Panorama
Eine Probe mit Amphetamin.
Eine Probe mit Amphetamin.(Foto: dpa)
Donnerstag, 26. Juni 2014

Flut neuer Drogen: Amphetamine überschwemmen den Markt

Die Labore in Nordamerika sind gut ausgelastet: Die Produktion von Amphetaminen nimmt rasant zu, wie die UN in ihrem Weltdrogenbericht feststellen. Auch psychoaktive Drogen sind der Renner.

Die Vereinten Nationen warnen vor der zunehmenden Ausbreitung synthetischer Drogen. Die Herstellung von Amphetaminen, zu denen auch das Rauschmittel Crystal Meth gehört, nehme weltweit zu, heißt es im Weltdrogenbericht 2014. Während der allgemeine Drogenkonsum stabil geblieben ist, gibt es offenbar einen deutlichen Anstieg bei der sichergestellten Menge an Amphetaminen und der Zahl entsprechender Drogen-Labore vor allem in Nordamerika.

Ein Röntgenbild des Zolls zeigt diesen spektakulären Amphetaminfund.
Ein Röntgenbild des Zolls zeigt diesen spektakulären Amphetaminfund.(Foto: dpa)

Geschätzte 34,4 Millionen Menschen konsumierten demnach im Jahr 2012 Amphetamine. Damit waren diese hinter Cannabis die am zweithäufigsten konsumierte Rauschmittelart. Das Ausmaß der weltweiten Produktion ist jedoch schwer abzuschätzen, wie die UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) einräumte. Schwierig gestaltet sich die Bekämpfung, weil Hersteller zunehmend neue Grundstoffe und Bestandteile der künstlichen Drogen einzeln schmuggeln. Weltweit wurden 144 Tonnen Amphetamine sichergestellt, die Hälfte davon in den USA.

Eine weitere Herausforderung sind neue psychoaktive Substanzen, sogenannte Designerdrogen, deren Zahl kontinuierlich ansteige. Mitte 2012 gab es noch 251 dieser psychoaktiven Drogen, im Dezember 2013 waren es bereits 348. Die Produzenten dieser Rauschmittel, die oftmals als Alltagsprodukte wie Badesalz oder Düngemittel über das Internet vermarktet werden, arbeiten oft in einer rechtlichen Grauzone. International kontrolliert und verboten sind 234 Drogen.

Beschlagnahmte Drogen im US-Staat Georgia.
Beschlagnahmte Drogen im US-Staat Georgia.(Foto: dpa)

Insgesamt konsumierten laut UN im Jahr 2012 geschätzte 243 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Drogen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die angenommene Zahl damit relativ konstant. Die Zahl der Drogentoten ging sogar deutlich zurück. 2012 starben rund 183.000 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Im Vorjahr waren es 211.000. "Illegale Drogen verursachen kriminelle Gewalt und schwächen wichtige staatliche Einrichtungen", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Afghanistan produziert mehr Opium

Ein Rückschlag ist vor allem der drastische Anstieg der Opiumproduktion in Afghanistan. Das Hauptlieferland für Opium, Grundstoff für Heroin, weitete seine Anbauflächen im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 209.000 Hektar aus. Afghanistan lieferte 2013 rund 80 Prozent des weltweiten Opium-Aufkommens.

Die Verfügbarkeit von Kokain ging laut UN hingegen zurück. Die Größe der Koka-Anbauflächen war mit zuletzt 133.700 Hektar auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990. Die gesamte Kokainproduktion konzentriert sich dabei praktisch auf drei südamerikanische Länder: Bolivien, Peru und Kolumbien.

17,2 Millionen Menschen konsumierten 2012 Kokain. In Nordamerika sowie in Mittel- und Westeuropa sank der Verbrauch. Am stärksten ging der Gebrauch von Ecstasy zurück. Die Zahl der Konsumenten lag 2012 bei 18,8 Millionen und damit drei Prozent niedriger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Cannabiskonsumenten ging leicht zurück und lag 2012 bei rund 178 Millionen Menschen.

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Quelle: n-tv.de