfinden darf, dann doch zumindest in Deutschland. "Mimimimimi mimimimimi mimimimimi" steht in großen roten Buchstaben auf einem Plakat. Etwas kleiner und in schwarzer Schrift heißt es #freeboehmi, #Satiredarfalles und #HumorloseKackbratze.

So zu lesen in Berlin - in Sichtweite der türkischen Botschaft, denn genau die ist in unmittelbarer Nachbarschaft des Plakates in der Tiergartenstraße beheimatet. Aktivisten der werbekritischen Gruppe "Dies Irae" (Tag des Zorns) hatten den Schaukasten gekapert und das Plakat dort aufgehängt.

Bereits am Mittwochvormittag hing das Solidaritätsbanner aber nicht mehr. Dafür stellten die Aktivisten ein Foto des Plakats auf ihre Facebook-Seite und bedienten sich dazu der legendären Worte: "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!" Diese hatte Joschka Fischer 1984 dem damaligen Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen (CSU) an den Kopf geworfen, als dieser den späteren Außenminister aus dem Plenarsaal warf.

Derweil formiert sich immer mehr Unterstützung für Jan Böhmermann. Mehrere Schauspieler, Politiker und Journalisten solidarisierten sich mit dem Satiriker.  Eine Petition, die sich seit Sonntag unter dem Hashtag #FreeBoehmi rasant verbreitet, fordert Straffreiheit für Böhmermann. Der soll, geht es nach dem Willen der Türkei, für sein Schmähgedicht auf Erdoğan strafrechtlich verfolgt werden. Der türkische Präsident stellte persönlich Strafantrag gegen Böhmermann und verlangt eine Unterlassungserklärung des Humoristen.

Quelle: ntv.de, dsi