Panorama

Ältere ungeduldiger als Junge Akzeptanz für Corona-Maßnahmen sinkt

Mit großer Mehrheit unterstützen vor allem junge Menschen die strengen Einschränkungen in der Corona-Krise. Aber in zwei neuen Umfragen scheint die Zustimmung allmählich zu bröckeln. Die Werte bewegen sich aber nach wie vor auf hohem Niveau.

Laut einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist die Akzeptanz für viele Corona-Einschränkungen in der Bevölkerung gesunken. So fanden es bei einer Befragung am 28. April nur noch 76 Prozent der Menschen "angemessen", dass Schulen und Kitas weitgehend geschlossen bleiben. Gut einen Monat zuvor, am 24. März, lag die Zustimmung nach Angaben des BfR noch bei 94 Prozent.

Auch andere Einschränkungen werden demzufolge nicht mehr als so angemessen bewertet, wie noch vor wenigen Wochen. Die höchste Akzeptanz hatte bei den abgefragten Maßnahmen zuletzt die Einschränkung von Reisen mit 93 Prozent Zustimmung. Die Absage der meisten Veranstaltungen hielten 88 Prozent der Befragten für angemessen. Diese Werte sind für Umfragen nach wie vor ungewöhnlich hoch. Am wenigsten Zustimmung gab es in der Umfrage für Ausgangssperren (47 Prozent) und das Schließen bestimmter Geschäfte (66 Prozent).

Auch in einer repräsentativen Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL/ntv äußert ein Großteil der Bevölkerung nach wie vor Verständnis für die Corona-Maßnahmen. Demnach befürworten 76 Prozent der Bundesbürger, dass die seit Ende März geltenden Kontaktbeschränkungen vorerst bis zum 10. Mai verlängert wurden. Auffallend ist, dass besonders junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren die Verlängerung mit einer Zustimmung von 88 Prozent unterstützen. Wobei es hier Ende März mit 95 Prozent noch etwas mehr waren.

Ältere werden ungeduldig

Den größten Widerspruch gab es in der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen: Gut ein Drittel, 34 Prozent, sind der Meinung, dass Maßnahmen schneller aufgehoben werden müssen. Zu langsam geht es vor allem auch den Anhängern der FDP (48 Prozent) und der AfD (50 Prozent).

Ein Drittel der Bürger - 37 Prozent - und damit etwas mehr Befragte als vor einer Woche (29 Prozent), würde es auch für richtig halten, die Schulen - unter Berücksichtigung von Hygiene- und Abstandsregelungen - schon zum jetzigen Zeitpunkt wieder für alle zu öffnen. Die meisten Bürger (56 Prozent) halten diesen Schritt jedoch für verfrüht. Ein Viertel der Bürger (26 Prozent) ist außerdem der Meinung, dass die Maskenpflicht beim Einkaufen und Nahverkehr nicht richtig ist.

Das BfR hat am 28. April 503 Menschen zur Angemessenheit der Maßnahmen befragt, Forsa am 30. April 1022 Personen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa