Politik

Forsa-Umfrage zur Corona-Krise Jüngere stehen voll hinter Beschränkungen

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Der Münchener Marienplatz ist seit vergangener Woche nur noch spärlichst besucht.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Ausgangsbeschränkungen wie zurzeit hat es zumindest seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch nie in Deutschland gegeben. Doch eine Mehrheit der Bürger akzeptiert diese, wie eine Umfrage im Auftrag von ntv zeigt.

Angesichts der Bedrohung durch Sars-CoV-2 ist eine Mehrheit der Menschen in Deutschland bereit, die Ausgangsbeschränkungen noch wochenlang in Kauf zu nehmen. Wie aus einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag von ntv hervorgeht, befürworten 88 Prozent der Befragten, die Maßnahmen noch mindestens drei Wochen beizubehalten. Am größten ist dabei die Zustimmung unter den 18- bis 29-Jährigen (95 Prozent). Unter den Anhängern der FDP (17 Prozent) und der AfD (21 Prozent) gibt es die meisten, die sich eine vorzeitige Lockerung wünschen. Die meisten Befürworter der Maßnahmen wären auch mit einer Verlängerung einverstanden (76 Prozent).

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Für noch schärfere Beschränkungen wäre dagegen nur noch eine wesentliche schmalere Mehrheit. 55 Prozent wären damit einverstanden, 42 Prozent lehnen sie ab. Die Zustimmungswerte gleichen sich über alle Altersgruppen, im Osten ist die Bereitschaft mit 58 Prozent allerdings noch etwas größer als im Westen (54 Prozent). Auch hier unterscheiden sich die Anhänger von FDP und AfD von anderen Parteigängern. Bei der FDP sind 57 Prozent, bei der AfD 52 Prozent gegen strengere Regeln.

Die Corona-Krise hat auch gezeigt, dass die Bundesregierung nur begrenzte Einflussmöglichkeiten in Gesundheitsfragen hat - es schlägt die Stunde der Landesregierungen. Aber ist das effizient? Eine große Mehrheit der Befragten hätte jedenfalls kein Problem damit, sich von diesem föderalen Prinzip zu verabschieden. 80 Prozent der Bürger gaben an, der Bund solle mehr Kompetenzen erhalten, wenn damit Entscheidungen schneller und einheitlicher getroffen werden können. Nur in der AfD gibt es eine große Gruppe von 40 Prozent, die dies ablehnt.

Auch in der Frage des Datenschutzes gibt es offenbar großes Vertrauen in die Regierung. 62 Prozent wären bereit, dieser beispielsweise ihre Handydaten zur Verfügung zu stellen, wenn es hilft die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Die Zustimmung steigt hier, je älter die Befragten sind - in der Altersgruppe 60 plus sind es 74 Prozent. Bei Anhängern der Linken und der FDP ist die Ablehnung (je 44 Prozent) am größten.

Befragt wurden am 30. März 1008 Personen. Die Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

Quelle: ntv.de, vpe